bettel-arm, Adj.Bettel-arsch, m.Bettel-bock, m.Bettel-brot, n.Bettel-brünnlein, n.Bettel-bube, m.Bettel-butter, m.Bettel-christkind, n.Bettel-fastnacht, f.Bettel-frau, f.Bettel-fuhre, f.Bettel-garten, m.Bettel-geiß, f.Bettel-haus, n.Bettel-heiden, Pl.bettelig, Adj.Bettel-jude, m.Bettel-kind, n.Bettel-klee, m.Bettel-kores, m. n.Bettel-kor, m. n.Bettel-kram, m.Bettel-krämer, m.Bettel-läuse, Pl.Bettel-leute, Pl.Bettel-mann, m.Bettelmanns-blume, f.Bettelmanns-brot, n.Bettelmanns-fresser, Pl.Bettelmanns-futter, n.Bettelmanns-klee, m.Bettelmanns-kost, f.Bettelmanns-kränke, f.Bettelmanns-kuchen, m.Bettelmanns-kuh, f.Bettelmanns-mist, m.Bettelmanns-suppe, f.Bettel-mensch, n.Bettel-mönch, m.betteln, schw.Bettel-pack, n.Bettel-platz, m.Bettel-ranzen, m.Bettel-richter, m.Bettel-sack, m.Bettel-schamas, m.Bettel-spruch, m.Bettel-stab, m.Bettel-tasche, f.Bettel-täsche, f.Bettel-vogt, m.Bettel-volk, n.betten, schw.PetterPetterichPetterbriefBetterich, m.Bettermääd, m.Bett-flasche, f.Bett-fuß, m.Bett-gestell, n.Bett-himmel, m.Bett-holz, n.Bettingen, ONBett-jacke, f.Bett-klopfer, m.Bett-kolter, f., n.Bett-kulte, f.Bett-lade, f.Bettlad-schisser, m.Bettlad-stollen, m.Bettlad-wanze, f.bett-lägerig, Adj.Bettler, m.Bettler-laus, f.Bettler-zeichen, n.Bett-pisser, m.Bett-rise, m.Bettrisen-amt, n.Bettrisen-pfleger, m.Bett-rockBett-rütscher, m.Bett-sach, n.Bett-scheißerBett-schere, f.Bett-schisser, m.Bett-scheißer, m.Bettschisser-blume, f.Bett-schwere, f.Bett-seicher, m.Bettseicher-salat, m.Bett-spatteln, Pl.Bett-spräBett-sprätBett-sprei, f.Bett-spreite, f.Bett-statt, f.Bett-stein, m.Bett-stelle, f.Bett-stollen, m. | bettel-arm Adj.: in echter Mda. kaum gebräuchlich; dafür: aarm wie e Bedler, wie e Kerchemaus, ganz aarm. RhWB Rhein. I 658; Bad. I 172.
Bettel-arsch m.: 'Bettler in schlechter Kleidung', Bellaarsch [ FR-Bockh].
Bettel-bock m.: Scheltwort für einen Bettler, Berrlbock [ KU-Schmittw/O].
Bettel-brot n.: wie schd. Er is vun lauder Berrlbrot groß worr [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Diebsbrout — Galchetoud, Beddlbrout — bittere Nout, eechenes (eigenes) Brout — Gnade Gott! [LA-Impfl]. RhWB Rhein. I 658; Bad. I 172.
Bettel-brünnlein n.: FlN. In GH-Büchbg erzählt man den kleinen Kindern, sie seien aus dem Bettelbrünnel gekommen.
Bettel-bube m.: Schimpfwort auf einen, der nicht viel hat, es aber den Reichen gleichtun möchte, Bellbu (ˈbęlbū) [ LA-Nußd, NW-Geinsh]. Von dicken Kartoffeln sagt man: 's sin Kerl wie Beddelbuwe [verbr. VPf]. a. 1792: einen Bettelbuben in die Hölle werfen, »etwas ohne merklichen Erfolg verrichten, z. B. einem sehr Hungrigen nur sehr wenig Speise geben; einem Verschwender wenig Geld reichen. Ist von der Idee hergenommen, daß die Hölle einen großen Schlund habe« (Klein Prov. 47). a. 1757: so hat Er die Mähter Bettel-Buben geheisen so hat in der Mähter Mit Einer straff an Gesehen [MHVPf. IV 11]. Bad. I 172; Schwäb. I 962.
Bettel-butter m.: in der RA.: Ihr Maul geht, wie wann's mit Bettelbutter geschmeert wär [ LU-Friesh].
Bettel-christkind n.: 'als Christkind verkleidetes Mädchen, das sich in der Vorweihnachtszeit in den Häusern beschenken ließ', Beddelchrischkind [Kus (schon 1925 als vergangen angegeben)].
Bettel-fastnacht f.: 'das Einsammeln von Fastnachtsküchelchen und anderen Gaben durch die Dorfarmen am Fastnachtsdienstag', Bellfasenacht [ RO-Dielkch KB-Kriegsf]. Auf dem Heischegang wird das Lied gesungen: Die Pann kracht, die Kichelcher sein geback. Eraus mit, ich steck se in mei Sack. Ich bin der kleine König, geb mer net so wenig, loß mich net so lange steh, [Bd. 1, Sp. 755] denn ich muß noch weirer geh. De Parrer is e braver Mann, er stellt die Lader (Leiter) an die Wand, schneid e Stick Speck ab, siewe Eele (Ellen) lang.
Bettel-frau f.: 'Bettlerin', nur in festen Formen, auch Schimpfwort. Die kummt doher wie e Berrlfraa, von einer schlampigen, schlecht gekleideten Frau [ KU-Bedb], -fräi [ KU-Odb Schmittw/O]. RA.: Die hot e Maul wie e Bellfrää, von einer Geschwätzigen [ LA-Ilbh]. SprW.: Jugend will getobt han, saat die Bettelfraa, do is ehr 's Kind aus der Keez gefall [Hebel 49]. RhWB Rhein. I 658; Bad. I 172.
Bettel-fuhre f.: 'amtlicher Transport kranker Bettelleute von einem Ort zum anderen'. a. 1742: Lemberg, den 18. Dezember 1742 ist ein armer Mann nahmens Diebold Anstaß, so den Tag vorher durch die Bettelfuhr dahin gebracht, gestorben [Luth. Kirchenbuch von Pirmas, 21, S. 121]. Bad. I 172; DWB DWb. I 1727. | |