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Pfälzisches Wörterbuch 
 
bei-lingen bis Beinders-heim (Bd. 1, Sp. 668 bis 673)
 
bei-lingen, Adv.
beilings, Adv.
bei-machen, schw.
Bein, n.
Pein, f.
bei-nahe, Adv.
Bein-brech, m.
Bein-bruch, m.
beincheln, schw.
Beinches-knopf, m.
Beinders-heim, ON
beinen, Adj.
beinern, Adj.
Bein-haus, n.
Bein-heil, n.
bei-nicken, schw.
beinig
peinigen, schw.
peinlich, Adj.
Bein-nickel, m.
Bein-pfetzer, m.
Beins, m.
Bein-schiene, f.
Bein-schindel, f.
bein-seichen, schw.
bei-rechen, schw.
bei-rufen, st.
Beis
bei-säen, schw.
bei-sammen, Adv.
Bei-sasse, m.
bei-schaffen, schw.
Bei-schar, f.
bei-scheißen, st.
Bei-schlag, m.
bei-schlagen, st.
bei-schleifen, schw.
Bei-sein, n.
bei-seite, Adv.
Bei-spiel, n.
bei-springen, st.
Bei-sprung, m.
Beißel, m.
beißen, st.
Beißer, m.
Beiß-hänneschen, n.
Beiß-knollen, m.
Beiß-korb, m.
Beiß-zange, f.
bei-stehen, st.
bei-stellen, schw.
Bei-strich, m.
beiten, schw.
Bei-trag, m.
bei-tragen, st.
bei-treten, st.
Peitsche, f.
peitscheln, schw.
peitschen, schw.
Peitschen-häklein, n.
Peitschen-hängel, m.
Peitschen-riemen, m.
Peitschen-stecken, m.
Peitschen-stiel, m.
Peitschen-stock, m.
Peitschenstock-kraut, n.
Bei-vormünder, m.
Bei-wesen, n.
bei-wesend, Adv.
bei-zackern, schw.
Beize, f.
Beize, f.
bei-zeit, Adv.
bei-zeiten, Adv.
beizen, schw.
bei-ziehen, st.
Bei-zügel, m.
be-jazen, schw.
be-jusen, schw.
be-kannt, Adj.
Be-kanntschaft, f.
be-kappen, schw.
be-kärmen, schw.
be-karmsen, schw.
be-kärmsen, schw.
Be-kehrde, f.
be-kehren, schw.
peken
be-kennen, schw.
Peker
pekerig
be-klagen, schw.
be-kohlen, schw.
be-kommen, st.
be-kömmlich, Adj.
be-komplimentieren, schw.
be-köpfen, schw.
be-koren, schw.
be-köstigen, schw.
be-kräcksen, schw.
   bei-lingen Adv.:
1. De Gaul geht vorne beilinge (bailiŋe) in die Häich 'geht vorn mit beiden Beinen (eigentl. mit beieinander gehaltenen Beinen) in die Höhe, bäumt sich auf' [ BZ-Dernb]; en beilinge ufhewe 'an beiden Füßen emporheben' [Spey (PfId. 19)]; dafür meist PfWB börlingen, PfWB gleichlingen. Auch mit attr. Gebrauch des Adverbs: mit beilinge Fiß ins Bett springe [Spey (ebd.)]. —
2. 'fast, beinahe', beilinge [ KU-Etschbg Dittw]. — Schwäb. I 798/99 beilich (beiling).

 


Aus den Nachträgen
 
  
beilings Adv.: 'geradewegs, senkrecht, mit beiden Beinen in die Höhe', beilings [ PS-Hermbg LA-Bornh Nd'hochstdt BZ-Dernb]; vgl. PfWB beilingen, PfWB börlingen; in Anlehnung an pfeilig, pfeilrecht auch: peilings [ ZW-Battw Gr'bundb KL-Siegb]. De Gaul esch beilings in d' Häich (Höhe) [ LA-Nd'hochstdt].


 
  bei-machen schw.:
1. 's Esse ('s Gemis, die Grumbeere) beimache 'zum Kochen auf den Herd stellen' [allg.]; vgl. PfWB beistellen. —
2. die Deer (Türe) b. 'nicht ganz schließen, nur anlehnen' [allg.]. Hu, Vatter, g'schwind mach's Fenschter bei, sunscht löscht d'r Wind die Ampel [Firmenich II 18]. —
3. sich b. 'herbeikommen'. Haschde dich aa mol werrer beigemacht, als Gruß nach längerer Abwesenheit [ZW-Stamb, verbr. WPf]. — RhWB Rhein. V 681.
 
