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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Alb-männchen bis alert (Bd. 1, Sp. 160)
 
   Alb-männchen n.: = PfWB Alb, 's Albmännche [ KL-Dansbg]. — Mischform aus Alb u. Drükk(e)männchen.
 
  
Alb-traum m.: = PfWB Albdrücken 1, nach dem Schd., Albtraam [ LU-Friesh], -trääm [ GH-Bellh O'lustdt].

 


Aus den Nachträgen
 
  
Album m., n.: 'Poesie-, Fotoalbum' u. ä., Album [mancherorts], Pl. Albumme [ KL-Enkb]; Gen. m. in der Mda. vorherrschend [Bertram § 328]. Südhess. I 179; RhWB Rhein. I 92.


 
  Albus m.: 'Weißpfennig'. a. 1537: sechs albos an gantzen weißpfeningen [SpeyTreudInv.]. a. 1581 (1630): 5 albus [PfWeist. I 45 (KU-A'glan)]. a. 1725: 1 Albus [Dochnahl 184]. RhWB Rhein. I 92.
 
 
Ale n.: 'Liebkosung', Aale (lə) [südl. VPf]. — Diminutiv zu PfWB Aa1.
 
 
Äle 'Grannen' s. PfWB Agen.
 
  
A-leibe Gen.?:
1. 'Überbleibsel', bes. 'angebrochener Topf Milch' [1930: KB-Kriegsf NW-Wachh Haßl LA-Venn Mörzh Land verbr. Gal, 1960 nur noch den Ältesten geläufig]; 'Milchrest nach dem Abschöpfen oder Abseihen des Rahmes' [NW-Geinsh LA-Impfl BZ-Billh]. — a. 1529: Item ½ gulden empfangen vor ein oleyb gemachten kalg [SpeyGgHosp R]. —
2. 'angeschnittener Laib Brot' [ NW-Haßl Spey]. F.: ˈōnlb [LA-Venn Impfl BZ-Billh], ˈōnlbχə [ Gal-Lindf Reichb Brigidau Broczkow Diamanth Ugartsbg Josefsbg], ˈōnlābχə [ Gal-Obliska Slawitz Hohenb Mikulsd], ˈōnlwl [ NW-Geinsh], ˈḁnlb [ NW-Wachh Haßl LA-Mörzh], ˈnlēbχə [ Gal-Brig Bolech], ˈnlb [ KB-Kriegsf]. — Von mhd. āleibe ahd. āleiba 'Überrest', zu leiben 'übrig lassen'. — ElsWB Els. I 31 (Oleib); Bad. I 29 (A-leibe); DWB DWb. VII 1276 (Oleibe).
 
  
alen1 schw.: 'liebkosen', Kindersprache. Sie aalt (ld) mich nit [ LA-Herxh BZ-Annw]; vgl. PfWB aiden. — Abl. aus Ale.
 
  
alen2 schw.: 'entwenden', aale (lə) [ KB-Eisbg LA-Nd'hochstdt BZ-Albw]. Syn. s. PfWB stehlen. — Herleitung ungewiß.
 
 
alen3 schw.: in der Wend. Es alt sich, d.h. das Wort geht auf -al aus. Das Wort hat angeblich folgende Entstehungsgeschichte: Eine Frau wurde einmal gefragt, was ihr Sohn beim Militär sei. Sie antwortete: Jetz weeß ich net, isser General orre 'oder' gar Kapral, genung, es alt sich (Keiper 61). Vgl. PfWB ralen.
 
  
alert, alertchen:
1. Adj.
a. 'froh gestimmt'. Jetz, wo ihr Suhn wirrar dehääm es, es se wirrar ganz alert [ KL-Hirschhn]. —
b. 'aufgeweckt'. Des is (isch) e alert(s) Kerlche [allg.]. —
c. 'munter, lebhaft'. Die alt Fraa is noch so alartche [ LA-Edk.].

[Bd. 1, Sp. 161]
Es is a. wie e Gaardekrott [ KL-Reichb]. Auch sachl.: De Stoff is dus 'gedeckt in der Farbe' un doch alert [Kus]. a. 1769: alerte 'munter' [Hemmern 71]. —
d. 'flink'. Die Dienstboten müssen »bei der Heck« sein und immer »allert« [Schandein Bav. IV, 2, 372]. Allo, e bissel a. un allegro! [Zahn Einkehr 92]. Auch adv.: Es geht so alertche [ KL-Matzb NW-Elmst]. Waß hasseliert 'wirtschaftet' dann so allert im Haus rum [Keiler 131]. —
e. 'wohlauf, gesund'. Er esch wirrer aljirt [LA-Impfl], ... ganz galatsche [ ZW-Mörsb]. —
2. Signalruf zum Ablauf im Kinderspiel: Alert (Alatt) abgelaaf! [südl. BZ (PfId)]; vgl. PfWB Alert. — F.: aˈlärd Älärd [fast allg.]. Seltene Formen: aˈlērd aˈlērdχə [RO-Sippf]; alˈjędχə [ PS-Nd'simt], aˈlardχə [ ZW-Bechhf LA-Edk], aˈlad [ LU-Friesh], aˈladχə [KU KB-Albish], alˈjird [LA-Impfl], gaˈladə [ ZW-Mörsb]. Bei Guentherodt Phon.: aˈlärd, aˈladə. Aus frz. alerte. — RhWB Rhein. I 93; ElsWB Els. I 29; Bad. I 29; Nass. 41.