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Pfälzisches Wörterbuch 
 
an-boßen bis an-brüllen (Bd. 1, Sp. 214 bis 215)
 
an-boßen, schw.
an-braten, st.
an-brechen, st.
an-brennen, schw.
an-bringen, st.,  schw.
An-bringer, m. f. f.
An-bringerin, m. f. f.
An-bringersin, m. f. f.
an-bringerig, Adj.
An-bruch, m.
an-brüchig, Adj.
an-brühen, schw.
an-brüllen, schw.
an-brummen, schw.
an-brunzen, schw.
an-brüten, schw.
an-bumpen, schw.
an-bumsen, schw.
And
an-dachsen, schw.
An-dacht, f.
an-dächtig, Adj.
an-dackeln, schw.
an-däp(p)eln
an-dapschen
an-dätscheln
an-dauernd, Adv.
Ande-bock, m.
an-dem, Adv.
an-denken, schw.
An-denken, n.
An-gedenken, n.
ander
Ander-gasser, Pl.
ander-leut
andermal, Adv.
ändern, schw.
anders
ander-seit, Adv.
anderst, Adj.,  Adv.
anderster, Adj.,  Adv.
anderst-herum, Adv.
anderst-wo, Adv.
andert-halb, Num.
anderthalb-malterig, Adj.
anderthalb-schläfrig, Adj.
anderthalb-stöckig, Adj.
anderthalb-tappig, Adj.
Anderthalb-viertel, n.
Anderthalbzentner-sack, m.
anderthalb-zöllig, Adj.
Änderung, f.
ander-werbe, Adv.
an-deuten, schw.
Andivie, m.,  n.,  f.
Andivien-beet, n.
and-mütig, Adj.
Andorn, m.
Andorn-tee, m.
Andouille
Andreas, m.
Andreas-abend, m.
Andreas-nacht, f.
Andreas-schnee, m.
an-drechseln, schw.
an-drecksen, schw.
an-drehen, schw.
an-drücken, schw.
and-tun
an-duckeln, schw.
Andudel, f.  u.  m.
an-dudeln, schw.
Andurel
an-duseln, schw.
ane, Adv.
ane-bampeln, schw.
ane-blotzen
ane-bringen, st.  schw.
ane-dattern, schw.
ane-denken, schw.
ane-drücken, schw.
ane-fahren, st.
ane-fallen, st.
ane-fliegen, st.
ane-führen, schw.
ane-geheien, schw.
ane-gehen, st.
ane-gehören, schw.
ane-gokeln, schw.
ane-hauen, st.
ane-heben, st.
ane-hocken, schw.
ane-hossern, schw.
ane-hudeln, schw.
an-eignen, schw.
an-ein, Adv.
an-einander, Adv.
an-einanderig, Adj.
Aneis
Ane-kaute, f.
  an-boßen schw.: 'die noch zusammengebundene Garbe oberflächlich abdreschen', aanboße [verbr. WPf VPf]; vgl. PfWB anbößeln, PfWB abboßen. Nass. 43.
 
 
an-braten st.:
1. 'bei großer Hitze vorbraten, um hierauf oder später bei schwächerer Hitze fertig zu braten', aanbrode, -brore, -brole (s. b. braten) [allg.]; vgl. PfWB anbacken, PfWB ankochen. —
2. 'ein wenig braten', z. B. alte Wurst a., um sie genießbar zu machen [verbr.]. Daß uf, brot net aan, scherzweise, wenn jemand zu nahe am Ofen oder Herd sitzt [verbr.]. — RhWB Rhein. I 919; ElsWB Els. II 201.
 
 
an-brechen st.:
1. trans.
a. 'einen kleinen Bruch in etwas machen'. De Stiel is schun aangebroch [WPf, allg.]. —
b. 'von einem Ganzen wegnehmen'; die Schokolad, de Milchhawwe ('s Millichdippe) a. [verbr.]. RhWB Rhein. I 948; Bad. I 44. —
2. intrans. 's Gebliet isch aangebroche, vom heftigen Auftreten der Menstruation oder von starken Blutungen bei Wöchnerinnen [verbr. VPf].
 
