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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Alb bis Alben (Bd. 1, Sp. 157 bis 158)
 
  Alb1 m.: 'brustbeklemmendes gespenstisches Wesen'. De Alb hot (hat) mich heit nacht gedrickt, hat mer uf de Bruscht gehockt [ZW-Gr'bundb FR-Bobh GH-Bellh Rh'zab (bei Alten) Schandein Sprachsch.]; vgl. PfWB Albdrücken. Syn.: PfWB Albmännchen, PfWB Bibermännlein, Drükk(e)männchen (u.ä.), Drücker, +Drude, Erd(en)männchen, Herzdrücker, Leckbätzlein (Letz-), Mahr, Nachtmahr, Nätzlein, Schletzlein, Wiedemännlein. Zur Etym. s. Kluge-Mitzka17.
 
 
Alb2 f.: als Grundw. in Flußnamen (Bicken-,

[Bd. 1, Sp. 158]
Fels-, Hirsch-, Merz-, Moos-, Ober-, Rod-, Stein-, Wallhalb) u. Ortsnamen (Burg-, Fels-, Merz-, Ober-, Rod-, Stein-, Wallhalben, Trulben). — Alb, »der Name für 'Bach, Fluß' schlechthin«, verwandt mit »Elbe«, Christmann SN 83 u. 652.
 
  
Albchen n.: Name von Kühen, Albche (albχə) [ KU-O'alb].
 
  
Alb-drücken n., -druck m.:
1. 'Atembeklemmungen im Schlaf'. Ich hab heit nacht Albdricke g(e)hatt [nördl. VPf, verbr.] -drecke [ IB-Blickw], -druck [ KL-Frankst SP-Hanhf], Alwedricke [ NW-Greth]; vgl. PfWB Albtraum, PfWB Drücken, Herz-, Hexen-, PfWB Nachtdrücken. Es heißt, ein Männchen oder eine Hexe setze sich dem Schlafenden auf die Brust und nehme ihm die Luft weg. ('s hot mer heit nacht uf de Bruscht gehockt). Das Wort gehört mehr dem passiven als dem aktiven Wortschatz an. Es wurde 1928 fast nur in der VPf festgestellt, hat sich aber bis 1957 auch in weiten Teilen der WPf verbreitet (dort 30%, hier 16% der Orte), und zwar hauptsächlich bei den 40-60 jährigen. Die Ältesten gebrauchen oder kennen noch Bildungen mit Drück(e)männchen, bes. WPf, sowie, jedoch nur sehr sporadisch, mit Bibermännchen, Erdmännchen, Leckbätzlein, Mahr u.a. (s. die bei Alb aufgeführten Synonyma). Ohne mythische Anspielung vornehml. bei der jüngeren Gener.: Ich han heit nacht so e Dricke, e Maadricke (s. PfWB Magendrücken), die Eng (s. PfWB Enge) gehatt, han wiescht geträämt u. ä. —
2. 'Gewissensbisse'. Der hot's Albdricke [ HB-Lu'thal]. — RhWB Rhein. I 91; Bad. I 34 (Alp).
 
 
Albe1 f.: 'weißes Chorhemd des katholischen Priesters', Alb (alb) [allg., kathol. Orte]. — Nach kirchl.-lat. alba, vgl. Kluge-Mitzka17. — RhWB Rhein. I 91; Bad. I 28.
 
  
Albe2 f.: 'Ölkäfer', Alb [ NW-Kallstdt FR-Flomh]. Alb, geb Salb, oder ich brech der Hals un Gnick (der Käfer sondert gelbe Tropfen ab) [ FR-Flomh].
 
 
albedalle s. PfWB allebitalle.
 
 
Albel s. PfWB Alber; Älbel s. PfWB Egelpfuhl.

 


Aus den Nachträgen
 
  
Albel-tobel, Alber-tolberm.: 'unbeholfener, tolpatschiger, dummer Kerl', Olweldowel, Oweldowel [ NW-Gimmdg], Olwerdolwer [Kaislt]; vgl. PfWB Alberkolben.


 
 
Alben Pl.: 'weiße Weintrauben', eine der ältesten Rebsorten der Pfalz [mittl. u. südl. VPf (Wilde 202)]; dafür auch PfWB Elbig, PfWB Elbing, PfWB Elbeding. Zs. PfWB Weißalben. — Zu lat. albus 'weiß'. — F.: Pl. alwə [mittl. VPf]. alwiχ (u. elwiχ) [BZ-Billh u. Umg. (Wilde a. a. O.)].