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Pfälzisches Wörterbuch 
 
be-streichen bis bet (Bd. 1, Sp. 737 bis 739)
 
  be-streichen st.:
1. 'die Innenseite des Inletts mit Wachs u. ä. bestreichen, um das Durchdringen von Flaumfedern zu verhindern'. a. 1597: Item 2 fl. 11 lb. hlr. für 5 Simmern weißmeel zum bestreichen; Item 4 fl. 6 lb. hlr. für wein, fleisch, fisch unndt ein ganß als man bestrichen [Rechnungen des Waisenhauses zum roten Schild in Speyer]. — Davon das Subst. Bestreiche.
2. 'glatt streichen'. Part. Perf. 'gestrichen voll'. a. 1532: vnd soll auch nit men nemen dan vonn eynem malter eynn bestrichen virlingk korns [PfWeist. I 266 (KB-Dreis)]. —
3. etwas b., mit Lehm, Farbe b., Brot b., nicht mundartlich; dafür: PfWB anstreichen, PfWB streichen, PfWB schmieren. — RhWB Rhein. VIII 815; Bad. I 165; Schwäb. I 942.
 
 
be-streiten st.:
1. 'für unrichtig erklären', bestreide, -streire (-draidə, -drairə) [allg.]; vgl. PfWB abstreiten. —
2. Kosten b. = PfWB bezahlen. Die Bauerschfraa bestreit mit'm Buttergeld die Haus-

[Bd. 1, Sp. 738]
halting [ZW-Battw, verbr.]. — RhWB Rhein. VIII 824; Bad. I 165.
 
 
Pest-schlier m.: 'Karbunkel', Peschtschlier [Danner Penns 16]; vgl. PfWB Pestblater.
 
 
be-stußt Adj.:
1. = PfWB verrückt. Er esch bestußt (-dusd) [LA-Herxh, verbr.]. Er war in e Mädche b. 'bis über die Ohren verliebt' [KL-Fischb (Kleeberger)]. —
2. 'einen Rausch haben' [ZW-Krähbg H'einöd KB-Göllh LU-Böhl GH-Zeisk Kühn Hamet 98]. — Zu jidd. Schtus 'Narrheit, Torheit', Wolf Nr. 5692. — RhWB Rhein. VIII 959 bestussen; Bad. I 165.
 
 
Pest-wurzel f.: 'Huflattich (Tussilago farfara)', Pestworzel [RO-Lettw (Wilde 110)]. Bad. I 165 Pestwurz.
 
  
Be-such m.:
1. B(e)such mache (han usw.), wie schd. [allg., jüngere Mda.]; in älterer Mda. und bei Auslandspfälzern vielerorts maje gehe s. PfWB maien; doch kann es im Pennsylvanischen auch heißen: uf Bsuch gehe [Buffington-Barba Penns]. Vgl. PfWB besuchen. Zs.: PfWB Anstandsbesuch. RA.: Wann der lacht, kriechen sei Ohre Besuch, von einem Menschen mit breitem Mund [PS-Zesbg, verbr.]. Heit macht der Petrus Bsuch im Himmel, wenn der Himmel im Westen vom Abendrot gefärbt ist, was von Kindern als ein Zeichen für Zuckerbrotbacken gedeutet wird [ GH-Zeisk]. Volksgl.: Heit kommt Besuch, die Katz wäscht sich [ KU-Schmittw/O, allg.]. Als Anzeichen eines zu erwartenden Besuches gilt auch, wenn ein Strohhalm in der Stube liegt, Glut aus dem Ofen fällt, ein herabfallender spitzer Gegenstand im Fußboden stecken bleibt [ KL-Wörsb LU-Opp]. Im Fisch (Zeichen des Fisches) geht mer net uf Bsuch, 's regert (es regnet) immer [Fogel Beliefs Penns Nr. 1273]. —
2.
a. Mer hän heit nowle B. 'einen vornehmen Gast, vornehme Gäste', entsprechend: fremme B., viel B. [ GH-Kand, allg., jüngere Mda.]; in älterer Mda. und bei Auslandspfälzern vielerorts dafür: Gascht, Gäscht, s. PfWB Gast. —
b. Se hot Besuch 'die Menstruation' [ KL-Hirschhn]; in Gal-Obl: Sie hot hości (ukrainisch 'Gäste'); vgl. PfWB Periode. —
3. 'das Aufspüren des Wildes durch den Leithund', weidmännisch, im Kompos. PfWB Besuchknecht. — F.: bəsux und bəsūx [vorn. WPf, selten VPf]; bsux und bsūx [vorn. VPf, selten WPf]; -u- [NPf und nördl. VPf]; -ū- [übrige Pfalz]. — RhWB Rhein. VIII 976; Bad. I 165.
 
  
be-suchen schw.:
1. 'Besuch machen', b(e)suche [allg. jüngere Mda.]; in älterer Mda. dafür maje gehe u. ä., s. PfWB maien; vgl. PfWB Besuch. —
2. die Schule b., wie schd.; dafür meist: in die Schul gehe, s. PfWB gehen. Er hat Schule besucht 'war auf einer höheren Schule' [ ZW-Battw]. — F.: s. PfWB Besuch. — RhWB Rhein. VIII 975/76; Bad. I 165/66.
 
 
Besuch-knecht m.: 'Knecht, der mit dem Leithund auf Besuch (s. PfWB Besuch 3) zieht'. a. 1695: der Förster oder Besuchknecht zu Pirma-

[Bd. 1, Sp. 739]
sens [Luth. Kirchenbuch, Geburtsregister s. 81 u. 83].
 
 
Besuchs-tour f.: Er is uf de Besuchstur (-tūr) 'Er macht die üblichen Antrittsbesuche bei Vorgesetzten, Kollegen und all denen, mit denen er in gesellschaftlichen Verkehr zu treten gedenkt' [Kus].
 
 
be-sudeln schw.: kein Mundartwort; dafür: PfWB versudeln.
 
  
bet Adj.: b. sein.
1. 'das Spiel verloren haben', namentlich von Karten- und Klickerspiel, ein Wort der älteren Gener. Er is bäät [Pirmas, verbr.], esch b. gemacht [LA-Rhodt, verbr.], b. geh [ KU-Bedb]; vgl. PfWB ab (sein). Er is b. wie e Rieb [ KU-Schmittw/O]. —
2. 'kein Geld mehr haben' [ HB-Webh PS-Hengsbg]; 'ermattet sein', auch von Tieren [ LA-Gommh]; 'in großer Verlegenheit, mutlos sein' [GH-Rh'zab Keiler 73]; vgl. PfWB labet. — F.: Nach Angaben der Gewährspersonen meist bäädbd, seltener beetbēd; für die Galizienpfälzer gilt bēd. Aus frz. bête 'Strafeinsatz beim Kartenspiel'. — RhWB Rhein. I 642/43; Saarbr. 22; LothWB Lothr. 39; ElsWB Els. II 112.