Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Be-such bis be-tappen (Bd. 1, Sp. 738 bis 739)
 
   Be-such m.:
1. B(e)such mache (han usw.), wie schd. [allg., jüngere Mda.]; in älterer Mda. und bei Auslandspfälzern vielerorts maje gehe s. PfWB maien; doch kann es im Pennsylvanischen auch heißen: uf Bsuch gehe [Buffington-Barba Penns]. Vgl. PfWB besuchen. Zs.: PfWB Anstandsbesuch. RA.: Wann der lacht, kriechen sei Ohre Besuch, von einem Menschen mit breitem Mund [PS-Zesbg, verbr.]. Heit macht der Petrus Bsuch im Himmel, wenn der Himmel im Westen vom Abendrot gefärbt ist, was von Kindern als ein Zeichen für Zuckerbrotbacken gedeutet wird [ GH-Zeisk]. Volksgl.: Heit kommt Besuch, die Katz wäscht sich [ KU-Schmittw/O, allg.]. Als Anzeichen eines zu erwartenden Besuches gilt auch, wenn ein Strohhalm in der Stube liegt, Glut aus dem Ofen fällt, ein herabfallender spitzer Gegenstand im Fußboden stecken bleibt [ KL-Wörsb LU-Opp]. Im Fisch (Zeichen des Fisches) geht mer net uf Bsuch, 's regert (es regnet) immer [Fogel Beliefs Penns Nr. 1273]. —
2.
a. Mer hän heit nowle B. 'einen vornehmen Gast, vornehme Gäste', entsprechend: fremme B., viel B. [ GH-Kand, allg., jüngere Mda.]; in älterer Mda. und bei Auslandspfälzern vielerorts dafür: Gascht, Gäscht, s. PfWB Gast. —
b. Se hot Besuch 'die Menstruation' [ KL-Hirschhn]; in Gal-Obl: Sie hot hości (ukrainisch 'Gäste'); vgl. PfWB Periode. —
3. 'das Aufspüren des Wildes durch den Leithund', weidmännisch, im Kompos. PfWB Besuchknecht. — F.: bəsux und bəsūx [vorn. WPf, selten VPf]; bsux und bsūx [vorn. VPf, selten WPf]; -u- [NPf und nördl. VPf]; -ū- [übrige Pfalz]. — RhWB Rhein. VIII 976; Bad. I 165.
 
  
be-suchen schw.:
1. 'Besuch machen', b(e)suche [allg. jüngere Mda.]; in älterer Mda. dafür maje gehe u. ä., s. PfWB maien; vgl. PfWB Besuch. —
2. die Schule b., wie schd.; dafür meist: in die Schul gehe, s. PfWB gehen. Er hat Schule besucht 'war auf einer höheren Schule' [ ZW-Battw]. — F.: s. PfWB Besuch. — RhWB Rhein. VIII 975/76; Bad. I 165/66.
 
 
Besuch-knecht m.: 'Knecht, der mit dem Leithund auf Besuch (s. PfWB Besuch 3) zieht'. a. 1695: der Förster oder Besuchknecht zu Pirma-

[Bd. 1, Sp. 739]
sens [Luth. Kirchenbuch, Geburtsregister s. 81 u. 83].
 
 
Besuchs-tour f.: Er is uf de Besuchstur (-tūr) 'Er macht die üblichen Antrittsbesuche bei Vorgesetzten, Kollegen und all denen, mit denen er in gesellschaftlichen Verkehr zu treten gedenkt' [Kus].
 
 
be-sudeln schw.: kein Mundartwort; dafür: PfWB versudeln.
 
  
bet Adj.: b. sein.
1. 'das Spiel verloren haben', namentlich von Karten- und Klickerspiel, ein Wort der älteren Gener. Er is bäät [Pirmas, verbr.], esch b. gemacht [LA-Rhodt, verbr.], b. geh [ KU-Bedb]; vgl. PfWB ab (sein). Er is b. wie e Rieb [ KU-Schmittw/O]. —
2. 'kein Geld mehr haben' [ HB-Webh PS-Hengsbg]; 'ermattet sein', auch von Tieren [ LA-Gommh]; 'in großer Verlegenheit, mutlos sein' [GH-Rh'zab Keiler 73]; vgl. PfWB labet. — F.: Nach Angaben der Gewährspersonen meist bäädbd, seltener beetbēd; für die Galizienpfälzer gilt bēd. Aus frz. bête 'Strafeinsatz beim Kartenspiel'. — RhWB Rhein. I 642/43; Saarbr. 22; LothWB Lothr. 39; ElsWB Els. II 112.
 
  
be-tänzeln schw.: 'sehr häufig mit einem und demselben Mädchen tanzen und ihm hofieren'. Er bedänzelt se [ KU-Bedb WD-Niedkch RO-Dielkch LU-Limbghf Opp NW-Frankeck LA-Gommh]. Wann mich als mei Schorsch bedänzelt, der is kerzer angebunn [Kühn Palz 57].
 
 
be-täpeln schw.: 'betasten', bedebele [Schandein Bav. IV 2, 246]; Syn. s. PfWB berühren. — Zu PfWB Tape 'Pfote, plumpe Hand'.
 
 
be-tappeln1 schw.: 'begreifen, verstehen'. Er hat's endlich bedappelt [Zweibr, WPf]; vgl. PfWB bekappen. — Das Grundw. ist als Iterativ zu PfWB tapen 'tasten, greifen' aufzufassen; vgl. PfWB betappenRhWB Rhein. I 1211 dabbeln III; Nass. 73; Küpper II 63 bedappeln; Mainz 25 bedabbele.
 
  
be-tappeln2 schw.: einen b. 'verwirren, übertölpeln'. Loß dich norre net bedappele! [BZ-Dernb, WD-Niedkch Klein Prov. 43], bedeeble [ BZ-Hofstätt]. Syn. s. PfWB betrügen. — Wie PfWB Tappes 'Tölpel' und PfWB tappig 'ungeschickt dumm' zu PfWB tappen 'schwerfällig gehen' gehörend.
 
  
be-tappen schw.: etwas b. 'verstehen, kapieren', bedappe [ KB-Bubh]. — Davon abgeleitet betappeln.1