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Pfälzisches Wörterbuch 
 
ätsch bis Attestat (Bd. 1, Sp. 355 bis 356)
 
   ätsch: Ausruf der Schadenfreude und des Spottes, zumeist im Ausruf Äätsch, äätsch, schawe Riebche (oder: Holleriebche), den ein Kind dem andern im Spotte zuruft, indem es dabei einen Zeigefinger auf dem andern reibt; oft werden Worte, die auf den Schaden hindeuten, zugefügt, z. B. Du hoscht Bumbes kriet [verbr.]. Mancherorts wird der einleitende Satz zu einem Vers oder gar Vierzeiler erweitert: Äätsch, äätsch, schaawe Riebche, bees, bees Biebche [ NW-Lambr], — oder: 's Anna hot e Biebche 'einen Schatz' [ KL-Fischb], — oder: morje kriescht e Biebche, iwwermorje e Mädche, das häßt Gretche [ KU-Bedb]; vgl. PfWB äks, PfWB äksch. — F.: d, selten ęd.RhWB Rhein. I 291; Bad. I 76; Kluge-Mitzka17, 35.
 
  
Ätsch n.: 'Unreines, Schlechtes, Schlimmes, das man nicht anfassen darf', Äätsch [ KU-Kaulb]. — Wohl aus ätsch abgeleitet.
 
  
Ätsche f.: 'Eichhörnchen', Ätsch [ KL-Mackb]; vgl. PfWB Hätsche.
 
  
Attacke f.:
1. 'Zusammenstoß, Auseinandersetzung, Streit'; Adack mache 'Streit beginnen' [ Gal-Dornf]; Aandack mit 'm han [KL-Fischb (Kleeberger 123)]; meist Pl.: Mit dem kriet mer glei Adacke [KU-Kaulb, verbr. vorn. WPf]; ... e klaani Addack mit eme Fremde [Kühn Hamet 93]. RhWB Rhein. I 292; Bad. I 76; Schwäb. I 348. —
2. 'Angriff', urspr. militärisch; e Adack reiten; übertr. vom Anfall einer Krankheit [Kühn Schnitze I]. ElsWB Els. I 81 u. 56. Auch 'Runde' in einer längerdauernden Arbeit, z. B. Mer dreschen (mit der Maschine) noch e A. [ Gal-Dornf]. —
3. scherzweise 'Gelage'. Warscht du aach bei der Addak? [Kühn Schnitze I]. —
4. 'Schläge'. Willsche Addakke han?, nur bei alten Leuten (1930) [ KU-Dennw/Frohnb]. — F.: aˈdak, Pl. aˈdagə.
 
  
attackieren schw.: 'angreifen, anfallen'. Die Liß hot mich andakeert, weil ich net merrer gedanzt han [ RO-Lettw].
 
 
Attchen n.: 'Rohling' Attsche [Kaislt]. — Aus Attche, dem Dimin. von Artur oder Adolf?
 
  
Atte, Ättem.:
1. 'Vater', Adde, Ädde [verbr. (1930)], zumeist auf Juden angewandt, in der Kinderspr.; vgl. PfWB Atter, Däde. —
2. 'Großvater' [ RO-Finkb]. — F.: ędə; BZ-Gräfhs hat adə. Ahd. atto 'Vater'; Kluge-Mitzka17, 35. — RhWB Rhein. I 292; ElsWB Els. I 81; Bad. I 76; Nass. 50.
 
  
Atteldidi m.: 'Mensch, der viel ißt' [ PS-Rodalb].
 
  
Atter m.: 'Vater', zumeist in der Kinderspr., Atter [ RO-Börrstdt LU-Neuhf BZ-Dörrb Mühlhf Apphf GH-Hay Hatzbühl], scherzweise auf eine

[Bd. 1, Sp. 356]
best. Person angewandt [ GH-Zeisk]. — F.: adər. — Kontamination aus Atte und Vater.
 
 
Attest n.: wie schd. De Doktor hot mer e Attescht (adęd) geschriwwe [VPf, allg. bes. jüng. Gener.].
 
  
Attestat n.: 'Leumund, Ruf', Adeschdaat [ KL-Olsbrück]. Rhein. I 292; Bad. I 76.