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Pfälzisches Wörterbuch 
 
an-rempeln bis an-rühren (Bd. 1, Sp. 268 bis 269)
 
an-rempeln, schw.
an-rennen, schw.
An-richte, f.
an-richten, schw.
an-rollen, schw.
an-rosten, schw.
an-rotzen, schw.
an-rücken, schw.
an-rudeln, schw.
an-rufen, st.
an-rühren, schw.
an-rumpeln, schw.
an-rußen, schw.
an-säbeln, schw.
an-säen, schw.
an-sagen, schw.
an-sägen, schw.
An-sager, m.
an-sammeln, schw.
An-satz, m.
an-säuern, schw.
an-säufeln, schw.
an-saufen, st.
an-säuseln, schw.
an-sausen, schw.
an-schaffen, schw.
an-schaukeln, schw.
an-scheinen, schw.
an-scheißen, st.
Anschel, m.
Anscheler, m.
anscheln, schw.
an-scherig
an-schicken, schw.
an-schieben, st.
an-schießen, st.
Anschieß-mal
an-schiffen, schw.
anschiften, schw.
an-schirren, schw.
An-schiß, m.
An-schlag, m.
Anschlag-buckel, m.
Anschlagchens, n.
Anschläge-fresser, m.
Anschläge-krämer, m.
An-schlagelns, n.
An-schlagerleins, n.
Anschläge-macher, m.
an-schlagen, st.
An-schlagen, n.
an-schlammen, schw.
an-schlämmen, schw.
an-schlappen, schw.
an-schleichen, st.
an-schlemmen
an-schleppen, schw.
an-schließen, st.
an-schlüpfen, schw.
an-schlurpsen, schw.
An-schluß, m.
an-schmarotzen, schw.
an-schmeicheln, schw.
An-schmeißchens, n.
an-schmeißen, st.
an-schmiegen, schw.
an-schmieren, schw.
an-schmuggeln, schw.
an-schmusen, schw.
an-schnallen, schw.
an-schnauen, schw.
an-schnauzen, schw.
an-schneiden, st.
An-schnitt, m.
an-schnurren, schw.
Anschor, m.
an-schränken, schw.
an-schrauben, schw.
an-schrecken, schw.
an-schreiben, st.
an-schreien
An-schub, m.
an-schuchten
an-schucken, schw.
an-schücken, schw.
an-schuhen, schw.
anschuhlen
an-schuldigen, schw.
an-schuppen, schw.
an-schuppsen, schw.
an-schurbeln, schw.
An-schurgel, f.
an-schwänzeln, schw.
an-schwärmen, schw.
an-schwärzen, schw.
an-schwefeln, schw.
an-schweißen, schw.
an-schwellen, st.
an-schwemmen, schw.
an-schwindeln, schw.
   an-rempeln schw.:
1. 'stoßen', meist 'mit Absicht stoßen'. Er hot mich aangerembelt [allg.]; vgl. PfWB anbumpen. —
2. 'rauh anfahren' [ KL-Steinwd Reuschb LA-Venn]; vgl. PfWB anrumpeln. Syn. s. PfWB anfahren 2 c. —
3. '(unterwegs) anhalten und mit einem Anliegen behelligen'; vgl. PfWB anranzen 2. Syn. s. PfWB bitten. Der hat mich emol wirre um zeh Mark aangerembelt [Kaislt]. — RhWB Rhein. VII 63; ElsWB Els. II 259.
 
  
an-rennen schw.:
1. intrans.
a. 'rennend herankommen'. Er is (es) aangerennt kumm [WPf, allg.]. Du kummsch immer so korz aangerennt 'Du kommst mit deinen Wünschen immer so spät, daß dann alles in Eile geschehen muß' [Kaislt]. RA.: Das is so korz aangerennt 'zu kurz anberaumt, zu spät angeordnet' [KU-Kaulb, verbr.]. —
b. 'anstoßen', z. B. an eine Wand, an einen Vorübergehenden. Gebb owacht, du rennscht aan!, oder: Du rennscht dich aan! [allg.]. —
2. trans. einen oder etwas a., wie schd. Er hat mich aangerennt 'Er hat mich angestoßen, mir einen Stoß gegeben' [verbr.]; auch im Sinne von 'hat mich mit einem Anliegen angehalten' [ LA-Venn]. Du wersch(t) der noch de Schädel (de Kopp, die Stern, die Naas) aanrenne (bäis a.); dies

[Bd. 1, Sp. 269]
auch bildlich 'an den Unrechten kommen, bös hereinfallen' [verbr.]; dafür auch PfWB einrennen; vgl. PfWB anbumpen. — RhWB Rhein. VII 355; ElsWB Els. II 262; Bad. I 59.
 
