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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Bellen-baum bis Bello (Bd. 1, Sp. 688 bis 689)
 
   Bellen-baum m.: 'Pappel (Populus nigra u. alba)', vgl. PfWB Belle; Bellebaam, -boom, -bääm [verbr., vorn. nördl. VPf u. südl. WPf, zur Lautform des Grundwortes s. PfWB Baum], Bellebaam [ KL-Fischb FR-Beindh Flomh]; bei den Galizienpfälzern allg. für 'Pappel' gebräuchlich, Lautform zumeist Belleboom, selten -baam. Volksbr.: Einer Verstorbenen von schlechtem Ruf soll man einen Bellenbaum auf das Grab pflanzen [Umg. Land]. VR.: Dort unne, dort owe, wu der Belleboom steht, wu er in's Huwers Hof neisieht: dort laaft die Marie mit schnellem Mut und steckt ehrem Ludwig e Strauß an de Hut [ Gal-Obl]. — RhWB Rhein. I 609; Saarbr. 23; LothWB Lothr. 34; ElsWB Els. II 43; Bad. I 144.
 
 
Bellen-garten m.: 'mit Pappeln (Bellen) bestandener Garten'. a. 1555: durch das bruckell in die Böllen gerten [PfWeist. I 381 (NW-Ellstdt)]. a. 1756: Bellengärthel [GGA 746e (LA-Gommh)].
 
 
Bellen-laub n.: s. das Zitat bei Belle.
 
 
Bellen-markt m.: 'Markt an der Ruine der Beller Kirche bei Eckelsheim Kr. Alzey', Bellemark. Die ehemalige Kirche stand auf der schon 1504 belegten Flur »an den Bellen«. Der Markt fand 1902 letztmals statt. Am Tag Mariä Geburt besuchten auch die Bewohner des unteren Appeltales (NPf) alljährlich den B. [Wilde Nachträge]; vgl. auch das im Kröner-Verlag

[Bd. 1, Sp. 689]
erschienene Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Bd. V Rheinland-Pfalz und Saarland, S. 31.
 
 
Beller m.: 'Hamster', Beller [ Gal-Josbg] ist wohl zu PfWB Bettler 2 zu ziehen; vgl. auch PfWB Bettelmann 3.
 
 
Bellerchen s. PfWB Biller; bellern 'verhauen' s. PfWB bällern.
 
  
Bell-heim ON: Bellem (bęləm), s. Christmann SN 42. RA.: hin wie de Bellemer Herbscht 'wie die Bellheimer Weinernte' [JKurpf. 1934, 30]. Zur Erklärung: Die Bellheimer Weinlage am Gollenberg ist durch Fröste besonders gefährdet. — Bellemer Äch, Uzname auf die Bellheimer, da sie äch für auch sagen. Abwandlung des bei auch aufgeführten Uzverses: Bellemer Äch, Äch, Äch, reiren (reiten) uf de Kucheblech, reiren uf de Dut (Tüte), du bischt en Bellemer Jud [ LA-Nußd].
 
 
Belliselchen n.: 'Gänseblümchen (Bellis perennis)', Bellisselche [Branchweilerhof bei Neustdt (Wilde 66)]. Der lat. Name hat hier die doppelte Verkleinerungssilbe der westl. VPf erhalten; vgl. K. 27. Syn. s. PfWB Maßliebchen.
 
 
Bell-maul s. PfWB Bällmaul.
 
  
Bello m.:
1. Hundename, Bello (bęlo) [allg.]. RA.: de Bello mache (spiele), 'denjenigen abgeben, der andere abschreckt, ihnen Furcht einjagt' [ KU-Kaulb]. —
2. 'Dreschflegelkülben mit Loch, jedoch ohne Kappe' [ BZ-Albw]. —
3. 'Keuchhusten' [ HB-Lu'thal]. — RhWB Rhein. I 612; Bad. I 144.