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Pfälzisches Wörterbuch 
 
an-sprechen bis an-ständig (Bd. 1, Sp. 281 bis 282)
 
an-sprechen, st.
an-sprengen, schw.
an-springen, st.
An-spruch, m.
anspruchs-los, Adj.
anspruchs-voll, Adj.
an-spuren, schw.
an-sputzen
an-stahlen, schw.
An-stalt, f. Pl.
An-gestalt, f. Pl.
An-(ge)stalten, f. Pl.
An-stand, m.
an-ständig, Adj.  u.  Adv.
Anstands-besuch, m.
Anstands-brocken, m.
Anstands-dame, f.
Anstands-rest, m.
Anstands-wauwau, m.
an-starr, Adv.
an-starren, schw.
an-statt(s), Präp.
an-stechen, st.
Ansteck-brenke, f.
an-stecken, schw.
An-stecker, m.
Ansteck-kran, m.
an-stehen, st.
an-steigen, st.
an-steipern, schw.
Anstell-bord, n.
Anstell-diele, f.
an-stellen, schw.
An-steller, m.
An-stellerin, f.
an-stellig, Adj.
Anstell-leiter, f.
An-stellung, f.
Anster
An-stich, m.
an-stickeln, schw.
an-stiefeln, schw.
an-stieren, schw.
an-stiften, schw.
An-stifter, m.
an-stimmen, schw.
An-stoß, m.
an-stoßen, st.
An-stößer, m.
an-stößig, Adj.
an-sträffen, schw.
an-strämmen, schw.
an-strecken, schw.
an-streichen, st.
An-streicher, m.
an-strengen, schw.
An-strich, m.
an-stricken, schw.
an-stritzen, schw.
an-strüpfen, schw.
an-stückeln, schw.
an-stücken, schw.
an-stumpfen, schw.
an-stüpfeln, schw.
an-stupfen, schw.
Ansturm, m.
an-stürmen, schw.
an-sturren, schw.
an-stürzen, schw.
an-stutzen, schw.
An-tacke
antackieren
an-tanzen, schw.
an-täpeln, schw.
an-tapern, schw.
an-tappisch, Adj.
an-tappsen, schw.
an-tapschen, schw.
an-tapsen, schw.
an-tasten, schw.
an-tätscheln, schw.
an-tatschen, schw.
Ant-bord, n.,  m.
ant-borden, schw.
An-teel
An-teil, n.
Anteil-nahme, f.
an-telefonieren, schw.
Anterich, m.
an-termen, schw.
anternen
Ant-haupt, n.
Ant-häupt, n.
Anti-christ, m.
an-tigern, schw.
an-tippeln, schw.
an-tippen
Anti-semit, m.
Antoinette, f.
Anton, m.
   an-sprechen st.:
1. 'anreden', aanspreche (aanbręχə) [verbr. vorn. VPf], -sprooche [ WD-Niedkch]. —
2. um etwas a. 'bitten' [allg.]. Mit Akk. der Person (in älteren Belegen) 'einen mit Worten bittend, fordernd angehen'. a. 1324: wanne die vorgenannte edelfrauwe die selben gerichte von eins kuniges wegen anesprach [Ottbg Urkb. 342]. a. 1553: wo man sie angesprochen, seind sie mitgelaufen helfen jagen [ABlieskst. 55 (Ingb)]. — RhWB Rhein. VIII 420; ElsWB Els. II 557; Bad. I 61.
 
  
an-sprengen schw.: wie schd.; im Galopp angesprengt (aangəbręŋgd) kumm(e), vom Reiter [ KB-Bischh BZ-Dernb].
 
 
an-springen st.:
1. 'sich in schnellem Lauf nähern', gew. Part. Perf. 's Kind is aangesprung kumm [Kaislt, allg.]. —
2. einen a. 'in feindlicher Absicht gegen einen hinspringen'. De Hund hot mich aangesprunge [nördl. VPf allg.]. —
3. De Modoor springt aan 'tritt in Funktion', nach dem Schd. [allg.]. .
4. 'entspringen', von fließenden Gewässern. a. 1547 (Abschr. Ende 16. Jh.): die erst springt ahn im Hentzgensborn, fleußt gen Hatweiller in den weg [ZweibrOA-Bannb. 64]. — RhWB Rhein. VIII 433.
 