  
Bein n.:
1. 'Knochen'. De Kamm es vun Baan 'ist beinern' [ KB-Albish]. Diese Bedeutung erscheint sonst nur noch in festen Prägungen. RA.: Hals un Baa breche [ KU-Rothsbg, allg.]. a. 1567: ein carstvogt ... über hals und bein 'über Leben und Tod' [PfWeist. I 70 (KL-Baalbn)]. a. 1569: unsere ... oberste Gerichtsherren ... über Hals und Bein [Weist. von Heimkirchen (Prot-KArch.)]. Das geht aam dorch Mark un Baan [ FR-Bockh, allg.]; e Kält, daß Stään un Bään zammefreere [ ZW-Gr'bundb, allg.]. VR.: Äne, däne, Dore, die Geiß geht im Kore, der Hirt leit im Loch, hat Hals oun Bään gebroch [ WD-Niedkch]. Volksbrauch: Wenn Kinder die Milchzähne verlieren, werden diese unter die Bettlade geworfen, wobei man sagt: Mäusel, Mäusel, da hab ich ään Bäänl, gib mer ään Zähnl [ PS-Erfw FR-Lambsh BZ-Mühlhf]. S. auch bei Maikäfer. Zs.: PfWB Eis-, PfWB Elfen-, Kinn-,