 
an-brennen schw.:
1. intrans. gegenständl. beim Kochen und Backen a., wie schd., aanbrenne [allg.]. —
2. trans. übertr. 'schwängern'. Er hot se aangebrennt [RO-Sippf LU-Opp]. — RhWB Rhein. I 967; LothWB Lothr. 9; Bad. I 44.
 
  
an-bringen st., schw.:
1. 'heranbringen, herbeischaffen'. Wer aanbringt, will aa mitnemme 'Wer Neuigkeiten erzählt, will auch solche hören' [PS-Schmalbg, verbr.]; dafür häufiger

[Bd. 1, Sp. 215]
PfWB hereinbringen. 's Geld is net uf un oonsebringe [ KU-Schmittw/O Kaulb KL-Hirschhn]. —
2. 'anzeigen, hinterbringen', besonders in der Schule. Der dut alles a. [verbr.]; vgl. angeben, PfWB -zeigen. a. 1530: Item was pfandbar ist, sollen die schulzen uff iren aidt rugenn vnd anbringen [Pf Weist. I 35 (RO-Als)]. a. 1602: wan zween uneins werden und sie ropfen einander, so ists die gemein nit schuldig anzubringen [PfWeist. I 63 (LU-Altr)]. —
3. 'anhängen, befestigen, anfügen', das Bild an der Wand, das Schloß an der Tür [allg.]. Übertr.: Er hot 'm ene angebrung 'ihm einen Rausch angehängt' [ ZW-Battw]. —
4. 'loswerden, an den Mann bringen, in gute Stellung bringen', die Ware, die Kinder [allg.]. Die hot ehre Oorsch gut oonbrung 'hat sich gut verheiratet' [ KU-Schmittw/O]. —
5. 'ankleiden'. Der kann sich net a. 'wird mit dem Ankleiden nicht fertig' [verbr.]. — RhWB Rhein. I 984; ElsWB Els. II 193; Bad. I 44.
 
  
An-bringer m., -bringerin f., -bringersin f.: 'wer Verfehlungen der andern anzeigt', bes. vom Schulkind, das dem Lehrer alles hinterbringt' (vgl. PfWB anbringen 2), Aanbringer, -bringern [verbr.], -bringersch(e) [verbr. WPf]. KR.: Aanbringer, Aanbringer, bring mich aan, kriegscht e hohler Backezahn [ NW-Lambr]. Oonbringers Dicker 'Knabe, der alles anzeigt' [ Don-Schowe Torscha].
 
  
an-bringerig Adj.: 'immer bereit, andere anzuzeigen', oonbringerich [ KU-Schmittw/O].
 
  
An-bruch m.:
1. 'fehlerhaftes, krankes Holz', Aanbruch [ PS-Hintwdth BZ-Lindbn]; vgl. PfWB anbrüchig. RhWB Rhein. I 1027 Anbruchholz; ElsWB Els. II 179. —
2. 'Grenze zwischen zwei hintereinanderliegenden Wingerten', also eine quer zur Längsrichtung gehende Furche, Aanbruch [ NW-Wachh].
 
  
an-brüchig Adj.: Das Holz ist a. 'fehlerhaft, krank', aanbrichich [ LU-Neuhf BZ-Lindbn]; vgl. PfWB Anbruch 1.
 
 
an-brühen schw.: 'durch Übergießen mit heißem Wasser zubereiten'; Tee, Kaffee aanbrihe [verbr. bes. VPf]; Kraut u. Kleie für das Vieh a. [allg.]. RhWB Rhein. I 1038; ElsWB Els. II 185; Bad. I 44.
 
 
an-brüllen schw.: 'mit sehr lauter Stimme anschreien'. Er hot mich aangebrillt, as wann er mich fresse wollt [allg.]. Syn. s. PfWB anfahren 2 c. Rhein. I 1041; ElsWB Els. II 188; Bad. I 44.