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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Andreas-schnee bis an-duseln (Bd. 1, Sp. 224 bis 226)
 
Andreas-schnee, m.
an-drechseln, schw.
an-drecksen, schw.
an-drehen, schw.
an-drücken, schw.
and-tun
an-duckeln, schw.
Andudel, f.  u.  m.
an-dudeln, schw.
Andurel
an-duseln, schw.
ane, Adv.
ane-bampeln, schw.
ane-blotzen
ane-bringen, st.  schw.
ane-dattern, schw.
ane-denken, schw.
ane-drücken, schw.
ane-fahren, st.
ane-fallen, st.
ane-fliegen, st.
ane-führen, schw.
ane-geheien, schw.
ane-gehen, st.
ane-gehören, schw.
ane-gokeln, schw.
ane-hauen, st.
ane-heben, st.
ane-hocken, schw.
ane-hossern, schw.
ane-hudeln, schw.
an-eignen, schw.
an-ein, Adv.
an-einander, Adv.
an-einanderig, Adj.
Aneis
Ane-kaute, f.
ane-kommen, st.
ane-laufen, st.
ane-legen, schw.
ane-lotteln, schw.
ane-machen, schw.
äne-mattesig, Adj.
Anemone, f.
anen, Adj.
anen, schw.
ane-patschen, schw.
Ane-pickchens, n.
ane-plotzen, schw.
ane-plumpsen, schw.
ane-purzeln, schw.
ane-rufen, st.
ane-rumpeln, schw.
ane-sauen, schw.
ane-schlagen, st.
ane-schleichen, schw.
ane-schlockern, schw.
ane-schlotteln, schw.
ane-schmeißen, st.
ane-schmieren, schw.
ane-schnutteln, schw.
ane-schupfen, schw.
ane-schwätzen, schw.
ane-setzen, schw.
ane-springen, st.
an-essen, st.
Anesteh-bord, n.
ane-stehen, st.
ane-stolpern, schw.
ane-stürzen, schw.
ane-sudeln, schw.
ane-tänzeln, schw.
ane-tippeln, schw.
ane-tragen, st.
ane-träppeln, schw.
ane-trossen, schw.
ane-trotteln, schw.
ane-turmeln, schw.
ane-wackeln, schw.
ane-walzen, schw.
ane-werfen, st.
ane-zünden, schw.
ane-zus, Adv.
an-fahren, st.
An-fahrt, f.
An-fall, m.
an-fallen, st.
an-fällig, Adj.
An-fang, m.
an-fangen, st.,  schw.
An-fänger, m.
an-fangs, Adv.
Anfangs-schüler, m.
an-fassen, schw.
An-fasser, m.
an-fauchen, schw.
an-faul, Adj.
an-faulig, Adj.
an-faulen, schw.
an-faulig
   Andreas-schnee m.: 'Schnee am Andreastag'.

[Bd. 1, Sp. 225]
BR.: Andreasschnee tut dem Korn weh [ PS-Geisbg].
 
  
an-drechseln schw.: RA.: Das baßt wie oongedrechselt 'genau' [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB angießen 2. RhWB Rhein. I 1439.
 
 
an-drecksen schw.: nur im Part. Perf., aangedreckst, z. B. von Hemd, Kragen, 'schon nicht mehr ganz rein' [verbr.].
 
  
an-drehen schw.:
1. etwas a.
a. 'durch Drehen festmachen', z. B. eine Schraube, aandrehe [allg.]. —
b. 'durch Drehen in Gang setzen'; de Dänzer 'Kreisel', de Modoor (Motor älterer Bauart), 's Licht (durch Drehen des Schalters) a. [allg.]. Davon übertr. 'durch Neckerei in Zorn bringen'. Den hän mer aangedreht [ FR-Bissh]. —
2. einem etwas a.
a. RA.: 's heert 'm a Schraub aangedreht 'Man muß ihn zur Vernunft bringen' [LA-Wollmh, verbr.]. —
b. 'einem durch Überredung oder List etwas Minderwertiges verkaufen' [allg.]; einem e Zech a. (auch: ans Bään 'Bein' drehe) 'auf Kosten eines Gutmütigen zechen' [verbr.]. —
c. einem Mädchen ein Kind a. 'das Mädchen schwängern' [verbr.]. Küpper II 49. — RhWB Rhein. I 1457; Saarbr. 7; ElsWB Els. II 747; Bad. I 47.
 
