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Pfälzisches Wörterbuch 
 
aus-wickeln bis Aus-würfling (Bd. 1, Sp. 490)
 

[Bd. 1, Sp. 490]
  aus-wickeln schw.: etwas Eingewickeltes a., auswickele [allg.]. Schwäb. I 538.
 
 
aus-wiegen st.: auswie (-wīə) [WPf NPf nördl. VPf], auswiege (-wīgə) [LU], -wieche (-wīχe) [mittl. u. südl. VPf]. Derf ich 's auswie? 'Darf es mehr sein?' (Frage des Verkäufers an den Käufer, wenn die Ware mehr wiegt als verlangt).
 
  
aus-winden st.: die Wäsch auswinne 'durch Winden auspressen' [ KU-Obw i. T. Schmittw/O RO-Dielkch FR-Albsh NW-Frankeck LU-Opp Friesh]; häufiger: ausdrehen. Bad. I 102.
 
 
aus-wintern schw.:
1. 'im Winter erfrieren', von der Saat auf dem Feld, auswindere (-windərə), -wendere (-wendərə). 's Korn es ausgewindert [NPf, allg.]. —
2. die Biene a. 'das Bodenbrett von toten Bienen und Unrat reinigen, die Völker nachsehen, die Fluglöcher öffnen' [verbr.]. — Schwäb. I 539.
 
 
aus-wirken schw.: den Teig auswerke 'in Laibe formen' [VPf verbr. Gal]. ElsWB Els. II 853; Bad. I 102/03.
 
  
aus-wischen schw.:
1. 'etwas Geschriebenes auslöschen'; das Wort uf de Dafel auswische, auch: die Schuldafel a. [allg.]. RA.: Die Schuld kannscht in de Schornschde schreiwe, wu's die Krappe 'Raben' net auswischen [ BZ-Dernb]. —
2. einem eine (eins, ein paar) a. 'einen ohrfeigen' [allg.]. (Urspr. ein Auge auswischen? Vgl. Weigand I 129). — ElsWB Els. II 873; Bad. I 103.
 
 
Aus-wischer Pl.: Auswischer, Ortsneckname für LU-Maud. Dieses Wort rufen die Maudacher den Mundenheimern zu, wenn sie von diesen Kübelschisser genannt werden.
 
  
aus-witschen schw.:
1. 'ausgleiten, ausrutschen', auswitsche, bes. von der Hand, wenn man unbedacht zuschlägt. Do is mer die Hand ausgewitscht [LU-Altr, verbr.]. —
2. 'entwischen, entschlüpfen, entrinnen'. Er is ausgewitscht [RO-Obd, verbr., Lambert Penns 19]. Syn. s. PfWB weglaufen. —
3. eine a. 'eine Ohrfeige geben' [ KU-Brück PS-Geisbg ZW-Battw RO-Obd FR-Bockh]; vgl. PfWB auswischen 2. — LothWB Lothr. 525; ElsWB Els. II 886; Bad. I 103.
 
  
aus-wuhlen, -wühlenschw.: 'durch Wühlen aus dem Boden bringen, bloßlegen', auswuhle. Die Wildsau hot die Grumbeere ausgewihlt [ KU-Schmittw/O], -gewuhlt [verbr. Gal].
 
  
Aus-wurf m.:
1. 'Sputum', nach dem Schd. Der hot en beese Auswurf, -worf [allg.]. —
2. 'Pöbel, Gesindel' [ KU-Schmittw/O KB-Bubh NW-Frankeck GH-Schwegh]; vgl. PfWB Auswürfling. — LothWB Lothr. 525; ElsWB Els. II 849 (and. Bed.); Bad. I 103.
 
 
Aus-würfling m.: 'wertlose Setzreben', auch 'Mensch, der keine Achtung genießt', Auswerfling (-wärfliŋ) [LA-Mörzh Lambert Penns 19]; vgl. PfWB Auswurf 2. Schwäb. I 540. — Mhd. ūʒwurfelinc, Lexer Lexer II 2050.