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Pfälzisches Wörterbuch 
 
alle-gar bis alleins (Bd. 1, Sp. 164 bis 165)
 
alle-gar
alle-gebot, Adv.
Alle-gebottchen, Pl.
alle-gemach, Adv.
alle-gottesweil, Adv.
allegro, Adv.
allē-hopp
allein, Adv.
alleinig, Adv.
Allein-halter, m.
alleinig
alleins
Alleluja, n.
alle-mal, Adv.
alle-mensch, Pron.
alle-miteinander, Adv.
alle-mit-einzig-einander, Adv.
allen-falls, Adv.
allen-gemach, Adv.
aller-best, Adj.
Aller-best, m.
aller-dings, Adv.
aller-erst, Adv.
aller-hand, Adj.
allerhand-für, Adj.
Allerhand-gewürz, n.
Aller-heiligen
Allerheiligen-abend, m.
Allerheiligen-tag, m.
alle-ritt, Adv.
aller-längst, Adv.
allerlei, Adj.
aller-letzt, Adj.
aller-liebst, Adj.
aller-maßen, Adv.
aller-meist, Adj.,  Adv.
aller-mindest, Adv.
aller-nächst, Adv.
Allerseelen
Allerseelen-woche, f.
allerseits
aller-wege
allerwelt-liederig, Adj.
Allerwelts-betrüger, m.
Allerwelts-kerl, m.
Allerwelts-lügner, m.
Allerwelts-sau, f.
alles
Alles, m.
alle-samt, Adv.
alles-einmal
allesfort
Alles-fresser, m.
Alles-könner, m.
all-etwer, unbest.  Pron.
alle-wege, Adv.
alle-weil, Adv.
alle-wupp, Adv.
alle-wuppdich, Adv.
allez
alle-zeit, Adv.
all-fort, Adv.
all-gemach, Adv.
all-gemein
all-gescheit, Adj.
all-her, Adv.
all-hie, Adv.
all-hieig, Adj.
all-hierig, Adj.
all-hiesig, Adj.
Alligator
all-kehr, Adv.
All-macht, f.
allmächtig, Adj.
all-mählich, Adv.
All-mang, m.
All-mein, m.
Allmend-acker, m.
Allmend-brunnen, m.
All-mende, f.,  m.,  oft  Pl.
Allmend-feld, n.
Allmend-stück, n.
Allmend-wiese, f.
allminzigeinander
allmitminzigeinander
allmitninigeinander
allmitninzigeinander
allmöglich
all-nichts-gut, Adv.
All-nichts-guts, m.
allō
alla
allē
Allo, m.
Allod, n.
allons
Allotria, Pl.
allsammen
all-seits, Adv.
all-solch, Adj.

[Bd. 1, Sp. 164]
   alle-gar unbest. Num.: 'ganz und gar alle, alle miteinander, ausnahmslos'. Das Verbreitungsgebiet dieses Ausdruckes, mit dem die Vorderpfälzer die Westpfälzer hänseln, reichte 1932 von Westen her bis zur Linie HB-Brenschb ZW-Battw KL-Landstl Kaislt KL-Alsbrück RO-H'stätt Duchr/O'hs. Östlich davon wurde er für folgende Orte gemeldet: PS-Glashtt Geisbg Busbg Erfw KL-Trippstdt LA-Edk Freimh NW-Lambr KB-Rams Eisbg Dannfs Standbl Gauersh Mauchh FR-Albsh. Dieser Stand dürfte, Stichproben nach zu urteilen, auch für 1962 gelten. Journ. 3. Jg. (1786), 7.-12. Stück, S. 235: allegar. Er eßt die Äppel a. Am Sonndag hammer Kerb, do soullner allegare komme [ WD-Niedkch]. Grußformel beim Eintritt ins Haus: G'n Dach allegar [ KU-Godhs KL-Hütschhs]. Die Haiser allegar bin 'sind' frischgeweißt [Schandein Ged. 182]. Scherzhafter Brauchspruch zur Tröstung eines Kindes, das irgendeinen Schmerz hat, unter Streicheln der schmerzenden Stelle: Hääle, hääle Määsekar 'Meisenkäfig', die Määse peife allegar, die schwarze wie die weiße, 's derf unserm X (Name) kää druf peife [ KL-Niedkch]. — F.: s. bei PfWB all u. gar. Betonung: ˈaləgār.RhWB Rhein. I 115; Saarbr. 5; LothWB Lothr. 6; Nass. 41.
 
 
alle-gebot Adv.:
1. 'alle Augenblick, immer wieder, sehr oft'. Oft mit dem Nebenton des Lästigen gebraucht: Der Einnehmer kummt (kommt) allegebott [allg.]. Un' allgebott so grammelt er: »Och wanns nor blō-e Mondach wär!« [Schandein Ged. 69]. Gesteigert in: allegebott un gleich wirrer (widdar) [verbr., auch Gal, Penns (Lambert Danner)]. Journ. 3. Jg. (1786), 7.-12. Stück. S. 235: Alle gebott.
2. Ruf beim Zutrinken in Alle Gebott santee 'Zur Gesundheit', Umbildung aus frz. à votre santé [Zweibr NPf Pirmas NW-Kallstdt Neustdt], allebott santee [Kühn Schnitze PfId]; scherzhaft (Wilms Alph. 2) allebott Zahnweh [Zweibr SOPf]. — Syn.: allefinger(s)lang, PfWB -furzlang, PfWB -ritt, PfWB -wupp, PfWB allgemach, PfWB alsfort. — F.: ̩aləgəˈbǫt [allg.], ̩aləˈbǫt, alˈbǫt. Aus 'alle Gebott', d. h. alle Aufgebote, so oft das Aufgebot erging; vgl. Schwäb. I 135. — RhWB Rhein. I 115; Saarbr. 5; LothWB Lothr. 6; ElsWB Els. II 117; Bad. I 31 allbot u. allegebot; Nass. 41.
 
