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Pfälzisches Wörterbuch 
 
be-scheißen bis Beschlag-bock (Bd. 1, Sp. 719 bis 721)
 
be-scheißen, st.
Bescher-abend, m.
Bescherchens-abend, m.
be-scheren, schw.
Be-scherung, f.
be-schickert, Adj.
be-schimpfen, schw.
Be-schiß, m.
Be-schisser, m.
be-schissig, Adj.
Be-schlag, m. n. n. n.
Be-schläge, m. n. n. n.
Be-schlägs, m. n. n. n.
Be-schlähts, m. n. n. n.
Beschlag-bock, m.
be-schlagen, st.
Be-schlägs
Be-schlähts
be-schließen, st.
be-schließig, Adj.
Be-schluß, m.
be-schmieren, schw.
be-schmort, Adj.
be-schmuggeln, schw.
be-schmusen, schw.
be-schmutzen, schw.
be-schneiden, st.
be-schnuckt, Adj.
be-schnussen, schw.
be-schokert, Adj.
be-schoßt, Adj.
be-schränkt, Adj.
be-schrauen, st.
Beschrau-kraut, n.
be-schreiben, st.
be-schreien, st.
be-schuhen, schw.
be-schummeln, schw.
be-schusselt, Adj.
be-schütten, schw.
Be-schwerde, f.
be-schweren, schw.
be-schwerlich, Adv.
Be-schwerung, f.
be-schwichtigen, schw.
be-schwindeln, schw.
be-schwipst, Adj.
be-schwören, st.
be-sehen, st.
be-seibeln, schw.
be-seichen, schw.
Besem, m.
Besen, m.
Besem-binder, m.
Besen-binder, m.
besemen, schw.
besen, schw.
Besem-ginster, m.
Besem-hexe, f.
besemig, Adj.
Besem-kraut, n.
Besem-litze, f.
Besem-brimmen, Pl.
Besem-reis, n.
Besem-reisig, n.
Besem-stecken, m.
Besem-stiel, m.
Besem-storzen, m.
Besem-stumpfen, m.
Besem-tanz, m.
Besen-hecke, f.
Besen-heide, f.
Besen-michel, m.
Besen-schneiden, n.
Besen-wurf, m.
be-sessen, Adj.
be-setzen, schw.
be-siegeln, schw.
be-singen, st.
be-sinnen, st.
Be-sinnung, f.
be-sitzen, st.
Be-sitzer, m.
be-soffen
besold, Adj.
be-sonders
be-sonnen, Adj.
be-sorgen, schw.
be-spötteln, schw.
be-sprähen, schw.
be-sprechen, st.
be-spreuen, schw.
be-springen, st.
be-spritzen, schw.
pessen
besser
besser-guckig, Adj.
bessern, schw.
Besserung, f.
Besserungs-säckchen, n.
   be-scheißen st.: = PfWB betrügen, derb, umgspr., bescheiße (bəaisə, -aizə) [WPf nördl. VPf], bscheiße [mittl. u. südl. VPf], beschisse [lothr. SWPf]; vgl. PfWB Beschiß 3. Mit Trauben, die kleine Beeren haben, isch mer bschisse [ NW-Hamb Neustdt]. Do bischde schään beschisse worre [ NW-Freinsh, allg.]. Weil jeder doch so ehrlich waar. Do hot eem niemand bschisse [Birmelin

[Bd. 1, Sp. 720]
Penns Gezw. 147]. Den Galizienpfälzern unbekannt. — F.: Part. Perf.: bəis [mittl. u. südl. VPf], bəes [nördl. WPf NPf], bəisə [nördl. u. mittl. VPf], bəesə [südl. VPf]. — RhWB Rhein. VII 1020/21; LothWB Lothr. 38; Bad. I 156.
 
  
Bescher-, Bescherchens-abendm.: 'Abend vor dem ersten Weihnachtstag', Bescherowend (-owed usw., s. PfWB Abend) [allg.], Bescherchesowend [ PS-H'einöd]. Das Wort gehört mehr dem passiven als dem aktiven Wortschatz an.
 
  
be-scheren schw.: 'schenken', bes. 'zu Weihnachten schenken', beschere (bəērə) [ KU-Dietschw Kaulb Rothsbg KL-Lind]. Loß der was Schäänes beschere! [ LU-Neuhf]. Die scheene Sache, wo die brave Kinnercher vum Chrischkindche beschehrd kriehn [PfPr. 21. 12. 1932]. »Lieb Chrischtkindche«, so schreibt 's Teresche, »bescher mr nor e Bobbescheesche« [Kühn Palz 43]. Vielerorts ist das Wort nicht gebräuchlich und wird daher umschrieben, z. B.: War bei eich 's Chreschkinnche schun do? Es 's Chreschkinnche gut ausgefalle? [KU-Kaulb, verbr.]. Früher wurde allg. am ersten Weihnachtstag beschert. Nach der Bescherung im Elternhaus gingen die Kinder zu ihren Paten und holten sich bei ihnen ihr Chrischkinnche ab. In den letzten Jahrzehnten wurde es mehr und mehr Brauch, am Christabend zu bescheren; vgl. PfWB Bescherabend. SprW.: Des Knöchelche, wo ehm beschert is, draht ehm ken Hund fort [NPf, PS-Erfw LA-Gommh].
 
