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Pfälzisches Wörterbuch 
 
aus-eitern bis Ausfall-frucht (Bd. 1, Sp. 439 bis 441)
 
aus-eitern, schw.
Ausent-halt, m.
aus-erkobern, schw.
aus-essen, st.
aus-fahren, st.
Aus-fahren(s), n.
Aus-fahrt, f.
Aus-fahrung, f.
Aus-fall, m.
aus-fallen, st.
Ausfall-frucht, f.
aus-fällig, Adj.
Aus-fallsel, n.
aus-fangen, st.
aus-fascheln
Ausfaut
aus-fegen, schw.
aus-feilen, schw.
Aus-feld, n.
aus-ferscheln
aus-fickeln, schw.
aus-filzen, schw.
aus-finden, st.
aus-findig, Adj.
aus-fischeln, schw.
aus-fischen, schw.
aus-fisern, schw.
aus-fisseln, schw.
aus-fitscheln, schw.
aus-fitzen, schw.
aus-flicken, schw.
aus-fliegen, st.
Aus-flucht, f.
Aus-flug, m.
Aus-flügler, m.
Aus-fluß, m.
aus-foppen, schw.
aus-forscheln, schw.
aus-fragen, schw.
aus-franseln, schw.
aus-fransen, schw.
aus-fressen, st.
aus-frieren, st.
Aus-fuhr, f.
aus-führen, schw.
aus-führlich, Adj.,  Adv.
aus-füllen, schw.
aus-füttern, schw.
Aus-gabe, f.
Aus-gang, m.
aus-geben, st.
aus-gefrieren, st.
aus-gehafert, Adj.
aus-geheckt, Adj.
aus-gehen, st.
aus-gehend, Adv.
Ausgeh-kluft, f.
Ausgeh-montur, f.
aus-gehülichen
aus-geizen, schw.
aus-geklugt, Adj.
aus-geknöchelt, Adj.
aus-geknüchelt, Adj.
aus-gekochemt, Adj.
aus-gekocht, Adj.
aus-gelassen(ig), Adj.
aus-gelottert, Adj.
aus-gerben, schw.
Aus-geschöpfte, Pl.
aus-gesessen, Adj.
aus-gespitzt, Adj.
Aus-gestochenes, n.
aus-gestoppelt, Adj.
aus-getüftelt, Adj.
Aus-gewachsenes
aus-gezeichelt, Adj.
aus-gießen, st.
aus-gleichen, st.
aus-gleiten, st.
aus-glitschen, schw.
aus-gluckern, schw.
aus-graben, st.  u.  schw.
aus-grasen, schw.
aus-greifen, st.
aus-greinen, schw.
Aus-guck, m.
aus-gucken, schw.
aus-hacken, schw.
aus-halten, st.
aus-hammeln, schw.
aus-händigen, schw.
aus-hängen
aus-hauchen, schw.
aus-hauen, st.
aus-heben, st.
aus-hecheln, schw.
aus-hecken, schw.
aus-heilen, schw.
aus-helfen, st.
Aus-helfer, m.
   aus-eitern schw.: nach dem Schd. Die Wund muß auseidere [allg.], -aadere [ LU-Altr]. Rhein. II 102.
 
 
Ausent-halt m.: = PfWB Ausbehalt, Ausenthalt [Schandein Bav. IV, 2 S. 401 Müller Luscht 107 Lambert Penns 15]. Nass. 54.
 
 
aus-erkobern schw.: a. 1507: Were es aber sach, daß sie iemants liß außerkobern 'gerichtlich vom Gute weisen' [PfWeist. I 23 (RO-Alsbr)].
 
  
aus-essen st.: 'leer essen'; de Deller ausesse [allg.]. Essen aus, daß gut Werrer gibt! [ KU-Schmittw/O,

[Bd. 1, Sp. 440]
allg.]. Dau hoscht der die Sopp ingebrockt, dau muscht sie aa ausesse [KU-Kaulb, verbr.]. RhWB Rhein. II 199; Bad. I 92.
 
