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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Bettel-kores bis Bettelmanns-klee (Bd. 1, Sp. 755 bis 757)
 
Bettel-kores, m. n.
Bettel-kor, m. n.
Bettel-kram, m.
Bettel-krämer, m.
Bettel-läuse, Pl.
Bettel-leute, Pl.
Bettel-mann, m.
Bettelmanns-blume, f.
Bettelmanns-brot, n.
Bettelmanns-fresser, Pl.
Bettelmanns-futter, n.
Bettelmanns-klee, m.
Bettelmanns-kost, f.
Bettelmanns-kränke, f.
Bettelmanns-kuchen, m.
Bettelmanns-kuh, f.
Bettelmanns-mist, m.
Bettelmanns-suppe, f.
Bettel-mensch, n.
Bettel-mönch, m.
betteln, schw.
Bettel-pack, n.
Bettel-platz, m.
Bettel-ranzen, m.
Bettel-richter, m.
Bettel-sack, m.
Bettel-schamas, m.
Bettel-spruch, m.
Bettel-stab, m.
Bettel-tasche, f.
Bettel-täsche, f.
Bettel-vogt, m.
Bettel-volk, n.
betten, schw.
Petter
Petterich
Petterbrief
Betterich, m.
Bettermääd, m.
Bett-flasche, f.
Bett-fuß, m.
Bett-gestell, n.
Bett-himmel, m.
Bett-holz, n.
Bettingen, ON
Bett-jacke, f.
Bett-klopfer, m.
Bett-kolter, f.,  n.
Bett-kulte, f.
Bett-lade, f.
Bettlad-schisser, m.
Bettlad-stollen, m.
Bettlad-wanze, f.
bett-lägerig, Adj.
Bettler, m.
Bettler-laus, f.
Bettler-zeichen, n.
Bett-pisser, m.
Bett-rise, m.
Bettrisen-amt, n.
Bettrisen-pfleger, m.
Bett-rock
Bett-rütscher, m.
Bett-sach, n.
Bett-scheißer
Bett-schere, f.
Bett-schisser, m.
Bett-scheißer, m.
Bettschisser-blume, f.
Bett-schwere, f.
Bett-seicher, m.
Bettseicher-salat, m.
Bett-spatteln, Pl.
Bett-sprä
Bett-sprät
Bett-sprei, f.
Bett-spreite, f.
Bett-statt, f.
Bett-stein, m.
Bett-stelle, f.
Bett-stollen, m.
Bett-stra
Bett-strau
Bett-streu, f.
Bett-stroh, n.
Bett-stube, f.
Bett-stück, n.
Bett-tuch, n.
Bett-überzug, m.
Bettuch-biber, m.
Bett-umhang, m.
Bettung, f.
Bett-unterzieche, f.
Bett-wanze, f.
bett-warm, Adj.
Bett-wäsche, f.
Bett-werk, n.
Bett-zeug, n.
Bett-zieche, f.
Bett-zipfel, m.
   Bettel-kores m., -kor n.: 'Bettelvolk', Bettlkores [ GH-Schwegh], Bellkor (-kōr) [ NW-Lambr], Berrl- [ RO-Duchr KL-Erlb]. ElsWB Els. I 464.
 
  
Bettel-kram m.: 'armseliger Kram', Berrlkrom (-grōm) [ KU-Schmittw/O].
 
  
Bettel-krämer m.: 'kleiner Kaufmann', scherzh., Bellkrämer [ BZ-Eußth].

[Bd. 1, Sp. 756]

 
  Bettel-läuse Pl.:
1. 'Samen des Zweizahns (Bidens trip.)'. Du hoscht die Strimp voll Beddelleis [ Gal]. —
2. 'Filzläuse' [ Gal-Bagbg].
 
 
Bettel-leute Pl.: wie schd., Pl. zu PfWB Bettelmann. RA.: Die Bell'leit hen Streit, vom Magenknurren und Geräusch in den Gedärmen [LA-Ranschb, verbr.]; für KU-Hundh der Zusatz: 's will kääns de Sack traan (tragen). Was leit uns am e Korb voll Beddelleit 'Es ist uns gleichgültig' [Kühn Palz 139]. VR.: Juchhe, unnig der Stee (Stiege) hall'n die Beddelleit Hochzeit; geit (geigt) die Maus, tanzt die Laus, hupst der Flohk zum Fenschter 'naus [Schandein Bav. IV/2, 370, Heeger Tiere II 21 KU-Kaulb Bedb KB-Kriegsf NW-Kallstdt]. RhWB Rhein. I 659; LothWB Lothr. 30 Beddellit; Bad. I 172.
 