[Bd. 1, Sp. 669]
PfWB Schien-, PfWB Steiß-, PfWB Zungenbein.
2. 'untere Gliedmaßen beim Menschen, vordere und hintere Gliedmaßen des Tieres'. 's Been dut mer weh [westl. WPf, allg.]. Er hot sich 's Baan gebroch [NPf, allg.]. Ich schlaa der die Been am Aasch ab, Drohung gegenüber einem Kind, das sich zu weit entfernt hat [ZW-Stamb, allg.]. Die Bäin gihn noch 'tun noch ihren Dienst' [ KU-Schmittw/O, KB-Gauh]. Spöttisch von Beinen: Hääse s. Hächsen, Lääf s. Läufe. Dicke Beine bezeichnet man scherzhaft als Stempel, B. wie Butterfässer, B. wie e Elefant; lange Beine sind Bee bis uf d'r Bodem [Fogel Prov. Penns. Nr. 104]. Einem Langbeinigen ruft man zu: Mach e Knopp in dein Been! [Hebel 20]. Dünne Beine sind Stecke, Reffestecke, Helzer. Von einem Dünnbeinigen sagt man: Dem schlenkere die Bęin en de Hose wie e Nähtsfarem em Rahmhawe [ WD-Niedkch]. Ulkruf nach der Melodie des Posthorns: Pafie - pafäh - hot die paar Bään! [Kaislt]. Beinschäden: B. wie e Bäcker 'X-Beine' [NW-Frankeck, verbr.]; vgl. Bäckerbein; B. wie e Dachs 'O-Beine' [NPf WD-Niedkch]; vgl. PfWB dachsbeinig; Baan, daß mer e Bierfäßche dedorch scheiwele kann [KB-Bennhs, verbr.]; Bään wie Wagelääf (gebogener Lauf der Wiege) [ PS-Erfw]. Sie hot's in de B. 'hat eine Beinkrankheit' [allg.]. Zs.: Kinds-, PfWB Manns-, PfWB Weiberbein; PfWB Tanzbein; Hammel-, PfWB Schafs-, PfWB Hinter-, PfWB Vorderbein; Bierfäßchen-, PfWB Dachs-, Fäßchen-, PfWB Haken-, PfWB Lang-, PfWB O-, Reiter-, Roman-, PfWB Säbel-, PfWB Salon-, Schepp-, PfWB Stampfel-, Stekken-, PfWB Stempelbein; PfWB Hickel-, Knapp-, PfWB Schnärr-, PfWB Stinkbein; Gummi-, PfWB Holz-, PfWB Stelz-, Stütz(el)bein. — RA.: Auf die Frage, wie es gehe, wird geantwortet: Immer noch uf zwää Been [ ZW-Hornb, allg.], auch mit Zusätzen, wie z. B. ... wie e Gans, nor net so wacklich [ HB-Kirrbg]. Alles uf de Baan 'in Bewegung, arbeitet kräftig mit' [ FR-Bockh, allg.]. Er macht sich uf die Been 'begibt sich auf den Weg' [ ZW-Ixh, allg.]. Er nemmt de Weg zwische de Bään, dass. [ LU-Friesh]. Wart, ich mach der gleich Bään! [ ZW-Battw, allg.]. Die Bään iwwer de Aarm nemme 'schnell laufen' [ LA-Nußd]; die Bään ufhewe, dass. [ KU-Herschw/Petth]; de Schwanz zwische die Bään nemme 'Reißaus nehmen' [ZW-Bottb, verbr.]. Uf eem Bään geht mer net hääm, scherzhafte Begründung, wenn man noch ein zweites Glas leeren möchte [ KU-Bedb, allg.]. Er lääft sich die Bään am Aarsch ab, 'macht um einer Sache willen viele Wege' [ GH-Hatzbühl, allg.], ... reißt sich kään Bään aus 'strengt sich nicht an' [KB Kerzh, allg.]. Stell dich uf de Kopp un verwunner dich mit de Baan, wenn einer seine Bewunderung übertreibt [ KU-Kaulb]. Er is mit'm linkse Been ufgestann 'ist schlecht gelaunt' [ KU-Diedk, <]. Er ging geern mit 'm große Hund pisse, bringt awwer 's Bään net in die Heh [Kaislt]. Der hot Nodle im Been 'ist verrückt' [ ZW-Bottb]. Der steckt soim Vatter die Bään unner de Disch 'lebt noch im Elternhaus' [NW-Freinsh, verbr.]. Er kummt wirrer uf die Bäin 'wird wieder gesund' [ KU-Schmittw/O, allg.]. Er steht nimmi fescht uf de Bään 'ist hinfällig' [ ZW-Gr'bundb]. Er geht uf de letschde Been 'ist todkrank' [ LA-Nd'hochstdt], steht mit äm B. im Grab, hot die B. gestreckt, dass. [verbr.]. Der bringt nix uf die Bee [GH-Schwegh, verbr.]; aam uf die Baan helfe [ FR-Bockh, allg.]. a. (o. D.): soll ihm die gemein ein behaußung uf die bein stellen [PfWeist. I 385 (NW-Elmst)]. Reiß mer 's Baan aus, daß ich lache muß [ KU-Hefw, BZ-Dierb]. Das is besser wie e Been gebroch [verbr. Gal Buch Don Rußl]. 's werd schun werre, der Orschel ehr Bään 'Es wird alles wieder gut', scherzh. [Kaislt]. SprW.: Was mer nit im Kopp hot, des muß mer in de Bään han [BZ-Dierb, verbr.]. Wanns em Esel so wuhl eß, gerer ufs Eis un bricht e Baa [RO-Steinb, verbr.]. Die Lüge hen korze Bee un laafe sich glei müd [Daniel Miller, Pennsylvania German Vol. II, Reading 1911]. Morjestunn had Gold im Mund, awwer Blei in de Bään [ LU-Maudach]. Volksgl.: Wammer Reddich steckt, muß mer sage: So lang as mei Aarm, so dick as mein Been [Fogel Beliefs Penns Nr. 954]. Rätsel: 's kummt eppes mit vier Ohre un sechs Bään zum Dor rein (Reiter) [ GH-Zeisk]. 's hängt ebbes an de Wand un streckt die Bään auseinand (Schere) [Hebel 115]. KR.: Stork, Stork, Steene, mit de lange Beene, mit de korze Kniee, Jungfrau Mariee. Hot e Kind gfunne, war in Gold gebunne, flieg übers Bäckerhaus, hol drei Weck raus, mer een, der een un dem annere gar keen [Heeger Tiere 2. T., 23]. Var. s. bei PfWB Bäckerhaus u. Weck. Ame, die Gäß geht im Same, de Bock geht im Gras, kummt de Bauer mit me Stään, werft em Bock zwische die Bään [ LU-Limbghf]. Weitere VR. s. u. PfWB Bauer 1, PfWB Lauterbach u. Wagner.
3. 'Beinähnliches', an Geräten, bes. Tisch, Stuhl, Bank, Windmühle; Zs. PfWB Schank-, PfWB Tischbein usw.; an der Hose, Zs. PfWB Hosenbein. —
4. Mangel am Bän, scherzhafte Verunstaltung von Magnum bonum, einer Kartoffelsorte [Wilde 116]. — F. s. K. 30: n, bn, bān, Penns.: be:. Pl. fast allg. wie Sg.; ZW-Battw.: Sg. bn, Pl. bn; FR-Tiefth: Sg. bē, Pl. bn; SP-Heiligst:. Sg. bn, Pl. bnər; Gal-Obl: Sg. bn, Pl. bn u. bnər; Pl. mit -er auch in manchen VR, z. B. Storch, Storch, Steener, mit de lange Beener. Dim. WPf u. nördl. VPf mit -χə (bnχə usw.), mittl. u. südl. VPf mit -(e)l (bnl); LA-Nd'hochstdt bęχl, Pl. bęχliχ.RhWB Rhein. I 589 ff.; Bad. I 139/40; ElsWB Els. II 51.
 
