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Pfälzisches Wörterbuch 
 
ab-füllen bis ab-gastig (Bd. 1, Sp. 32 bis 33)
 
ab-füllen, schw.
ab-fummeln, schw.
ab-fümmeln, schw.
ab-fusern, schw.
ab-füttern, schw.
ab-gabeln, schw.
Ab-gaben, Pl.
ab-galoppieren, schw.
Ab-gang, m.
ab-gängig, Adj.
Ab-gast, m.
ab-gastig, Adj.
ab-gaunern, schw.
ab-gauzen, schw.
ab-geben, st.
ab-gebrannt, Adj.
ab-gebrüht, Adj.
ab-gedippelt
ab-gedroschen, Adj.
ab-geheien, schw.
ab-gehen, st.
ab-geneigt, Adj.
Ab-geordneter, m.
Ab-geplage, n.
Ab-gereds, n.
Ab-geredsel, n.
ab-geschmackt, Adj.
Ab-geschmälzte, Pl.
ab-gespannt, Adj.
abgestumpft, Adj.
ab-getrieben, Adj.
ab-gewinnen, st.
ab-gewöhnen, schw.
ab-gieksen, schw.
ab-gießen, st.
ab-glänzen, schw.
ab-glecken, schw.
ab-glitschen, schw.
ab-graben, st.  u.  schw.
ab-grasen, schw.
ab-greifen, st.
Ab-greuel, m.
ab-grotzen, schw.
ab-grutzen, schw.
ab-gucken, schw.
ab-gunstig, Adj.
ab-hächsen, schw.
ab-hächten, schw.
ab-hacken, schw.
ab-häkeln, schw.
ab-halftern, schw.
ab-halten, st.
ab-handeln, schw.
Ab-hang, m.
ab-hängig, Adj.
ab-henkisch, Adj.
ab-härmen, schw.
ab-härmsen, schw.
ab-härten, schw.
ab-haspeln, schw.
ab-hatzen, schw.
ab-hauen, st.
ab-hausen, schw.
ab-häuten, schw.
ab-hazeln
Ab-hebchens, n.
Ab-heben, n.
ab-heben, st.
Ab-heben, n.
ab-heilen, schw.
ab-helfen, st.
ab-henken, schw.  u.  st.
ab-hängen, schw.  u.  st.
ab-hetzen, schw.
Ab-hilfe, f.
ab-hin
ab-hobeln, schw.
ab-hocken, schw.
ab-hold, Adj.
ab-holen, schw.,  st.
Ab-holer, m.
Ab-holz, n.
ab-hören, schw.
ab-hotzeln, schw.
ab-hudeln, schw.
ab-hungern, schw.
ab-hunzen, schw.
Ab-hunzerei, f.
äbich
ab-jackern, schw.
ab-jäckern, schw.
ab-jagen, schw.
ab-jasten, schw.
ab-jästen, schw.
ab-jaten, schw.
ab-jatzen, schw.
ab-jöcheln, schw.
ab-jochen, schw.
ab-kalben, schw.
ab-kampeln, schw.

[Bd. 1, Sp. 32]
  ab-füllen schw.: nach dem Schd. 'aus einem Gefäß in andere (bes. in Flaschen) füllen'; Wein abfille [allg.]. Rhein. II 881.
 
  
ab-fummeln, -fümmelnschw.:
1. gegenst. 'durch Fummeln (derbes Reiben) reinigen', abfummele [verbr.], -fimmle [ SP-Ottstdt]. Du wersch glei mit de Worzelberscht 'Wurzelbürste' abgefummelt! Drohung gegenüber einem Kind, das sich schmutzig gemacht hat [Kaislt]. —
2. übertr. 'derb die Meinung sagen'. Den hab ich awwer abgfummelt [ PS-Nd'schlettb]. Syn. s. PfWB ausschelten. — Zu PfWB fummeln; vgl. Kluge-Mitzka17. — RhWB Rhein. II 889; Bad. I. 8.
 
 
ab-fusern schw.: 'Fasern lassen', abfussere [verbr., bes. WPf NPf]; vgl. PfWB abfisen. Rhein. II 931 abfuseln.
 
  
ab-füttern schw.:
1. 'fertig füttern', vom Vieh, aber auch vom Menschen [allg.]. Gruß- u. Anredeformel beim Eintritt in den Stall: Ball abgefiddert? [ RO-Schweisw]. Erscht die Kinner abfiedere, dann essen mer 'wir' [mittl. VPf]. Auch rückbezügl. 'gehörig essen'. Ich han mich abgefiddert [ RO-Dielkch]. —
2. 'durchprügeln', iron. Er isch abgefiedert worre [ NW-Geinsh BZ-Steinf]. Syn. s. PfWB verhauen. — RhWB Rhein. II 956; ElsWB Els. I 159; Bad. I 8.
 
 
ab-gabeln schw.: 'mit der Gabel abladen'; Ha(a)i abgawwle [allg.]; vgl. PfWB abspießen. RhWB Rhein. II 966; LothWB Lothr. 2.
 