  
Be-scherung f.:
1. 'Weihnachtsbescherung', Bescherung [ FR-Bockh LU-Alsh GH-Büchbg]. Das Wort ist meistenorts nicht gebräuchlich und wird umschrieben, vgl. PfWB bescheren. —
2. 'unerfreulicher Zustand, Malheur', ironisch. Do hammer die Bescherung! [VPf, allg.].
 
 
be-schickert Adj.: 'angeheitert', b(e)schickert [KU-Albess PS-Leim Pirmas (»untere soziologische Schichten«, Otterstetter 205) KB-Harxh FR-Carlsbg Wilms 65], bescheckert (bəegərd) [WPf NPf]; häufiger: schicker. Zu jidd. schikker 'betrunken'. — RhWB Rhein. VII 1093; Bad. I 156.
 
 
be-schimpfen schw.: 'Schimpf zufügen'. a. 1787: Wan ein Pursch in einem wirts Haus trinkt, soll er sich nicht übermäßig foll saufen, damit er die gesellschaft nicht beschimbt [NPfGV 1912, S. 79 (KB-Kriegsf)]. In lebender Mundart ungebräuchlich; vgl. PfWB verschänden.
 
  
Be-schiß m.:
1. 'Unrat der Insekten', Beschiß, -scheß [WPf], Bschiß, Bscheß [VPf]. Der B. der Raupen auf Kohlblättern »ist nach der Meinung des Volkes giftig und erzeugt auf der Haut Entzündungen« (Heeger Tiere II 16). —
2. 'Oidium', Traubenkrankheit [Wilde 192], 'Meltau' [ LA-Venn.] —
3. 'Betrug', vgl. PfWB bescheißen; B. treiwe 'betrügen' [verbr.]. RA.: De B. find sich 'Der Betrug stellt sich heraus' [ KU-Schmittw/O].

[Bd. 1, Sp. 721]
B. kummt uf de Disch, dass., bes. beim Kartenspiel gebraucht [KL-Ottbg, verbr.]. — RhWB Rhein. VII 1155/56; Bad. I 157.
 
 
Be-schisser m.: 'Betrüger', Beschisser [KU-Schmittw/O Lambert Penns 27]. LothWB Lothr. 38; Bad. I 157.
 
 
be-schissig Adj.: 'durch Insekten verunreinigt', bes. von Krautpflanzen, bschissich [verbr. VPf].
 
  
Be-schlag m., -schläge n., -schlägs n., -schlähts n.:
1. 'Metallbeschlag an Geräten und Möbeln', Beschlag (-lg) [verbr. NPf], -schlach (-lāx) [verbr. SPf], -schläg (-lg) [ LU-Friesh], -schläch (-lχ) [ PS-Schmalbg], -schlääe (-lə) [RO-Sippf KL-Fischb], -schlägs (-lēgs) [ Don Gal], -schlähts (-lds) [KU-Kaulb Roßb Klein Wag. 105]. —
2. übertr. in Beschlag nehmen, wie schd. Er hat's in Beschlaa genumm [Kaislt, verbr.]. Er hot's im Beschleez, dass. [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er hot'n in Beschlääz genumm 'hat ihn zur Rede gestellt' [ RO-Messbhf]. — Die Formen Beschlägs und Beschlähts sind erstarrte Genitive (wie PfWB Gefährts, PfWB Dings, Zeugs u. ä.). Beschlähts geht auf das gleichbedeutende, bei uns nicht mehr vorkommende, im Schweizerischen aber reich bezeugte Beschlächt zurück (vgl. Schweiz. IX 29). Der Ausfall von ch in diesem Wort läßt sich in den von Th. Frings in den »Kulturströmungen und Kulturprovinzen in den Rheinlanden« (Bonn 1926), S. 162 ff. behandelten rheinischen Schwund von t vor ch eingliedern, und dies um so mehr, da die Form Beschlähts nur im westlichen Teil der WPf vorkommt, also in unmittelbarer Nähe des südlichen Bereichs des Verbreitungsgebietes dieser Erscheinung. Vgl. auch Christmann »ch-Schwund vor t im Rheinfränkischen und Südfränkischen (ōchdm 'Atem')« in ZfMf., 11. Jg. (1935), 235 ff. — RhWB Rhein. VII 1218; Bad. I 157.
 
  
Beschlag-bock m.: 'Holzgestell beim Schmied zum Abraspeln der Hufe beim Beschlagen des Pferdes', Beschlachbock [ BZ-Albw].