 
An-richte f.: 'Tisch in der Küche zum Anrichten der Speisen', Aanricht [verbr. bes. mittl. u. südl. VPf Schandein Sprachsch. 2 Klein Prov. 17]. a. 1444: und wan man essen solle, so solle man vor der Anrichten die spise dargeben [Zweibr. I Nr. 541 Bl. 37]. RA.: in die Aanricht falle 'ohnmächtig werden'(?) [LU-Friesh (1930)]. RhWB Rhein. VII 400; ElsWB Els. II 230; Bad. I 59; Kurhess. 13.
 
  
an-richten schw.:
1. 's Esse aanrichte 'das Essen aus dem Kochtopf in die Schüssel tun und auftragen' [verbr. bes. WPf]. RA.: Mit de Sauboll 'dem großen Schöpflöffel' aanrichte 'aufschneiden, prahlen' [ KU-Kaulb]. Syn. s. PfWB prahlen. —
2. 'etwas Böses verursachen'. Do hoscht du was aangericht! [verbr.], ..e schäni Brih a. [Schandein Sprachsch. Notizen]; vgl. auch PfWB anrühren 2, PfWB anstellen.RhWB Rhein. VII 394; ElsWB Els. II 229; Bad. I 59.
 
 
an-rollen schw.: 'angefahren kommen', von schweren Fahrzeugen, aanrolle [verbr.]. RhWB Rhein. VII 492.
 
 
an-rosten schw.: 'zu rosten beginnen'. 's Messer is aangeroscht [allg.]. Rhein. VII 522.
 
  
an-rotzen schw.: 'mit heftigen und bösen Worten anreden', aanrotze [ KU-Kaulb Kreimb Pirmas]. Syn. s. PfWB anfahren 2 c.
 
 
an-rücken schw.:
1. 'an etwas heranrücken'; de Schank aanricke, z. B. an die Wand [allg.]. —
2. 'heranmarschieren, herankommen, eintreffen'; urspr. Soldatenspr. Sie sin (sein) aangerickt kumm(e) [allg.]. Unn rickt gleich e Faß a(n), dann wärkt das noch besser [Christmann Grummet 45]. — RhWB Rhein. VII 560; ElsWB Els. II 249; Bad. I 59.
 
  
an-rudeln schw.: RA.: Er esch schään aangerudelt 'betrunken' [ GH-Steinw]. Syn. s. (sich) betrinken. Das Grundw. wohl durch Dissim. aus dudeln.
 
 
an-rufen st.:
1. telephonisch a., wie schd.; 's Amt 'das Gemeindeamt' aanrufe [allg.]; vgl. PfWB antelefonieren; dafür früher anklingeln und anläuten.
2. 'um Hilfe bitten'. a. 1480: kompt der schultheis ruffent der arman jne ane, so soll er yme helffen [MHVPf. 1870 IV 4 (Hagb Weist.)]. Sonst in RA.: alle Heiliche (oder: Gott un alle Heiliche) aanrufe [VPf ZW-Battw, vorn. in kath. Gegenden]; de heilich Ulrich a. 'sich übergeben' [verbr.]; dafür auch PfWB ulrichen. — RhWB Rhein. VII 578; ElsWB Els. II 240; Bad. I 59.
 
  
an-rühren schw.:
1. 'berühren, betasten'.
a. etwas a. Kinner rihren alles aan [verbr.]. Ich hab heit noch ke(n) Sigaar aangerihrt 'noch nicht geraucht' [allg.]. Die rihrt nix aan (was ihr nicht gehört) [allg.]. Sie hot ehre Rosekranz am heilige Rock (in Trier) aanriere losse [ BZ-Dernb]. Der rihrt ken Strang (ken Finger, ke Hand) an, von

[Bd. 1, Sp. 270]
einem Faulenzer [verbr.]. —
b. einen a. Daß de mer des Kind net aanrihrscht! 'nicht schlägst' [verbr.]. De(r) Hund rehrt keins oon 'beißt niemand' [ KU-Schmittw/O]. Denn(e) derf mer net mim klene Finger aanrihre, von einem Überempfindlichen gesagt [allg.]. Sie loßt sich vun kem aanrihre 'hält sich die Männer vom Leib' [allg.]. Das is e Lottl (Loll, Lump, Faulenzer), wo 'n Hemd (die Haut) aanrihrt [KL-Landstl Kaislt BZ-Dernb]; vgl. PfWB antasten. —
2. 'durch Rühren (und Mischen) zubereiten'; de(n) Deeg, de(n) Speis 'Mörtel', de(n) Trauwemus 'Traubenmus' a. [allg.]. Oongerehrdes 'dünner Teig' [ Gal-Dornf]; aangerihrdi Brih 'gefälschter Wein' [ NW-Wachh]; (mit Rahm) oogerihrdi Wassersupp [ Gal-Josbg]. Scherzhaft vom Wein: Hoscht'n gut aangerihrt? Jo, ich bin mit de Wingertstiwel (mit de Hoppestang) drin erumgfahre [ BZ-Dernb]. Bildlich: Der hot mer e Däsem 'Sauerteig' (e Sooß, was Scheenes) aangerihrt! 'mich in Ungelegenheiten gebracht', oder: Do hodder sich eppes aangerihrt! 'sich in eine böse Lage gebracht' [verbr.]; vgl. PfWB anrichten 2. — RhWB Rhein. VII 590; ElsWB Els. II 282; Bad. I 59.