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An-schlag bis an-schlappen (Bd. 1, Sp. 272 bis 274) | |||
An-schlag, m. Anschlag-buckel, m. Anschlagchens, n. Anschläge-fresser, m. Anschläge-krämer, m. An-schlagelns, n. An-schlagerleins, n. Anschläge-macher, m. an-schlagen, st. An-schlagen, n. an-schlammen, schw. an-schlämmen, schw. an-schlappen, schw. an-schleichen, st. an-schlemmen an-schleppen, schw. an-schließen, st. an-schlüpfen, schw. an-schlurpsen, schw. An-schluß, m. an-schmarotzen, schw. an-schmeicheln, schw. An-schmeißchens, n. an-schmeißen, st. an-schmiegen, schw. an-schmieren, schw. an-schmuggeln, schw. an-schmusen, schw. an-schnallen, schw. an-schnauen, schw. an-schnauzen, schw. an-schneiden, st. An-schnitt, m. an-schnurren, schw. Anschor, m. an-schränken, schw. an-schrauben, schw. an-schrecken, schw. an-schreiben, st. an-schreien An-schub, m. an-schuchten an-schucken, schw. an-schücken, schw. an-schuhen, schw. anschuhlen an-schuldigen, schw. an-schuppen, schw. an-schuppsen, schw. an-schurbeln, schw. An-schurgel, f. an-schwänzeln, schw. an-schwärmen, schw. an-schwärzen, schw. an-schwefeln, schw. an-schweißen, schw. an-schwellen, st. an-schwemmen, schw. an-schwindeln, schw. an-schwipsen, schw. an-sebeln, schw. an-sechtig an-segeln, schw. an-sehen, st. An-sehen(s), n. an-sehnlich, Adj. an-seichen, schw. an-sein an-seitet Anselm, m. an-sengen, schw. An-setze, f. an-setzen, schw. An-setzen, n. Ansicht, f. an-sichtig, Adj. Ansichts-karte, f. an-singen, st. an-sinnen, st. An-sinnen, n. An-spann, m. an-spannen, schw. an-spauchen, schw. an-spauen, schw. an-spauzen, schw. an-spellen, schw. an-spielen, schw. An-spieß, m. an-spinnen, st. ansporen An-sprache, f. an-sprachen an-sprechen, st. an-sprengen, schw. an-springen, st. An-spruch, m. anspruchs-los, Adj. anspruchs-voll, Adj. an-spuren, schw. an-sputzen | 1. 'die abgeschrägte Fläche der Wand in einer Fensternische', Aanschlag [ KB-Bischh LA-Birkw]; vgl. PfWB Gleif. — 2. ' Teil an der Sense', s. PfWB Sense [verbr.]. — 3. 'Bekanntmachung am Gemeindebrett' [verbr.] — 4. Mer muß das in Aanschlach bringe 'in Rechnung stellen, in Betracht ziehen', nach dem Schd. [verbr.]. — 5. Pl. a. 'Überbleibsel von der Mahlzeit', Ooschleeg [Buffington Penns Var. 246]. — b. 'törichte Wünsche, Anliegen, Pläne'. Mit so Aanschlää(ch) se kumme! [allg.]. Du hoscht alleritt annere Aanschlä [ RO-Als]. RA.: Der is voll Aanschlä(ch) wie e Hund voll Fleh [verbr., bes. WPf NPf]. Der halt sich e Hund fer die Anschlä(ch) [Bd. 1, Sp. 273] se fresse, von einem, der sich unnötigerweise einen Hund hält [LU-Alsh, verbr.]. — RhWB Rhein. VII 1217/18; ElsWB Els. II 455/56; Bad. I 60. 1. 'Mensch, der immer wieder neue Wünsche und Pläne hat, Projektenmacher', Aanschlääfresser [ KU-Hundh Kaulb RO-Semb Kaislt KB-Bischh]; vgl. PfWB Anschlägemacher. — 2. 'Schmarotzer, Schmeichler' [NW-Haßl Neustdt PfId. 14 Kühn Hamet 95 Glückstein 36]. — 3. 'Scheltwort auf einen Hund, der nichts taugt' [ NW-Weish/S]. — Rhein. VII 1218; Saarbr. 179. I. trans. 1. 'kräftig anstoßen, schlagend berühren'. a. de Kopp am Balke aanschla(ch)e [allg.]; vgl. PfWB anbumpen. — b. die Dei(ch)sel a. 'beim Wenden des Wagens die Deichsel (nach links oder rechts) drehen' [verbr.]. — c. 's Gewehr a. 'in Anschlag bringen' [allg.]. — d. Holz a. 'mit dem Waldhammer oder der Axt diejenigen Bäume kennzeichnen, die gefällt werden sollen' [verbr.]. a. 1751: Es ist verboten, Holz umbzuhauen, wann ... solches nicht vorher von denen ... Förstern mit der Wald Axt angeschlagen worden [Zweibr I 671]. — e. e Faß a. 'anzapfen' [verbr. bes. NPf]; dafür meist PfWB anstecken. — f. beim Stricken die Masche a. 