| Pfälzisches Wörterbuch | ![]() | ||
Beiß-zange bis peitschen (Bd. 1, Sp. 678 bis 682) | |||
Beiß-zange, f. bei-stehen, st. bei-stellen, schw. Bei-strich, m. beiten, schw. Bei-trag, m. bei-tragen, st. bei-treten, st. Peitsche, f. peitscheln, schw. peitschen, schw. Peitschen-häklein, n. Peitschen-hängel, m. Peitschen-riemen, m. Peitschen-stecken, m. Peitschen-stiel, m. Peitschen-stock, m. Peitschenstock-kraut, n. Bei-vormünder, m. Bei-wesen, n. bei-wesend, Adv. bei-zackern, schw. Beize, f. Beize, f. bei-zeit, Adv. bei-zeiten, Adv. beizen, schw. bei-ziehen, st. Bei-zügel, m. be-jazen, schw. be-jusen, schw. be-kannt, Adj. Be-kanntschaft, f. be-kappen, schw. be-kärmen, schw. be-karmsen, schw. be-kärmsen, schw. Be-kehrde, f. be-kehren, schw. peken be-kennen, schw. Peker pekerig be-klagen, schw. be-kohlen, schw. be-kommen, st. be-kömmlich, Adj. be-komplimentieren, schw. be-köpfen, schw. be-koren, schw. be-köstigen, schw. be-kräcksen, schw. be-krönen, schw. be-kröpfen, schw. peksieren, schw. be-kümmeln, schw. be-kümmern, schw. be-kuren, schw. be-kürzen, schw. be-kustern, schw. be-laden, st. Be-lag, m. be-lämmert, Adj. Be-lang, m. be-langen, schw. be-langs, Adv. Pelargonie, f. Bele be-ledern, schw. be-legen, schw. be-lehren, schw. be-leibt, Adj. be-leidigen, schw. Be-leidigung, f. be-lemmert Pelerine, f. belfern, schw. Belfort belfzen, schw. Belgier, m. Belgrad be-lieben, schw. be-liebt, Adj. Bella, f. Bell-arsch Bellart, m. Belle, f. bellen, schw. bellen, Adj. Bellen-baum, m. Bellen-garten, m. Bellen-laub, n. Bellen-markt, m. Beller, m. Bellerchen bellern Bell-heim, ON Belliselchen, n. Bell-maul Bello, m. | 1. 'Kneifzange', Beißzang (baisdsaŋ, -dsḁŋ) [allg.]. RA.: Das is enner, wu die Hosse mit de Beiszang aanzieht, von einem einfältigen, umständlichen Menschen [Kaislt, LU-Friesh verbr. Don]. Volksmed.: Ein Schmied im Holzland (zwischen Trippstadt u. Waldfischbach) behandelte Mumps in folgender Weise: Er hielt die glühende Zange dicht an das Ohr des kranken Kindes und sagte ein derbes Sprüchlein: Hoscht' die Ohreklamm, nemm ich die Beißzang. Kummscht' devan, so kummscht devan. Verreckscht, so licht mer ah nix dran [F. Heeger in Feierowend 1952, Nr. 11, S. 4]. a. 1793: ein Beiszang [SSp, von der Leyen Fasz. 100 (BZ-Wernbg)]. — 2. 'zänkisches Weib' [allg.]. — RhWB Rhein. I 607; LothWB Lothr. 46; ElsWB Els. II 908; Bad. I 141. [Bd. 1, Sp. 679] ![]() [Bd. 1, Sp. 681] 1. 'Komma', Beistrich (-driχ) [verbr., jedoch viel seltener als Komma]. Im KR.: Strichel, Strichel, Beistrich, Strich, fertich is das Angesicht ... [ LA-Frankw]. — 2. 'nach unten spitz auslaufender Backenbart' [ LU-Neuhf]. — RhWB Rhein. VIII 832 and. Bed.; Bad. I 141. 1. 'herbeitragen, heranbringen'. Ich muß jo alles beitraae, daß eich die hungriche Meiler gestoppt werre [FR-Bockh, verbr.]; vgl. PfWB beischaffen, PfWB -schleifen. — 2. 'helfen, mitwirken'; vgl. PfWB Beitrag. Zum gure Werk b., nach dem Schd. [BZ-Dernb, verbr.]. — RhWB Rhein. VIII 1273. 1. wie schd., Beitsch (s. F.), zur Verbr. s. K. 31. Vielerorts erscheint P. neben dem älteren Wort Geißel (Gääschel, Gaaschel u. ä.); P. bezeichnet dann zumeist das im Laden gekaufte, G. das selbstgemachte Gerät. In BZ-Lug wird die P. des Landmannes Gääschdel, die Spielpeitsche des Kindes hingegen Beitsch genannt. Mancherorts kennt man das Wort nur in Zs., wie z. B. Hunds-, Knottel-, Reit-, Schäsenpeitsche. Den Unterschied zwischen städtischem und ländlichem Gebrauch beleuchtet Otterstetter S. 182: »Während sich die Stadtmda. mit baid (Peitsche) an die nhd. Gemeinsprache anschließt und sich damit in Gegensatz zum westpfälzischen Sprachraum stellt, ist in der Landmda. allein gl (Geißel), der bodenständige Mda.-Ausdruck, üblich. Einige städtische Sprecher in bestimmten soziol. Gruppen geben ländlichem Einfluß Raum, indem sie gl mit der Sache übernehmen.« Die Pfälzer in Galizien bezeichnen jede Art von P. mit dem Wort Beitsch; Lambert Penns führt beide Wörter auf (s. d. 25 u. 61). Zs.: PfWB Acker-, PfWB Bogen-, PfWB Tänzer-, PfWB Eschen-, PfWB Fahr-, PfWB Fuhrmanns-, PfWB Holz-, PfWB Kuh-, PfWB Reiter-, PfWB Rohr-, PfWB Schäfer-, PfWB Stahl-, PfWB Wagenpeitsche. — RA.: Die Zeit vergeht wie mit der B. geknallt [ Gal-Dornf]; nasses Wetter ist Weððer for die Beitsche (weil man dann die Pferde stärker antreiben muß) [ Gal-Dornf Buch-Onufry]. Er hot die B. in de Hand 'ist Herr im Haus' [ LU-Alsh]. SprW.: Wer die B. in de Hand hot, der kläppert 'knallt — regiert' [Bergz u. Umg.], Hawwere (mit Hafer füttern) esch die bescht B. [ BZ-Dierb]. VR.: Kann net bolisch, kann net deitsch. Kummt die Mutter mit der Beitsch, kummt der Vatter hinnedrin, schlaat mer alle Rippe in [allg. Gal]. — 2. 'Haselrute' [Bd. 1, Sp. 682] [ KU-Bedb Kaulb Jettb]. Zs.: PfWB Hasel(nuß)peitsche. — F.: fast allg. baid; mittl. VPf: bḁid. Lagarrigue gibt für Neustadt pḁid an. — RhWB Rhein. VI 603; Bad. I 141.
| ||
| © 2002—2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ![]() | ||