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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Arsch-tasche bis artlich (Bd. 1, Sp. 341 bis 342)
 
   Arsch-tasche f.: 'Gesäßtasche', Aarschdasch [ KU-Körbn KB-Kriegsf NW-Neidfs]; vgl. PfWB Arschsack.
 
 
Arsch-tritt m.: 'Tritt auf das Gesäß', Aarschtritt [verbr.].
 
  
Arsch-wisch m.: 'Wisch zum Abwischen nach dem Stuhlgang', Aarschwisch [verbr.]. Der daut for sei Beruf wie der Iil 'Igel' zum A. [ WD-Niedkch]. Ortsneckspruch: Reredal 'Rödental' (bei Elmstein) licht im Loch, hen e gfreckte Gaul gestoch. Sie hen gemäänt 's wär en Fisch, war's de Ichlbacher (Iggelbacher) ehrn A. Rhein. I 273; ElsWB Els. II 874; Bad. I 73.
 
  
Arsch-wolf m.: 'wundgelaufene Stelle zwischen den Beinen', Aarschwolf [ RO-Als LU-Oggh Altr BZ-Albw]; vgl. PfWB Wolf.
 
  
Art f.:
1. 'Gattung, Geschlecht' (lat. genus). Er is aus de Aart g(e)schla(che) 'ist (nach Charakterart) anders als seine Eltern' [allg.]. Speck un Schwart vun ääner A., von Geschwistern [ BZ-Dierb]. Volksgl.: Wann ebbes net gebeere kann, gebscht em Milich von seinre Art zu drinke [Fogel Beliefs Penns 1848]. Gebb mer Same, daß ich werre 'wieder' an die Art kumm, wenn einem ein bestimmter Samen ausgegangen ist [KB-Bischh, verbr.]. SprW.: Wammer Äppel abmacht, soll mer die A., d. h. einige Äpfel, hängge losse (damit der Baum im nächsten Jahr wieder trägt) [ KU-Schmittw/O KB-Bischh]. Davon auch die RA.: Net emol die A. 'keine Spur' [ Don-Schowe Torscha]. —
2. 'Art und Weise' (lat. modus). Das muschde uf e anneri A. mache [allg.]. Auch Pl.: Modern gebild't nooch

[Bd. 1, Sp. 342]
Arte [Claus 86/87]. Im bes. 'rechte Art und Weise'. Du kriescht se (die Schläge) nooch schenschder A.! [verbr.]. Der Anzug hot kää (kaa) A. [allg.]. SprW.: Guri Wart 'Wartung' macht guri A. [BZ-Dierb Land Gal Buch Don]. E Mann ohne Bart hot kee(n) Art [Hebel 46]. —
3. 'Wachstumskraft'. Do is e A. drin! [ KB-Kriegsf]. —
4. die Frucht der 'Vacinium uliginosum', einer der Heidelbeere sehr ähnlichen aber fader schmeckenden Frucht, Art [ KU-Hinzw]. — Zs.: PfWB Herren-, PfWB Holz-, Machart. — F.: ārd ād [mittl. WPf sonst sporadisch], rd Äd d [übrige Pfalz]; rd [ KU-Schmittw/O]; ǟrd [ KU-Rothselbg]. — RhWB Rhein. I 273 ff.; LothWB Lothr. 14; ElsWB Els. I 69; Bad. I 73.
 
  
arten schw.: sich a. 'gedeihen'. Die Seicher 'Schweinchen' oorde sich gut [ KU-Schmittw/O]. Zs.: PfWB aus-, PfWB nacharten. RhWB Rhein. I 276.
 
 
Arte(n) 'Mulde' s. PfWB Narten.
 
 
artig Adj.: 'sittsam, brav'; e aardich(es) Kind [allg.]. Dafür häufiger PfWB brav. Im Wenkersatz 'Du bist artig gewesen' wurde 1960 in 40% der Fälle artig und in 60% brav angegeben. — RhWB Rhein. I 276; Bad. I 73.
 
  
Artikel m.:
1. 'Ware'. Das is en gsuchter Ardikel [allg.]. —
2. 'Angelegenheit'. Bei meer, do werd in dem A. iwerhaupt net gewackelt [PfMus. 1887 s. 86]. 's es emol genunk vun dem A. [NPf (PfId. 169)]. a. 1763: Artikul [ LU-Assh]. —
3. Zeitungsaufsatz. — F.: ardig(ə)l.RhWB Rhein. I 279; ElsWB Els. I 70; Bad. I 73.
 
 
Artillerie f.: wie schd. — F.: ardǫl(ə)ˈrī [fast allg.], ardil(ə)ˈrī [selten]. — RhWB Rhein. I 279; Bad. I 73.
 
  
artlich Adj.:
1. 'eigenartig, sonderbar, seltsam auffallend, komisch'. Das is e(n) aartlicher Mensch [verbr.]. Er hot so a. gebappelt 'hat dummes, irres Zeug geredet' [KB-Bischh, verbr.]. 's gemahnt mich a. 'Es mutet mich sonderbar an' [NPf]. 's is mer so aartelich 'körperlich nicht gut, krankhaft' [Kleeberger 97]. Das schmackt ganz a. [verbr., auch Don Gal Buch]. De Himmel ('s Werrer) is heit so a., bes. vor einem Gewitter [ WD-Niedkch ZW-Bechhf Dietriching KB-Bischh LA-Mörzh]. Das is ebbes Aartliches 'etwas Besonderes' [ KU-Wolfst KB-Bischh]. —
2. von einem Kind 'niedlich' [ Gal-Dornf]; 'artig, wohlgesittet' [ Don-Schowe Werbas]. — F.: ārdliχ, rdliχ, selten ādəliχ, bez. ā u. s. PfWB Art. — Bedeutung 1 gehört zu mhd. art 'angeborene Eigentümlichkeit, Eigenart'; bei Bed. 2 scheint artig eingewirkt zu haben. — RhWB Rhein. I 278; LothWB Lothr. 14; ElsWB Els. I 70; Bad. I 73.