Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Aus-wurf bis Aus-zehrung (Bd. 1, Sp. 490 bis 491)
 
   Aus-wurf m.:
1. 'Sputum', nach dem Schd. Der hot en beese Auswurf, -worf [allg.]. —
2. 'Pöbel, Gesindel' [ KU-Schmittw/O KB-Bubh NW-Frankeck GH-Schwegh]; vgl. PfWB Auswürfling. — LothWB Lothr. 525; ElsWB Els. II 849 (and. Bed.); Bad. I 103.
 
 
Aus-würfling m.: 'wertlose Setzreben', auch 'Mensch, der keine Achtung genießt', Auswerfling (-wärfliŋ) [LA-Mörzh Lambert Penns 19]; vgl. PfWB Auswurf 2. Schwäb. I 540. — Mhd. ūʒwurfelinc, Lexer Lexer II 2050.

[Bd. 1, Sp. 491]

 
  aus-zackern schw.: 'auspflügen', z. B. Grumbeere auszackere [allg.]. a. 1489 (Abschr. zw. 1601 u. 1629): Welcher hinfüro einem andern sein stein mutwilliglichen oder geuerlichen auß Zackert, ... [DirmstAWeist. (FR-Heßh)].
 
 
aus-zahlen schw.: de Lohn auszahle [allg.]; vgl. PfWB ausbezahlen. ElsWB Els. II 901; Bad. I 103.
 
 
Aus-zahlung f.: nach dem Schd. Heit is Auszahling [VPf].
 
 
aus-zahnen schw.: 'das Zahnen beendigen', gew. im Part. Perf. Der hot (hat) ausgezahnt, -gezohnt [allg.].
 
 
aus-zapfen, -zäpfenschw.: 'Getränk durch den Zapfen aus dem Faß auslassen', auszappe [Lambert Penns 19]. a. 1590: daß sie desselben Weins bei Straff 10 fl. .. Inn der Statt außzapfen ... sollen [ZweibrUrkb. 145]. a. 1601 u. 1629: ein ieder mag sein eygen gewächs ... außzäpfen [DirmstAWeist.] Schwäb. I 541.
 
 
aus-zäumen schw.: 'des Zaumes entledigen'; de Gaul auszaame [RO-L'meil, verbr.]; 'dem Pferd das Zaumgebiß aus dem Maul nehmen', auszoome [verbr. Gal].
 
  
aus-zehren schw.: 'an der auszehrenden Krankheit (Tuberkulose) hinsiechen'. Er zehrt aus [ Don-Alexhs]; die auszehrend Kranket 'Schwindsucht, Tuberkulose' [ BZ-Dernb]. a. 1778: Starb an einer auszehrenden Krankheit [Luth. Kirchenbuch v. KU-Roßb]. — ElsWB Els. II 913; Bad. I 103.
 
  
Aus-zehren n.: 'Schwindsucht (Tuberkulose)', 's Auszehre [südl. VPf Don]. a. 1794-1806: wan einer das Auszehren hat [ KU-Nußb]. Er hot 's dickkepfich Auszehre, von einem, der sich eine Krankheit einbildet [ GH-Kand].
 
  
Aus-zehrung f.:
1. 'Schwindsucht, Tuberkulose', Auszehrung, Auszehring. Mer meent, der hätt die Auszehring, bei schlechtem Aussehen [allg. (älteste Gener.) Lambert Penns 19 Gal]; häufiger ist Schwindsucht; vgl. auch PfWB Abzehrung. Die Jungen gebrauchen, zumal in der Stadt, daneben auch den Ausdruck Tuberkulose in der Abkürzung Tebee, Tebezee. RA.: sich die Auszehrung an de Hals ärjere [verbr. ältere Gener.]. Scherzh.: Er hot die dickkeppich Auszehring (-zehrung), s. PfWB Auszehren. Die Auszehrung im Bordmanee [ KL-Kottw/Schwand]. Volksmed.: Gegen Auszehrung oder sonstige Brustkrankheiten: Für 2 Kreutzer Aron, für 2 Kreuzer Süßholz usw. je 2 Kreuzer für Süßholz, Zimmeth, Annis, Fenchel, Nägelcher, Brustzucker [Knapp 248 (KL-Ottb u. Samb)]; s. auch Heeger Vhk. 130/31. En Kind, as mer mit Weide wippt 'schlägt', werd därr oder krigt die Auszehring oder die Weitschwelling [Fogel Beliefs Penns 156]. —
2. 'Zehrgeld'. a. 1444: 30 gulden vor ußzerunge und botten lone [Zweibr I Nr. 541]. — Saarbr. 12; LothWB Lothr. 525; ElsWB Els. II 913; Bad. I 103.