'auf die Stricknadel aufreihen' [allg.]; dafür auch PfWB aufschlagen. — g. einem eine (ein paar) a. 'eine Ohrfeige (Ohrfeigen) geben'. Ich schla der e paar aan [ BZ-O'hs KU-O'alb WD-Niedkch]. — h. Im Versteck-Lauf-Spiel gilt das Kind als aangeschla(che), das vor Erreichen des Ruheplatzes vom Fänger ausgezählt wird, vgl. PfWB Anschlagen [verbr.]. — i. de Ton uf'm Klavier a., nach dem Schd., auch übertr. e annere Ton a. 'in strengerem Ton reden' [verbr.]. — j. 'etwas seinem Werte nach bestimmen, einschätzen'. Wie hoch (houch) schla(ch)scht du des aan? [verbr.]. Ich habs far nix ang'schlache 'ihm keine Bedeutung beigelegt' [VPf]. a. 1751: Ein gantzer Wagen samt ... Völligem Zubehör ist angeschlagen 20 fl. [Kurpf. A. 973 (FR-Flomh)]. — k. 'mit einem Tun beginnen'; z. B. vom ersten Streich beim Mähen [ WD-Niedkch]; e Träbche (Trab) a. [verbr.]; Hand a. 'zu arbeiten beginnen' [NWPf]. — 2. 'durch Schlagen etwas an etwas anderem befestigen'. [Bd. 1, Sp. 274] a. e Schloß, e Scharnierche a. [allg.]. a. 1596: Schloß Im Keller an zu schlagen [Werschw SchR Bl. 253r]. — b. die Wäsem a. 'Rasenstücke auf einer graslosen Stelle (auflegen und) festschlagen' [ ZW-L'wied]. — c. 'durch Anschlag bekanntmachen', insbes. 'ein Heiratsaufgebot in dem dazu bestimmten Kasten aushängen'. Sie sind aangeschla(che) 'aufgeboten' [verbr.]; dafür auch: Sie hängen schun im Käschtche (Käschtel). 's Haus aangeschlaa krie'e 'bei einer Heirat oder einer Erbteilung das Haus überschrieben bekommen' [ FR-Albsh]. — II. intrans. 1. De Hund schla(ch)t aan, 'gibt Laut, bellt' [allg.]. — 2. 'gute Wirkung tun'. Bei dem schla(ch)t alles aan 'Der gedeiht bei jeder Kost' [NPf, allg.]. Auch: Die Kur es gut aangeschlaa [RO-Dielkch, verbr.]. Volksgl.: Wann's am Karfreidag räänt (regnet), dud de Rääche 's ganze Johr net aanschlache [südl. VPf]. — RhWB Rhein. VII 1206/07; Lothr. 10/11; Saarbr. 179; Bad. I 60. 1. Klickerspiel, bei dem der Spieler einen Klicker so gegen ein Brett wirft, daß dieser, vom Brett abprallend, den auf dem Boden liegenden Klicker eines Mitspielers trifft oder ihm so nahe kommt, daß beide mit einer Handspanne erfaßt werden können, Aanschlaae [KB-Bennhs (1930)]; vgl. PfWB Anepickchens, Anpickelns, PfWB Anschmeißchens. Früher wurde das A. als Zeitvertreib auch von Erwachsenen gespielt. — 2. Versteckspiel [Kaislt]. Ein Spieler muß zuhalle (zuhalten); d. h. er stellt sich auf der Platt (Platte) mit dem Gesicht gegen eine Mauer oder einen Baum und hält die Hände vor die Augen. Er zählt, wie vorher ausgemacht, bis zu einer bestimmten Zahl und ruft: Hinne weg, vorne weg, wer näwe 'daneben' steht, der is! Isses? Die Mitspieler, die sich indessen versteckt haben, rufen mit verstellten Stimmen: 's is (das i dehnend). Der Zuhaltende sucht nun die andern. Erspäht er einen, so läuft er schnell auf die Platte, schlägt dreimal an und ruft: Äns, zwää, drei fer ... — er nennt den Namen des erspähten Kindes. Der Erspähte ist nun aangeschlaa und muß beim nächsten Spiel zuhalten. Wem es gelingt, die Platte zu erreichen, ehe er erspäht wurde, der schlägt mit der Hand auf die Platte und ruft: Frei! 1. trans. 'nachlässig anziehen'; die Schuh aanschlappe 'in die Schuhe schlüpfen, ohne darauf die Schuhriemen zu binden' [WPf, Gal]. Musche jetzt immer die gude Hosse aanschlappe? 'anziehen, ohne auf Schonung bedacht zu sein' [Kaislt KU-Obw/Tiefb]. — 2. intrans. 'die Füße nachschleppend, in zu großen [Bd. 1, Sp. 275] Schuhen daherkommen', gew. im Part. Perf. Er kummt aangeschlappt wie e alder Mann [Kaislt, allg.]. — RhWB Rhein. VII 1248.
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