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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Besem-reis bis Besen-schneiden (Bd. 1, Sp. 729 bis 730)
 
Besem-reis, n.
Besem-reisig, n.
Besem-stecken, m.
Besem-stiel, m.
Besem-storzen, m.
Besem-stumpfen, m.
Besem-tanz, m.
Besen-hecke, f.
Besen-heide, f.
Besen-michel, m.
Besen-schneiden, n.
Besen-wurf, m.
be-sessen, Adj.
be-setzen, schw.
be-siegeln, schw.
be-singen, st.
be-sinnen, st.
Be-sinnung, f.
be-sitzen, st.
Be-sitzer, m.
be-soffen
besold, Adj.
be-sonders
be-sonnen, Adj.
be-sorgen, schw.
be-spötteln, schw.
be-sprähen, schw.
be-sprechen, st.
be-spreuen, schw.
be-springen, st.
be-spritzen, schw.
pessen
besser
besser-guckig, Adj.
bessern, schw.
Besserung, f.
Besserungs-säckchen, n.
pessig
Peßkopf
best
Pest, f.
Be-stand, m.
Bestand-brief, m.
Be-ständer, m.
be-ständert, Adj.
Bestand-gut, n.
be-ständig
be-stätigen, schw.
be-statten, schw.
Pest-blater, f.
Beste-birne, f.
be-stechen, st.
be-stecken, schw.
be-stehen, st.
be-steigen, st.
be-stellen, schw.
pest-haft, Adj.
Best-haupt, n.
bestialisch, Adj.
Be-stich, m.
Bestie
be-stieben, st.?
be-stiften, schw.
Pestilenz
be-stimmen, schw.
be-stimmt
Best-milch
be-strafen, schw.
Be-streiche, f.
be-streichen, st.
be-streiten, st.
Pest-schlier, m.
be-stußt, Adj.
Pest-wurzel, f.
Be-such, m.
be-suchen, schw.
Besuch-knecht, m.
Besuchs-tour, f.
be-sudeln, schw.
bet, Adj.
be-tänzeln, schw.
be-täpeln, schw.
be-tappeln, schw.
be-tappeln, schw.
be-tappen, schw.
be-täppt, Adj.
be-täuben, schw.
Bet-bruder, m.
Bet-buch, n.
Bete, f.
Bete-buch
bete-frei, Adj.
Bete-geld, n.
be-teidigen
be-teiligen, schw.
Bete-korn, n.
Betel
Bete-leger, m.
beten, schw.
Betens-zeit, f.
   Besem-reis n.: gew. im Pl. 'Reiser zur Herstellung von Besen' (Birken- oder Ginsterreisig), Besemreiser [WPf]; Bessem-, Besse-, Bese- [VPf]. D' Wingert waren do gschdanne wie Bessemreiser (nach einem Hagelwetter 1915) [ LA-Roschb]. RA.: Der schreibt wie met B., von krakeliger Schrift [ RO-Obd]. VR.: Kathrineliß, geh mit mer in die Hasselniß! Die Hasselniß sin noch net zeitig. Geh mit mer in die Besemreisig! Die Besemreiser sein noch net bloo. Geh mit mer in das Hawerstroh, Das Hawerstroh is noch net weiß. Geh mit mer in das Paradeis! [F. Heeger in Feierowend 1950 Nr. 8]. a. 1464: Besemryser [LibSecrM]. a. 1751: Bindreidel, Bohnestecken, besenreißer, Gartenseil und dergleichen sollen (wegen des einreißenden Holtz-Mangels) gäntzlich verbotten sein [Zweibr. I 671 (HB-Altstdt)]. RhWB Rhein. I 629; LothWB Lothr. 39; ElsWB Els. II 286; Bad. I 160.
 
 
Besem-reisig n.: 'Besenreiserstrauch', Besemreisich, s. den VR. bei Besemreis.
 
 
Besem-stecken m.: 'Besenstiel'. Volksgl.: En Hex schritt net iwern Besemstecke [Fogel Beliefs Penns Nr. 640]. RhWB Rhein. I 629.
 
  
Besem-stiel m.: wie schd., Besem-, Bessem-, Bese-, Bessestiel, -steel [allg.]. RA.: Ich han aach gemeent, de Himmel det voll Baßgeie hänge, un wie se erunnerkumm sin, waren's lauter Beesemsteel [ KU-Hinzw]. Volksgl.: Stell der Besemstiel in die Dir, noo kumme ken Hexe ins Haus [Fogel Beliefs Penns Nr. 634]. VR.: Wann mei Fraa net folje will, dann weeß ich, was ich du, ich steck se in de Hawwersack un binn'ne owwe zu. Wann se kreischt: Liewer Mann, liewer Mann, mach uff! Dann nemm ich noch de Besemstiel un schlaa vun owwe druf [verbr. Gal, ähnl. Kaislt]. RhWB Rhein. I 629/30; LothWB Lothr. 39; ElsWB Els. II 592; Bad. I 160.
 
 
Besem-storzen m.: = Besenstumpfen. Do reiten se (die Hexen) uf alte, korze un abgebrauchte Besemstorze [Münch Weltgesch. 97]. ElsWB Els. II 615.
 
  
Besem-stumpfen m.: 'abgekehrter Besen', Besemstumbe (-dumbə) [ KU-Schmittw/O]. Rhein. I 630.
 
 
Besem-tanz m.: Tanzart, Besemdanz [verbr.

[Bd. 1, Sp. 730]
Gal, s. auch Sunndag vom 14. 9. 1958]. Zu den paarweise angetretenen Tänzern gehört zusätzlich ein Tänzer mit dem Besen als Tanzpartner. Auf ein gegebenes Zeichen müssen die Tanzpaare ihre Partner austauschen. Diese Gelegenheit nutzt der Besentänzer, um sich eine Tänzerin zu erhaschen. Der dann ohne neue Tänzerin verbleibende Tänzer muß bis zum nächsten Partnertausch mit dem freigebliebenen Besen vorliebnehmen.
 
  
Besen-hecke f.: 'Ginster (Sarothamnus scoparius)', Besehecke (Pl.) [ BZ-Blankbn]. Syn. s. PfWB Brimme.
 
  
Besen-heide f.: 'Ginster (Sarothamnus scoparius)', Bäsehääd [ BZ-Rohrb]; Syn. s. PfWB Brimme. RhWB Rhein. I 628 (andere Bed.).
 
  
Besen-michel m.: = PfWB Pelznickel, Besemichel [ BZ-Gräfhs].
 
 
Besen-schneiden n.: 'das Schneiden von Besenreisern', Beseschneire [KU-Altkch um 1900]. — Das B. wurde noch um 1900 als eine Art Fest mit reichlichem Schnapsgenuß gefeiert, wobei die jungen Leute vielfach einander (bes. die Mädchen) auf dem Boden im Ginster wälzten.