 
an-drücken schw.:
1. etwas a. 'durch Drücken (Schieben) in Bewegung setzen'; de(n) Wa(che) andricke [allg.]. —
2. etwas an etwas a., z. B. Erde an Setzlinge (beim Einpflanzen). Dafür meistens: die Planze a. [allg.]. —
3. refl. sich a. 'sich anschmiegen'. 's Kind hot sich an mich angedrickt [allg.]. — RhWB Rhein. I 1511; ElsWB Els. II 751; Bad. I 47.
 
 
and-tun s. PfWB And.
 
 
an-duckeln schw.: sich a. 'sich einhüllen', sich aanduckele [PS-Kröpp (1961: nur ält. Gener.) Schweix]; vgl. PfWB anmustern. — Das Grundwort ist Iterativform zu (sich) ducken.RhWB Rhein. I 1537; LothWB Lothr. 9.
 
  
Andudel f. u. m.:
1. Wurstart.
a. 'Wurst, die aus ineinandergezogenen Därmen besteht'. Sie wird gesalzen und geräuchert und später gewöhnlich in Erbsenpüree aufgekocht [Keiper 50 KU-Ulm Dietschw Kus Bliesgau lothr. SWPf Land LA-Knöring]. —
b. 'Fleischwurst mit dem Dickdarmende oder Dickdarm als Hülle, das Füllsel aus gehacktem und gewürztem Dickdarm bestehend, genossen nach längerem Räuchern' [ KU-Glmünchw ZW-Krähbg RO-Lettw KL-O'arnb Obernh Pirmas]. Das Füllsel besteht aus geräuchertem Fleisch und Kartoffeln [WPf], aus Resten der Bratwurst und übrigen Fleischstücken [ ZW-Battw], aus rohem Schweine- und Rindfleisch (bei Hausschlachtungen) [Jung 68/69]. —
c. 'trockene Dauerwurst' [Bliesg LA-Knöring (PfId. 12)]. —
d. = PfWB Preßsack, PfWB Endkeutel, kleiner PfWB Schwartenmagen [ Don-Lenauh Alexhs Kathreinf Tschest Buch-Arbora]. —
e. = PfWB Mettwurst [ WD-Niedkch PS-Leim]. — RA.: Er ringelt sich zamme wie e An-

[Bd. 1, Sp. 226]
dullche [ KL-Mehling]. —
2. Anredewort, bald als Schimpfname, bald als Kosename gebraucht. Wo is dann unser Andurelche? [Kaislt]. Du bischt e rechter Andudel [Kühn Hamet 94]; Du kreizzwercher Handudel [ Don-Tschest]. — F.: andūd(ə)l, ḁndūd(ə)l [jüng. Gener. Städte u. Stadtnähe in WPf, Don, LA-Knöring (PfId. 12)], andur(ə)l [vorn. ältere Gener. WPf], andūl [ KU-Ulm], andūdl [Keiper 50], handudl [ Don-Tschest]. Der Hauptton liegt zumeist auf der ersten Silbe; Guentherodt Phon. 124 u. 147: ˈandudəl, anˈdudəl, anˈdurəl ˈhandūdəl, ˈhandudəl (Belegorte?); zur Qualität des anlautenden a s. Präpos. PfWB an. — Aus frz. andouille 'Wurst aus Kaldaunen, Speck und Schweinefleisch'; auch im Französ. in spöttischem Sinne auf den Menschen angewandt (briefl. Mitteil. Dr. H. Müller, Lambrecht). — RhWB Rhein. I 187 Andulge; Saarbr. 7; LothWB Lothr. 9; ElsWB Els. I 51.
 
  
an-dudeln schw.: sich a. 'sich betrinken'. Der hot sich enner aangedudelt (-gədūdəld) [BZ-Albw, mittl. u. südl. VPf Don Gal], -geduult [ BZ-Hofstätt], -geduldet [ BZ-Rinnth]. Ebenso: Er esch aangedudelt. Vgl. PfWB anduseln. Syn. s. (sich) betrinken. Zu PfWB dudeln 'auf einem Blasinstrument schlecht blasen' (Weigand I 387), im weitern 'ein Glas nach dem andern trinken'.
 
 
Andurel s. PfWB Andudel.
 
  
an-duseln schw.: sich a. 'sich einen Dusel antrinken'. Er es angedusselt [ FR-Bockh]; vgl. PfWB andudeln. Syn. s. (sich) betrinken. Rhein. I 1592; Küpper II 49.