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Pfälzisches Wörterbuch 
 
auf-tragen bis auf-trossen (Bd. 1, Sp. 406 bis 410)
 
auf-tragen, st.
Auf-träger, m.
Auftrags-bürste, f.
auf-trampeln, schw.
auf-trappen, schw.
auf-treiben, st.
auf-trennen, schw.
auf-treten, st.
Auf-tritt, m.
auf-trossen
auf-trossen, schw.
auf-trückeln, schw.
auf-trumpfen, schw.
auf-tucken, schw.
auf-tun, st.
auf-türmen, schw.
Auft-weide
Auf-und-zu, f.
auf-wachen, schw.
Auf-wachs, m.
auf-wachsen, st.
Auf-wand, m.
auf-wärmen, schw.
auf-warten, schw.
Auf-wärter, m.
Auf-wartung, f.
Aufwasch-eimer, m.
auf-wäschen, st.
Aufwäsch-fetzen, m.
Aufwäsch-lappen, m.
Aufwäsch-lumpen, m.
Aufwäsch-sack, m.
Aufwäsch-schüssel, f.
Aufwäsch-tuch, n.
auf-wecken
auf-weichen, schw.
auf-wenden, schw.
auf-werfen, st.
auf-wetzen, schw.
auf-wichsen, schw.
auf-wickeln, schw.
auf-wiegeln, schw.
auf-wiegen, st.
auf-winden, st.
auf-wirren, schw.
auf-wischen, schw.
Aufwisch-lumpen, m.
Aufwisch-sack, m.
auf-wuhlen, schw.
auf-wühlen, schw.
auf-zackern, schw.
auf-zahlen, schw.
auf-zählen, schw.
auf-zäumen, schw.
auf-zehren, schw.
auf-zeicheln, schw.
auf-zeichnen, schw.
Aufzieh-eimer, m.
auf-ziehen, st.
Aufzieh-lumpen, m.
Aufzieh-sack, m.
Aufzieh-tuch, n.
Auf-zug, m.
Aufzugs-mast, m.
Aufzugs-ständer, m.
auf-zwicken, schw.
auf-zwiebeln, schw.
auf-zwillern, schw.
auf-zwingen, st.
auf-zwirbeln, schw.
Aug-apfel, m.
Augbrau-deckel, m.
Augbrau-haar
Auge, n.
augelich, Adj.
augeln, schw.
äugeln, schw.
äugen, schw.
Augen-ausstecher, m.
Augen-blatter, f.
Augen-blick, m.
Augen-blinzel, Gen.?
Augen-blume, f.
Augenbraudeckel
Aug(en)-braue, f.,  meist.  Pl.
Aug(en)brau(en)-haar, n.
Augen-braune
Augen-butter, m.
Augen-deckel, m.
Augen-diener, m.
Augen-doktor, m.
Augen-flecken, m.
Augen-glas, n.
Augen-haar, n.
Augen-helf, Gen.?
Augen-hopser, m.
Augen-kern, m.
Augen-kind, n.
Augen-krankheit, f.
Augen-kügelchen, n.
  auf-tragen st.:
1. Esse uftra(ch)e 'auf den Tisch stellen' [verbr.]; vgl. PfWB auftischen, PfWB aufwarten. —
2. 'durch Tragen abnützen', von Kleidern; e ufgetra(ch)ener Aanzuch [verbr.]. —
3. 'dicker erscheinen lassen', von hellen Farben, großflächigen Mustern, dicken Stoffen. Das Klääd traat aarich uf [Kaislt, verbr.]. —
4. Farbe a., nach dem Schd. [verbr.]. Davon übertr. dick u. 'übertreiben' [verbr.]. —
5. 'einen Auftrag geben'; e Gruß u.

[Bd. 1, Sp. 407]

[Bd. 1, Sp. 409]
[allg.]. — RhWB Rhein. VIII 1272; ElsWB Els. II 744; Bad. II 87.
 
  
Auf-träger m.: 'Hilfskräfte, die bei großen Veranstaltungen den Gästen den Wein bringen', Ufträer [ FR-Albsh].
 
