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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Ab-nehmen bis ab-pfeifen (Bd. 1, Sp. 60 bis 62)
 
Ab-nehmen, n.
Ab-nehmens, n.
Abnehmen-kraut, n.
Abnehmer-kraut, n.
Abnehm-kraut, n.
Ab-nehmer, m.
ab-nützen, schw.
Ab-ort, m.
ab-packen, schw.
ab-pappeln, schw.
ab-passen, schw.
ab-patscheln, schw.
ab-pfählen, schw.
ab-pfeifen, st.
ab-pfetzen, schw.
ab-pflücken, schw.
ab-photographieren
ab-pinseln, schw.
ab-pitschen, schw.
ab-placken, schw.
ab-placken, schw.
ab-plagen, schw.
ab-plätschen, schw.
ab-plaudern, schw.
ab-potegrafieren
ab-prallen, schw.
ab-prellen, schw.
ab-pritschen, schw.
ab-protzen, schw.
ab-puffen, schw.
ab-pumpen, schw.
Ab-putz, m. n.
Ab-putzel, m. n.
ab-putzen, schw.
Ab-putzer, m.
Ab-putzicht, n.
Ab-pützicht, n.
Abputz-lumpen, m.
Abputz-tuch, n.
ab-quälen, schw.
ab-quetschen, schw.
ab-quittieren, schw.
ab-rabellen, schw.
ab-rackern, schw.
ab-racksen, schw.
ab-raffen, schw.
Abraham, m.
Abrahams-bäume, Pl.
Abrahams-kuh, f.
ab-rahmen, schw.
ab-rammeln, schw.
Abrams-haar
ab-rappen, schw.
ab-rasen, schw.
ab-rasieren, schw.
ab-raspeln, schw.
ab-raten, st.
ab-ratzen, schw.
ab-raumen, schw.
ab-räumen, schw.
ab-recheln, schw.
ab-rechen, schw.
ab-recheln, schw.
ab-rechnen, schw.
Ab-rechnung, f.
Ab-rechsel, n.
Ab-rechzicht, n.
Ab-rede, f.
ab-reden, schw.
Ab-redsel, n.
ab-regen, schw.
ab-regnen, schw.
ab-reiben, st.
Abreib-lumpen, m.
Abreib-tuch, n.
Ab-reibung, f.
ab-reifeln, schw.
Ab-reise, f.
abreisen, schw.
ab-reißen, st.
Abreiß-kalender, m.
ab-reiteln, schw.
ab-reiten, st.
ab-rennen, schw.
ab-ribbeln, schw.
ab-richten, schw.
Ab-richter, m.
ab-rieseln, schw.
ab-rinden, schw.
ab-rinnen, st.
Ab-riß, m.
ab-rollen, schw.
Abrosche
ab-rücken, schw.
Ab-ruf, m.
ab-rufen, st.
ab-rüffeln, schw.
ab-ruhen, schw.
ab-rühren, schw.
ab-runden, schw.
   Ab-nehmen, -nehmensn.:
1. 'jede rasch zunehmende Abmagerung und Entkräftung des Körpers'. Er hot (hat) 's Abnemme, 's Abnemmes [verbr. Lambert Penns 4], 's Abnamme [ GH-Neubg]. Nach dem Volksglauben hat ein Mensch das A., wenn er »Mangel am siebten Fuß« hat, d. h. wenn seine Körperlänge nicht das Siebenfache seiner Fußlänge ausmacht [ KU-Bedb Krottb]. Beim Brauchen gegen das A. legte die brauchende Frau den beim Messen benutzten Faden zwischen Türängel und -band,

[Bd. 1, Sp. 61]
öffnete und schloß die Tür dreimal und sprach jedesmal: Hier steh ich auf der Tür und Angel, hab sieben Fuß Mangel [oGl. (Heeger Vhk. 131)]. Vor Sonnenaufgang muß man gegen den Strom Wasser schöpfen und dem Kranken zu trinken geben, so dreimal. Auf dem Weg zum und vom Gewässer darf man kein Wort sprechen [ KU-Bedb]. Die Meßschnur muß nachts zwischen 12 und 1 Uhr ungesehen unter allerlei Formeln unter der Dachrinne vergraben werden [ HB-Jägbg]. For Abnemmes macht merm Kind Supp, fidert sie'm aus me neie Blättche 'Schale', aber mer muß der Katz e Deel gewwe, des dut mer dreimol [Fogel Beliefs Penns Nr. 1472]. LothWB Lothr. 2; ElsWB Els. I 772. —
2. Fingerspiel mit der Kordel [ Gal-Baginsbg Buch-Illisch Terebl], dasselbe wie PfWB Abheben. RhWB Rhein. VI 134; Schweiz. IV 733.
 
