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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Assel bis astig (Bd. 1, Sp. 350 bis 353)
 
  Assel f.: wie schd., meist in Zs. PfWB Keller-, PfWB Mauer-, PfWB Steinassel. — F.: neben asl vornehmlich ēs(ə)l; oft auch Dim. ēslχə.RhWB Rhein. I 287; ElsWB Els. I 74 Muresel; Bad. I 75.
 
 
Assisen Pl.: 'die Geschworenen, das Schwurgericht'. Er kummt vor die Assise, bis etwa 1900 weithin gebr., 1960 nur noch den Ältesten bekannt. Verstümmelt aus frz. cour d'assisses, das in der Zeit der frz. Verwaltung (1798-1814) aufgenommen wurde. Die pfälz. Auswanderer des 18. Jh. kennen das Wort nicht. RhWB Rhein. I 287.
 
 
Assistent m.: wie schd., Assischdent; zumeist in den Zs.: PfWB Forst-, PfWB Postassistent u. a. [allg.].
 
  
Assor m.: scherzhaft für 'Bett'. Ab in de Assor (asōr)! [Zweibr u. Umg. Wilms Alph. 11], Assur (asūr) [ HB-Webh].
 
  
Ast, Nastm.:
1. 'Ast, Zweig eines Baumes', Ascht, Nascht [allg.]. RA.: Er kummt uf kään griner A. [ ZW-Bechhf]. Das setzt sich uf e därre N., wenn ein Mädchen einen Mann ohne sicheres Einkommen heiratet [ Gal Buch Don]. Dem han se de N. abgsäät 'die Möglichkeit zu einer Unternehmung genommen' [Kaislt]. Der is durch die Näscht 'davongelaufen' [ KU-Trahw]. Der dickscht(e) N. is dorch, wenn der Schnarcher einhält [verbr.]. Volksgl.: Wammer Blumesteck ziege will, muß mer sich de Näschtelcher stehle, wu mer sie devun ziege will [Fogel Beliefs Penns 1002]. a. 1521: vor 'für' 8 escht [SpeyGg-HospR]. a. 1577: ...Aichbaum hatt gar Keine Nest gehapt [Zweibr I 5]. a. 1588: ...sampt Baumen sampt Nesten ... [WerschwSchR]. a. 1601: eines abgefallenen Nastes [HanLicht. 7 Amt Lemberg]. a. 1615: ein Nast von einem baum [Huberweistum der Gem. Kreimbach (KU)]. —
2. mildernd 'Höcker' (auf dem Rücken). Er lacht sich e Ascht [KU-Bedb LU-Limbghf Glückstein 30]. RhWB Rhein. I 288. — Zs.: Neben PfWB Haselnuß-, PfWB Tannenast usw., auch Trag-, PfWB Zugast. — F.: Zumeist nad, Pl. ned, bei Auslandspfälzern wohl allg.; ad, ęd nur in den Städten und in Stadtnähe, bes. jüngere Gener. — RhWB Rhein. I 288; LothWB Lothr. 379; ElsWB Els. I 789/90; Bad. I 75.
 
 
Aster f., m.: wie schd., Aschder [allg.]. Syn. (nach Wilde 11/12): Abnehmenkraut, Aschge, Berufkraut, Totenblume, Herrgottskrone, Katharinenblume, Krisentenne, Krosandre, Ochsenauge, Strohblume. Zs.: PfWB Herbst-, Margarethen-, PfWB Sommer-, PfWB Straußfeder-, PfWB Winter-, PfWB Zwergaster. — F.:

[Bd. 1, Sp. 351]

[Bd. 1, Sp. 353]
adər, adÄr; Pl. ad(ə)rə.RhWB Rhein. I 288; Bad. I 75.
 
 
asterlich, ästerlich s. PfWB eisterlich.
 
 
Ast-, Nast-gabelf.: wie schd., Ascht-, Naschtgawwel, von Kindern für die Schleuder gebraucht [verbr.].
 
  
Ast-heimer m.: scherzhaft für 'Birnwein', weil er auf dem Ast wächst, Aschtheimer [ KU-Bedb KB-Bischh]; auch PfWB Hohenastheimer genannt.
 
 
Asthma n.: wie schd., Aschtma (admÄ) [allg.]. Dafür meist die Umschreibungen: Er kriet kään Luft, hot eng, is eng uf de Bruscht, den strämmt die Bruscht. Bad. I 75.
 
 
astig, ästigAdj.: 'durchsetzt von Astknoten'; aschdich (adiχ) naschdich (nadiχ) [verbr. Lambert Penns 108]. Zum Anlaut s. PfWB Ast, PfWB Nast.