 
Auftrags-bürste f.: 'Bürste zum Auftragen der Schuhcreme', Uftragsberscht [verbr.]; dafür auch PfWB Einschmierbürstchen.
 
  
auf-trampeln schw.: 'schwer auftreten', uftrampele [ KB-Bischh]; vgl. PfWB auftrappen.
 
  
auf-trappen schw.: = PfWB auftrampeln; uftrappe wie e Gaul [ KB-Bennhs].
 
  
auf-treiben st.:
1. 's Vieh uftreiwe 'zum Aufstehen antreiben'; 's Wild (bei der Jagd) u. 'aufscheuchen' [allg.]; dafür auch PfWB aufjagen. —
2. die Querscheibe (am Faß) a. 'an das Faß schlagen' (das Faß dadurch zum Verschicken fertig machen) [ FR-Albsh]. —
3.
a. trans. 'anschwellen machen'; Weißkraut treibt uf 'bläht' [verbr.]. —
b. intrans. 'anschwellen'. Die Kuh is ufgetribb 'aufgebläht' [RO-Obd, verbr.], ufgetriwwe [GH-Kand, verbr.]; vgl. PfWB auflaufen 1a. —
4. 'durch angestrengtes Suchen ausfindig machen, beschaffen'. Wo haschde dann das ufgetrieb? [Zweibr, allg.]. —
5. auf- und antreiben 'Beschäftigung suchen'. De Faulenzer wääß net, was er uf- un aantreiwe soll [ LU-Opp]. — RhWB Rhein. VIII 1337; ElsWB Els. II 738; Bad. I 87; Weigand I 110.
 
 
auf-trennen schw.: wie schd.; die Noht uftrenne [allg.]. Rhein. VIII 1344; ElsWB Els. II 759.
 
  
auf-treten st.:
1. 'auf den Boden auftreten'; fescht, leicht uftrede usw. (s. F.) [allg.]. Mer määnt, sie lääft uf Ajer 'auf Eiern', so sachde tret se uf [ GH-Kand]. —
2. 'sich öffentlich sehen lassen', nach dem Schd. Unser Verein werd nächschdens uftrere [ZW-Ernstw, verbr.]. Die Perenoschpra (Perenospra, Rebkrankheit) is ufgetrede [ NW-Gimmdg]. Du muscht als Mann u. 'dich energisch zeigen' [allg.]. —
3. 'durch einen Tritt öffnen'. Er hot die Deer ufgetret [WPf, allg.]. — F.: uf-, ofdrrə [verbr.], -drðə [WPf nördl. VPf älteste Gener.], -dredə [mittl VPf], -drelə [ KU-O'alb Bedb ZW-Lambsbn LU-Altr]. — RhWB Rhein. VIII 1353; ElsWB Els. II 767; Bad. I 87.
 
 
Auf-tritt m.: 'Zank, Streit'. 's hot e Uftritt gebb, nach dem Schd. [FR-Bockh, verbr.]; jemand e (a) U. mache 'eine Szene machen' [verbr.]. RhWB Rhein. VIII 1378.
 
  
auf-trossen1:
1. schw. 'auftreiben, ausfindig machen'. Wo hosche dann das (auch: den) ufgetroßt? [KU-Kaulb Schmittw/O RO-Odh LU-Friesh NW-Haßl Spey LA-Venn Wey Kühn Hamet 139]; e ufgetroßt Kind 'uneheliches Kind' u. Uffgetroßter! (Schimpfwort) [ KU-Schmittw/O]. RhWB Rhein. VIII 1397; Bad. I 87. —
2. schw. u. st. 'aufdunsen, aufschwellen'. Ja, wammer so darch die Käll geht, dut aam 's Gesicht halt uftrosse [ KU-Kaulb]. Das Wort erscheint meist im Part.

[Bd. 1, Sp. 410]
Perf., das bei starker Konjugation verschiedenen Stammsilbenvokal aufweist: e ufgetroßt(es) 'aufgedunsenes' Gesicht [WPf KB-Zell NW-Wachh Elmst], e ufgetrosse(nes) G. [KU-Lohnw ZW-L'wied Stamb RO-Alsbr KL-Fischb KB-Weihf NW-Lambr Frankth], e ufgetroose G. [ NW-Geinsh Mußb Haßl FR-Kindh LU-Neuhf], e ufgetruuse(nes) G. [ NW-Erph LA-Gommh], e ufgetraanse(nes) G. [ LU-Alsh Neuhf SP-Harths], e ufgetrense G. [ NW-Haßl Spey]. Die Formen des starken Partizips können als verschiedene Grade der Kontamination von ufgetroßt und ufgedunse (s. PfWB aufgedunsen) aufgefaßt werden; der Schwund von n bewirkte Längung und Nasalierung des Vokals. — Zu mhd. troʒʒen = stroʒʒen 'angeschwollen sein, strotzen', Lexer Lexer II 1533. — Saarbr. 214 ufgedrus; Bayer. I 568 gedrussen (Aschaffenburg).
 
  
auf-trossen2 schw.: 'den Troß (Querfalte am Frauenrock) auflösen', uftrosse [ KU-O'alb]. — Aus frz. trousse. — LothWB Lothr. 106 Tross.