  
Abnehmen-, Abnehmer-, Abnehm-krautn.: 'Kraut gegen das Abnehmen', Abnemme-, Abnemmer, Abnemmkraut. Als Abnehmkräuter gelten: Aldewurzel (Radix althaeae) [ LA-Frankw], Aster [VPfWPf Wilde 11], Hohlzahn (Galeopsis tetrahit) [VPf Heeger Vhk. 131], Leinkraut (Linaria vulgaris Miller) [Hombg PS-Burgalb BZ-Heuchh Kapell Billh GH-Neubg], Minze (Mentha aquatica u. piperita) [BZ-Annw (Wilde 174)], Sturmhut (Aconitum napellus u. Lycotonum) [PS-Winz (Wilde 236)], Tausendguldenkraut (Erythraea centaurium Pers.) [LA-Mart (Wilde 243) GH-Zeisk], Ziest (Stachys silvatica L.) [Pirmas. Gegend VPf (Wilde 276) Heeger ebd. 131]. Die Abnehmekräuter werden teils zu Bädern und Waschungen (vorn. Aster, Leinkraut), teils zu Teebereitung (vorn. Aldewurzel, Aster, Hohlzahn, Tausendguldenkraut) verwendet [Heeger ebd. 131]; vgl. auch Schandein Bav. IV, 2 S. 346. ElsWB Els. I 528; Bad. I 13.
 
  
Ab-nehmer m.:
1. 'Käufer einer Ware', wie schd., Abnemmer [allg.]. —
2. 'Person, die beim Heuabladen das mit der Gabel dargereichte Heu entgegennimmt' [ KU-Friedhs Gal-Dornf]. -
3. 'Photograph' [verbr. Don], nach abnehmen I 2. — Bad. I 13.
 
 
ab-nützen schw.: wie schd., von Geräten. 's Messer is schun ganz abgenitzt [verbr.]. Syn.: PfWB abfickeln, PfWB -fitschen, PfWB -greifen, PfWB -reiben, PfWB -rütschen, PfWB -schaben, PfWB -schäken, PfWB -schassen, PfWB -scheuern, PfWB -tragen, PfWB -wetzen (ab mit der Bedeutung der Beschädigung durch langen oder häufigen Gebrauch, vgl. Trübner I 22). RhWB Rhein. VI 308; Bad. I 13.
 
 
Ab-ort m.: wie schd.; uf de Abert (abərt), seltener Abort (aˈbort) gehe [verbr., bes. jüngere Gener.]. Gebräuchlicher ist, zumal in der Sprache der älteren Generation und auf dem Lande: Abtritt. Als feiner gilt Abee (genommen von den Anfangsbuchstaben von Abort und Abtritt). Ähnliches gilt vom Gebrauch der

[Bd. 1, Sp. 62]
Zs. mit Abort, Abort-brille, -bürste, -deckel, -loch, -tür sind hauptsächlich unter der jüngeren Gener. u. in der Stadt verbreitet. Syn. s. PfWB Abtritt. — Bad. I 13.
 
 
ab-packen schw.: Ware a. 'in Pakete packen'; Mehl abpacke (ˈa|pagə) [verbr.]. RhWB Rhein. VI 456.
 
 
ab-pappeln schw.: 'abschwatzen'. Der babblt 'm Deiwl e Ohr ab un widdar an, von einem, der seine Sache mit vielen Reden verficht [KU-Kaulb, verbr.]; vgl. PfWB abpatscheln, PfWB abplaudern. — Zu PfWB pappeln 'schwatzen'. — RhWB Rhein. I 346; Bad. I 13.
 
 
ab-passen schw.:
1. 'etwas passend machen, einpassen', z. B. eine Fensterscheibe, abpasse (ˈa|pasə) [Kaislt]. —
2. einen a. 'abwarten'; de Dieb abbasse [allg.]; vgl. PfWB abwarten. — RhWB Rhein. VI 545; ElsWB Els. II 95; Bad. I 13.
 
 
ab-patscheln schw.: = PfWB abpappeln. RA.: Er batschelt eme Esel e Ohr ab un werrer an [WPf oGl.]. — Zu PfWB patscheln 'schwätzen'.
 
  
ab-pfählen schw.: 'mit Pfählen abstecken'. a. 1755: Die unterste Eschwies u. wie solche abgepfählt [ KU-Ulm].
 
  
ab-pfeifen st.:
1. gegenst. 'durch Pfeifen ein Zeichen geben', z. B. dem Zug zur Abfahrt, abpeife (ˈa|paifə) [allg.]; vgl. PfWB abschlagen II 1 b, PfWB abwinken 2. —
2.
a. übertr. 'ein Ende haben'. Des hot jetz abgepiff! [verbr.]. RA.: Sauf wie e Bärschdebinner, dann werd's im Faß ball abpeife [NPf]. E Volk, das wo sich net vermehrt, Hat abgepiff un is nix wert [Münch Weltgesch. 144]. — —

 


Aus den Nachträgen

2.
b. 'sterben', in der RA.: for denne hat's ball abgepiff 'Er liegt in den letzten Zügen' [ HB-Höch]; Syn. s. PfWB sterben.

RhWB Rhein. VI 698; Bad. I 13.