 
Ab-gaben Pl.: 'Steuern'. De arem Bauer es so arig gedrickt met Abgabe recetera 'etcetera' [PfId. 165]
 
  
ab-galoppieren schw.: 'sich schnell davonmachen'. Er is abgaloppiert [ LU-Alsh], abgaleppert [ GH-Berg]. Syn. s. PfWB weglaufen. ElsWB Els. I 210.
 
  
Ab-gang m.:
1. 'das Weggehen, Abtreten'. Er kriet 'findet' ken Abgang 'Er weiß bei einem Besuch oder im Gespräch nicht rechtzeitig ein Ende zu machen' [ KU-Kaulb KL-Hirschhn]; dafür auch PfWB Kehre. —
2. 'die Entlassung aus der Dienstpflicht, insbes. vom Militär, vom Amt, von der Schule', nach dem Schd.; sei Abgang vun de Schul [allg.]; vgl. PfWB Abkehr. —
3. +'Schwächung, Niedergang, Verfall'. a. 1359: vor abeganch des geltes 'wegen der Entwertung des Geldes' [ZweibrReg. 249]. a. 1570: ... daß der wald vnd gäreid deß Qverenbergs in merckl(ich)en schaden vnd abgang gerathen [PfWeist. I 100 (Bergz)]. —
4. 'Der Verkauf von Waren'. De Spinat hot desjohr ke(n) Abgang [verbr.]; dafür auch PfWB Absatz. —
5. 'Minderwertiges, minderwertige Überreste'. Desjohr gibbts (an der Frucht) viel A. [KU-Schmittw/O verbr.]; vgl. DWB DWb. I 43. Davon das Scheltwort Du bisch(t) de(r) A.! [ LU-Alsh]. —
6. 'Verwerfungsspalte im Gestein' (Fachausdruck der Steinhauer) [verbr.]. — RhWB Rhein. II 1002; Bad. I 8.
 
 
ab-gängig Adj.:
1. 'fehlend'. Mei Hut is mer seit geschter abgängisch [KU-Diedkpf LU-Alsh]. —

[Bd. 1, Sp. 33]

2. 'unbrauchbar, minderwertig'; vgl. PfWB Abgang 5 u. PfWB abgehen I 2 f. De(r) Anzug werd schun abgängich [verbr. bes. SOPf], dass. auch von Tieren, bes. Haustieren. a. 1600 (ca.) ... im Fall die alten stein abgingig ... [Friedel Hoheck 180]. — RhWB Rhein. II 1008; ElsWB Els. I 223 f.; Bad. I 8.
 
 
Ab-gast m.: 'häßlicher und zugleich widerlicher Mensch', Abgascht [KU-Kaulb IB-Nd'würzb (PfId. 9) Don Gal Buch]; 'einer, der alles vorweg frißt' [Schandein Bav. IV, 2 S. 249]. RA.: Das is der A. vun der Welt 'der häßlichste und widerlichste Mensch' [ Don Gal]. SprW.: Am eerschde Dag e Gascht, am zwette Dag e halwer, am dritte Dag e Abgascht u. ä. [ Don Gal Buch]. — Das Präfix abverkehrt hier die Bedeutung des Grundwortes in das üble Gegenteil; vgl. Henzen 78. Möglicherweise hat auch garst 'stinkender Geschmack' ( Lexer Lexer I 739) eingewirkt. Abwegig ist Schandeins Versuch (a. a. O. 249), das Wort als eine Zusammenziehung aus Albgast zu erklären. Zu Gast vgl. auch Wolf [1665]. — RhWB Rhein. II 1033 (Garst); Saarbr. 2 (Abgarscht); LothWB Lothr. 1 (Abgascht).
 
 
ab-gastig Adj.: 'garstig von Angesicht und zugleich unfreundlich'; e abgaschdicher Kerl Ableitung aus Abgast.RhWB Rhein. II 1034 (abgarstig); Saarbr. 2 (abgarstig); LothWB Lothr. 1 (abgaschtich); Bad. I 8 (abga(r)stig).