  
Alle-gebottchen Pl.: 'Kartoffeln', scherzhaft, da sie allegebot auf den Tisch kommen, Allegebottcher [ HB-Jägbg PS-W'fischb].
 
 
alle-gemach Adv. s. PfWB allgemach.
 
 
alle-gottesweil Adv.: 'gerade soeben, im Augenblick', allegottesweil [IB-Blieskst SOPf Kühn Hamet 94]. Rhein. I 115.
 
 
allegro Adv.: 'munter, gut aufgelegt', allegro (Äˈlēgro, Äˈlēχəro) [mittl. VPf]. Allo e bissel alert un allegro un alsfort duschur kuranti akkrati Erwet gschafft [Zahn Einkehr 92]. — Aus ital.

[Bd. 1, Sp. 165]
allegro. — RhWB Rhein. I 125 allegero; ElsWB Els. I 29 alleger; Bad. I 31.
 
 
allē-hopp s. allō.
 
  
allein, alleinigAdv.:
1. 'allein, ohne Begleitung', von Personen, Tieren und Sachen [allg.]; gesteigert in muttergottesseligallein u. a., s. Zs. RA.: Na, ganz allään? Grußformel beim Vorübergehen an einem Arbeitenden [ GH-Schwegh]. Der mennt, er hätt de gescheide Dreck allään gefreß, von einem Übergescheiten [ KL-Weilb]. Er is net (nimmi) allään (allaan) 'Er ist betrunken' [verbr.]. Der sauft de Schnaps elaan, wenn einer eine bläuliche Gesichtsfarbe hat [ LU-Altr]. SprW.: 's kummt selde ään Unglick allään [LA-Nußd, verbr.]. Es stoßt sich selde e Ochs ellään 'Beide streitende Teile haben schuld' [ KU-A'glan]. Se virrt fahre, se dritt dresche, se zwett schlofe un allään (allaan) erwe, do kammer net (nit) ve(r)derwe [verbr.]. KR. beim Fingerspiel: Des is de Daume, der schirrelt die Praume, der lest se uf, der traat se hääm, der klään Kerl do freßt se ganz ellään (u. ä.) [verbr.]. VR.: Buschper 'Boßweiler' leit allaan, Querum 'Quirnheim' hot viel Staan [FR-Boßw u. Umgeb.]. —
2. 'nur, bloß', in älteren Belegen. a. 1512: der ist meins herrn von Leiningen alleine [PfWeist. I 60 (FR-A'lein)]. a. 1533: nit alleen Vns vndt Vnserem vorgenandten Sohn vndt Vettern sonder auch der Bürgern [ZweibrUrkb. S. 110]. a. 1702: alleinig meinem Herrn prälaten von Wadgassen zuständig [PfWeist. I 417 (IB-Ensh)]. —
3. 'von selbst, aus eigenem Antrieb, aus eigener Kraft', oft durch von erweitert: von allään, elään (s. F.). Die Hosse stehn alleen (vor lauter Schmutz) [ KU-Erdb]. Zuruf an kleine Kinder, wenn sie stehen oder gehen lernen sollen: Leeleeleenche! [verbr.]. SprW.: Was grewwer is wie Dreck, geht vun leenich weg [verbr. Gal]. — Zs.: muttergottesseligallein, PfWB mutterseelenallein, PfWB mutterseligallein. — F.: Äln əln [vorn. WPf VPf], Äln əln [vorn. NPf nördl. VPf], əln [verbr. NPf BZ-Steinf Niedottb Kapswey Gal-Weinbgn], əlēn u. lēn [verbr. Gal Don], Älēniχ [Don-Schowe Torscha Penns (Buffington)], əlēniχ, -lāniχ, -lōniχ (auch ohne anlaut. Vok.) [verbr. Gal Buch]. — Zu PfWB alleinig vgl. Kluge-Mitzka17. — RhWB Rhein. I 108 ff.; LothWB Lothr. 120 elän; ElsWB Els. II 933; Bad. I 31.
 
  
Allein-halter m.: 'Junggeselle', Alläänhalder [ BZ-Dernb].
 
 
alleinig s. PfWB allein.
 
 
alleins
1. Adj.: 'gleichgültig, einerlei', allääns (aˈlns) [SOPf]. Vgl. mhd. alein 'einerlei'. —
2. Adv. = PfWB allein 2. Die drei Erschde (Tänze) sein allaans for uns Straußborsch un sunscht kaans [NPf (PfRSch. 29. 7. 1926)]. — RhWB Rhein. I 111; Bad. I 31.