  
Pein f.:
1. 'Schmerz, Qual, Pein'; ohne Pein einen Zahn ziehen [KU-Herschw/Petth, verbr.];

[Bd. 1, Sp. 671]

[Bd. 1, Sp. 673]
Pein im Kopp 'Kopfweh' [ KU-Welchw]. Er hot großi Poin ausgehalde [ LU-Opp, Gal-Dornf]. Mit deer (dir) hot mer sei Pein [ ZW-Battw]. —
2. Strafe. a. 1425: soll er die ... penen nemen vnd dar an nichts faren laßen [LeinArch]. a. 1555: bey peen vnnd straff funfftzehen pfennig [PfWeist. I 382 (NW-Ellstdt)]. a. 1607 (Abschr. 1710): bei Peen eines Gülden [Kurpf. 16482 Wachenheimer Waldordnung]. — F.: pain [westl. WPf]; pain [mittl. WPf NPf nördl. VPf], poin [südl. VPf]. — RhWB Rhein. VI 598; Bad. I 140; LothWB Lothr. 44 Pin.
 
 
bei-nahe Adv.: wie schd., beinoh (baiˈnō) [allg., jüng. Gener.]; dafür auch PfWB andem, PfWB bald, PfWB fast, PfWB nächst, PfWB schiergar; vgl. Otterstetter 194. RhWB Rhein. VI 57/58; LothWB Lothr. 33; Bad. I 140.
 
 
Bein-brech m.: 'ein vor Kirchhofseingängen liegendes Gitter zur Abschreckung des Wildes'. a. 1550: hen mir geben Jock Kreutzen von zwen benbrechen zu machen zu sanct Ulrich [Wenz 291]. a. 16. Jh.: düren vnd die beinbrech soll die gemeind zu Bettenberg in baw halten [PfWeist. I 79 (FR-Battbg)]. a. 1609: von der Beinbreche auf dem Friedhof [SSp ZweibrUrk.]. Schwäb. I 803.
 
  
Bein-bruch m.: RA.: Is net so schlimm wie e Bäänbruch, scherzhafte Abweisung des Dankes für eine Gefälligkeit [ PS-Schmalbg]. Hals un Bḁḁnbruch, abergläubisch scherzhafter Glückwunsch [ KB-Kriegsf, allg.]. — RhWB Rhein. I 599.
 
  
beincheln schw.: 'eilig gehen, trippeln', bäänchele (bnχələ) [ KL-Hütschhs]. Syn. s. PfWB laufen. — Zu PfWB Bein.
 
  
Beinches-knopf m.: 'beinerner Knopf', Baanchesknopp [ KU-Adb]; vgl. PfWB Beins.
 
 
Beinders-heim ON (FR), s. Christmann SN 41/42. VR.: Nemm kee Kuh vun Edekum un kee Fraa von Beindersche; dort koche se ohne Flääsch un wäsche ohne Sääf [Frankth].