 
An-spruch m.:
1. 'Anrecht', nach dem Schd. Ich han e Aanspruch (-brux) druf [WPf, allg.]. —
2. etwas in A. nehmen, wie schd. —
3. Pl. 'Forderungen, die man an andere, an das Leben stellt'. Er stellt (macht) grouße Aansprich [südl. VPf, allg.]. — RhWB Rhein. VIII 445; LothWB Lothr. 11; ElsWB Els. II 556; Bad. I 61.
 
 
anspruchs-los, u. anspruchs-voll Adj.: nach dem Schd. [allg.].

[Bd. 1, Sp. 282]

 
   an-spuren schw.: 'vorsichtig in Erfahrung bringen, sondieren'. Do muß ich emool druff aanspore (-bōrə) [ KU-Kaulb Kreimb RO-Messbhf KL-Hirschhn Trippstdt KB-Bischh], -spure (-būrə) [ NW-Hardbg]. Syn. s. PfWB auskundschaften. — Zu mhd. md. spuren, sporen 'der Fährte des Wildes suchend nachgehen', Lexer Lexer II 1125.
 
 
an-sputzen s. PfWB anspauzen.
 
  
an-stahlen schw.: 'mit neuem Schneidestahl versehen', aanstahle (āndālə) [ KU-Bechb PS-Fehrb]. Bad. I 61.
 
  
An-stalt, -gestaltf., -(ge)stalten Pl.:
1. 'Heil- und Pflegeanstalt'.
a. 'Irrenanstalt in Klingenmünster (heute Landeck). Er kummt uf (in) die Aangschdalt [ LA-Mörzh], Aanstalt (ndald) [verbr.]; häufiger: uf Klingeminschder.
b. Andere Anstalten mit Ortsangabe: die Anstalt in Frankedaal 'Taubstummenanstalt in Frankenthal', die Anstalt in Bethel 'Bodelschwinghsche Anstalten' u. ä. —
2. Anstalt, Anstalten machen 'Vorbereitungen treffen'. Machen emool Oongestalt, daß die Hinkel nimmi in de Gaarde kenne [ KU-Schmittw/O]; meist Pl. Aan-, Aangestalte; in pfälzischen Siedlungen Galiziens: Oon-, Oongestalte. Die ältere Gener. neigt mehr zur Form mit -ge-, die jüngere zu der ohne -ge-. — Zs.: Pflege-, Blinden-, Taubstummen-, Irren-, Lungenheil-, PfWB Narrenanstalt. — RhWB Rhein. VIII 507/08: ElsWB Els. II 594; Bad. I 61.
 
  
An-stand m.:
1. 'gute Sitte, schickliches Benehmen'. Der hat kään Aanstand (-dand) [Kaislt, allg.]. RA.: Er hot de Aanstand mim Leffel gefresse, wer sich auf seinen Anstand etwas einbildet [ BZ-Annw]. —
2. 'Anstand auf der Jagd', nach dem Schd. [allg.]. —
3. 'Anlage zu etwas'; de Aanstand dezu han, zu einer Krankheit z. B. [ KU-Rutsw/L]. —
4. Pl. 'Schwierigkeiten'. Gebb acht, bei dere Sach kannscht Aanständ kriee [KB-Bischh, verbr.]. — RhWB Rhein. VIII 517; ElsWB Els. II 602; Bad. I 61/62.
 
  
an-ständig Adj. u. Adv.:
1. 'schicklich'; sich aanstännich benemme, e aanstännicher Mensch [allg.]. —
2. 'angemessen', z. B. von Preisen [allg.]. —
3. mit dem 3. Fall (die ält. Bed.) 'passend, angenehm, erwünscht', eigentl. 'was einem ansteht'. Der Hut wär mer aanstännich [SOPf]. RA. (ironisch): 's is 'm alles oonstännich 'Er stiehlt alles' [ KU-Schmittw/O]. —
4.
a. Adj. 'beachtlich, beträchtlich'; e ganz aanstännicher Rausch [Kaislt, allg.]. —
b. Adv. 'tüchtig, sehr'. Dem werd aanstännich gewwe [ BZ-Steinf, allg.]. — RhWB Rhein. VIII 525; LothWB Lothr. 11; ElsWB Els. II 603; Bad. I 62.