  
aus-fahren st.:
I. intrans.
1. De Hert fahrt aus 'Der Hirte treibt das Vieh auf die Weide' [verbr. bes. WPf]. —
2. 'mit der Hand weit ausholen'; de Schneirer fahrt aus [ BZ-Dernb]. RA.: Mach nore, daß mei Hand ausfahrt! [RO-Semb, verbr.]. —
3. 'entgleiten'.
a. gegenst. Die Ax is mer ausg(e)fahre [ GH-Schwegh, allg.]. —
b. übertr. 'schnell ausfällig werden'. Er fahrt gleich aus [ KU-Schmittw/O]. —
4.
a. 'hinausfahren'. a. 15. Jh.: sollent zu den nydersten gemeyngasz usz- vnd infaren [PfWeist. I 450 (NW-Erph)]. —
b. 'spazierenfahren'. Er fahrt mit seim neie Wa(che) aus, nach dem Schd. [allg.]. —
c. 'hinweggehen'. a. 1341: so sullen wir, oder wer do inne ist von vnsern wegen, vzfaren [OttbgUrkb. 420]. —
5. 's Maul fahrt 'm aus 'Ein Ausschlag bildet sich am Mund' [KU-Brück Neustdt Gal-Dornf Schandein Sprachsch.]; davon e ausgefahrenes Maul [verbr.]. —
II. trans.
1. die War a. 'durch Fahren den Bestellern überbringen' [allg.]. —
2. de Weg a. 'durch Fahren verderben' [verbr.]. —
3. 'durch Fahren wegreißen'. a. 1717: fährt muthwilliger weiße einen gewanden- oder schnittstein auß [PfWeist. I 2 (KU-Adb)]. —
4. die Mischkaut a. 'die Dunggrube leerfahren' [ ZW-L'wied]. —
5. die Wies a. 'tiefere Stellen ausgleichen' [ WD-Niedkch]. —
6. 's Stick (de Acker) a. 'die letzte Furche ackern' [ WD-Niedkch]. —
7. 's Audo a. 'in höchstmöglicher Geschwindigkeit fahren' [allg.]. — RhWB Rhein. II 247; Saarbr. 60; ElsWB Els. I 127; Bad. I 92; Nass. 54.
 
 
Aus-fahren(s) n.: 'Hautausschlag', Ausfahres [Lambert Penns 16]. ElsWB Els. I 128. a. 1670: diesiger Sägmüller, welcher lange Zeit mit einem bissigen, brennenden und scharfen Ausfahren behaftet war [Groh Wörschw 58]; vgl. PfWB Ausfahrung. — Zu PfWB ausfahren 15.
 
  
Aus-fahrt f.:
1. 'Ausfahrtstelle' (des Hofes, des Ackers usw.), Ausfahrt [verbr.]. Mer kenn net mähe, mer han noch kee Ausfahrt [ KU-Bedb]. —
2. 'Erlaubnis zum Ausfahren'; der Zug hot noch kään A. [allg.]. —
3. 'Wirkungsort', z. B. eines Lehrers. 's war sein erscht A. [ KU-Schmittw/O]. — RhWB Rhein. II 253; Bad. I 92.
 
 
Aus-fahrung f.: 'Hautausschlag', Usfahring (usfāring) [IB-Reinh u. Umg. (PfId. 145)], Ausfahring [Lambert Penns 16]; vgl. Ausfahren(s).
 
  
Aus-fall m.:
1. = PfWB Ausfallfrucht. Dasjohr gebbt's viel Ausfall [ZW-Mauschb, verbr.]. —
2. 'Verlust'; 's war en groußer A. for uns [ BZ-Dernb, allg.]. — RhWB Rhein. II 272; Bad. I 92.
 
  
aus-fallen st.:
I. intrans.
1. gegenst. 'herausfallen'. Die Frucht fallt aus 'Die Körner fallen infolge Überreife aus' [allg.]. Die ausgefallenen Körner: Ausfall. Die Zähn (Hoor) fallen 'm

[Bd. 1, Sp. 441]
schun aus [NPf, allg.]. Volksgl.: Me Kind soll mer die Hoor net schneide, ebs en Johr is oder sie falle aus [Fogel Beliefs Penns 42]. Wer vom Zähneausfallen träumt, hat Todesfälle in der Familie zu erwarten [ FR-Bockh]. —
2. übertr.
a. 'nicht stattfinden, unterbleiben'. Die Sitzung fallt aus [allg.]; hingegen: Mer hän heit kään Schul, wenn der Unterricht in allen Klassen ausfällt [Kaislt, allg.]. —
b. Von Ungewöhnlichem: Der hot ausgefallene Aansichte [NPf]. —
c. 'geraten, ein gutes Ergebnis haben'. 's Korn is desjohr gut ausgefall [WPf, allg.]. Gruß- und Anredeformel bei Begegnung während der Feldarbeit: Fallt's gut aus? [ GH-Schwegh]. —
d. 'ausfällig werden, grob verletzend werden'. Er is wiescht 'in häßlicher Weise' ausgefall [ FR-Bockh]. Wann gute Leit ausfalle un sin nanner falsch [Penns Deitsch Eck 14. 9. 1935]. —
II. trans. sich etwas a. 'durch Fallen ausschlagen'. Ich hummer vorn die Zähn ausgefall [ KU-Schmittw/O]. — RhWB Rhein. II 268; ElsWB Els. I 106; Bad. I 92.
 
  
Ausfall-frucht f.: 'ausgefallene Getreidekörner', Ausfallfrocht, -frucht [ KU-Jettb Albess ZW-L'wied KL-Weilb Matzb Fischb]. Entsprechend kann es auch heißen: Ausfallhawwer, -korn. Vgl. PfWB Ausfall, PfWB Ausfallsel, PfWB Abfall.