  
Bettel-mann m.:
1. = PfWB Bettler, jedoch nur in festen Formen. Er esch hinnerher, wie der Beddelmann hinner de Laus [ GH-Zeisk]. Er hot's im Griff, wie de B. die Laus, wer zu einer Sache das rechte Geschick zeigt, auch ironisch von einem Ungeschickten [ FR-Quirnh, allg., auch Don Gal Buch]. Er setzt de Bellmann uf de Edlmann, wer das Schlechte über das Gute setzt, z. B. beim Weinstock den Stift über die Rute [ KB-Zell]. Do is Beddelmanns Umkehr, von einer armen Gegend, wo nichts zu holen ist [Schandein Bav. IV 2, S. 410 Don-Schowe Torscha (Steinmetz)]; vgl. Schwäb. I 966. Sei Äckerlich liechen an Beddelmanns Unkehr 'liegen weit weg' [ BZ-Dierb]. SprW.: Aller Aanfang is schwer, saat der Bärrelmann un nimmt sei leere Sack uf de Buckel [KL-Gimsb u. Umg.]. Wann der Beddelmann nix hun soll, verleert er 's Brot aus'm Sack [ Gal-Brotschk]. En schlechter Beddelmann, as ken Schlofplatz finne kann [Fogel Prov. Penns Nr. 107]. Sei Lebdag werd ke Beddelmann reich, denn was er verdient, versauft er gleich [Zweibr]. Wer viel Handwerk kann, werd zuletscht e Bettelmann [ Don-Alexhs]. Wer nix erheirat un nix ererbt, bleibt e Beddelmann, bis er sterbt [ Don Gal Buch]. Wann der Beddelmann sei Schulde bezahlt, is er e Herr [ Gal-Brotschk]. Kommt der Bettelmann uf de Esel, will er uf de Gaul [ SP-Mechth]. Wann de Bellemann uf de Gaul kummt, reit er'n (vor Übermut) tot [LU-Alsh, verbr., auch Don Gal Buch], auch in der abgekürzten Form: Setz de Beddelmann uf de Gaul! [ Gal-Bagbg]. Samschdags muß die Sunn scheine, daß der Beddlmann sei Hemmed trickle kann [ Don-Futok Nr. 8]. Hinner'm Haus, vor'm Haus sät der Bellmann Erbse; spielt die Maus, tanzt die Laus, huppst der Kater zum Fenschter naus [ Gal-Lindf]. Weitere Reime s. unter PfWB Bauer 1 b und Beeden. Im Knabenspiel »Den Kaiser krönen« tritt auch der B.

[Bd. 1, Sp. 757]
auf, s. PfWB Bauer 1 b. —
2. 'Schreckgestalt für Kinder', Beddelmann [ ZW-Wattw], Bell- [ PS-Leim]. —
3. 'Hamster', Bellmann [Gal-Landtr]; vgl. PfWB Bettler 2. —
4. 'Mehlspeise', Beddelmann [ ZW-Battw]; vgl. armer (rostiger) Ritter. F.: Zum Bestimmungswort s. PfWB betteln, zum Grundw. s. PfWB Mann. — RhWB Rhein. I 659/60; Saarbr. 25; LothWB Lothr. 30; ElsWB Els. I 683; Bad. I 172/73.
 
  
Bettelmanns-blume f.: 'Blüte vom Maßholder', Beddelmannsblumm [ LA-Bornh]. Die Mädchen in LA-Bornh verwenden die B. als Orakelblume, um den Beruf des Zukünftigen zu erfahren; in der Aufzählung der möglichen Berufe erscheint auch der Bettelmann; s. PfWB Edelmann. — -brot n.: = PfWB Bettelbrot. Un so leiert 'r wie e Arjel Sprich erunner frih un spoot, beß'm Daakserdarch sei Garjel trocke werd wie Beddlmannsbrod [Kühn Schnitze II 57]. — -fresser Pl.: Neckname für die Bewohner von PS-Nünschw, die in einer Hungerszeit des Dreißigjährigen Krieges angeblich einen Bettler gegessen haben, Berrlmannsfresser. — -futter n.: 'Katzenklee (Trifolium arvense)', Berlmannsfure [ PS-Schopp]; vgl. PfWB Bettelmannsklee. Die Pflanze gedeiht als dichter Teppich auf armem Sandboden und war daher willkommene Ziegenweide. — -klee m.:
1. = PfWB Bettelmannsfutter, Berlmannsklee [ KU-Kaulb Kreimb]. —
2. 'Vogelfuß (Ornithopus sat.)', Beddelmannsklee [ BZ-Völkersw]. Zur Etym.: »Weil er auf den armen Sandäckern an Stelle von Klee gepflanzt wird« (Wilde Nachträge). —
3. 'Steinklee (Melilotus off.)', Beddelmannsklee [Pirmas]. —
4. 'Wicke (Vicia)' [WPf]; dafür auch PfWB Bettelklee. —