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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Bankert bis Bank-stickel (Bd. 1, Sp. 554 bis 557)
 
   Bankert m.:
1. 'uneheliches Kind'; vgl. PfWB Aufgelesenes. Des is e Bankert; auch Sie hot en B. [ NW-Freinsh, allg.]. Mancherorts wird das Wort nur auf das außereheliche Kind angewandt, während das voreheliche leddich Kind (s. PfWB ledig) genannt wird. Zs.: PfWB Hecken-, PfWB Huren-, PfWB Schosseegrabenbankert; vgl. PfWB Bastard. —
2. vulgäres Scheltwort für ein unartiges Kind, (Pl.) für eine lärmende Kinderschar, manchmal auch gegen eigene eheliche Kinder oder von Kindern untereinander gebraucht, verstärkt durch Beiworte, wie frecher, dreckicher B., oder in der Zs. PfWB Saubankert [allg.]. Zungenbrecher: Wann eier Bankert zu unserm Bankert nochemol Bankert saat, saat unser Bankert zu eierm Bankert so lang Bankert, bis eier Bankert zu unserm Bankert nimmi Bankert saat [Kaislt]. SprW.: Jeder B. verrot sei Vatter [verbr. Gal Buch Don-Alexhs]. — F.: baŋgÄrd [ KU-Dietschw Kaulb PS-L'wink FR-Maxd LU-Oggh Altr LA-Wollmh BZ-Albw Dierb], bḁŋgərd [Kaislt RO-Messbhf]. —

 


Aus den Nachträgen

3. im Pl. Bankerde (baŋgərdə, bḁŋgÄdə) 'Burschenschuhe', Jargon der Schuhindustrie [Pirmas, Kröher Lyoner 93].

RhWB Rhein. I 446; Saarbr. 17; LothWB Lothr. 22; ElsWB Els. II 64; Bad. I 114.
 
  
Bankerts-kopf m.: Schimpfwort, Bankertskopp [ KB-Kriegsf].
 
  
Bankett n.: 'der für die Fußgänger bestimmte Seitenteil der Straße, Gehsteig', Bankett [ KU-mGl. RO-Lettw KL-Obh KB-Bubh NW-Frankeck Kallstdt], Bankeet [ NW-Weidth GH-Steinw]; vgl. PfWB Bank1 4 b, PfWB Perme. a. 1676: es solle in der Kerstvorstadt ein »Banket« an der Mauer angebracht werden [Küchler 383 (Kaislt)]. — Zs. PfWB Fußbankett. — Aus frz. banquette. — RhWB Rhein. I 446; Saarbr. 17; LothWB Lothr. 22.
 
  
Bankhardts-kirsche f.: 'Kirschensorte', Pl. Bankhartskersche [ NW-Kallstdt].
 
 
Bank-kissen n.: a. 1573: Ein allt gebildt Bankkussen [SpeyTreudInv.]; vgl. PfWB Bankpfülwen.

[Bd. 1, Sp. 555]

[Bd. 1, Sp. 557]

 
  Bank-kiste f.: 'lange, schmale Kiste, die als Kiste und Bank, mancherorts tagsüber als Bank und nachts als Bett dient', Bankkischt, -kescht [verbr. WPf]; vgl. PfWB Bankbett. a. 1596: 1 allt Banck Kist [WerschwSchR Bl. 595]. RhWB Rhein. I 445.
 
 
Bank-lehne f.: wie schd., Banklehn [allg.]. RhWB Rhein. I 445.
 
 
Bank-pfülwen n.: 'Bankpolster'. a. 1525: zwen banckpulwen [SpeyDomKl.]; vgl. Bankkissen. a. 1538: ein Bankpfülben [Inventar des Klosters Werschweiler]. Schwäb. I 615; ElsWB Els. II 135.
 
  
Bankrutzers-birne f.: 'kleine, süße Birne, die früher viel gepflanzt wurde', Pl. Bankrutzersbeere [ NW-Gimmdg].
 
 
Bank-schabe f.: 'Werkzeug zum Abschaben der Fleischbänke'. a. 1596: 1 Banckh schaab [WerschwSchR Bl. 607].
 
 
Bank-stickel m.: 'Bankbein', Bankstickel [lothr. SWPf].