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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Akkord bis Äkserei (Bd. 1, Sp. 155 bis 156)
 
  Akkord m.:
1. Akkord mache 'schriftliches Übereinkommen treffen', z. B. für ein Kind uf de Reitschul A. mache 'eine Pauschale für die dauernde Benützung des Karussells zahlen' [verbr.]. a. 1769: Accord 'Vertrag' [Hemmern 71]. —
2. Im A. schaffe 'nicht im Stundenlohn, sondern nach Leistung' [allg.]. Die Maurer uzt man, sie arbeiteten im Daaglohn (beide Vokale sehr gedehnt gesprochen) oder im Aggord, im Aggord (Akkord schnell gesprochen), weil sie im Taglohn langsam, im Akkord aber schnell arbeiteten [LU-Muttstdt (Krebs 7)]. RA.: Er eßt, als wanners im Akkord hätt (schnell) [KU-Diedkpf]. a. 1684: ... des halb ich den Akkord auf sieben Jahre nicht höher bringen kann als voriges Jahr vermeldet [IB-Wörschw (Groh 55)]. — F.: aˈgard [WPf], aˈgǫrd [VPf].
 
 
Akkord-arbeit f.: wie im Schd., Akkordaarwet, -äärwet [allg.].
 
 
akkordieren schw.:
1. 'eine Vereinbarung treffen', akkordeere [KU-oGl. RO-Lettw Don-Werb], akkordiere [SOPf Lambert Penns 11]; vgl. PfWB überhaupt (geben), verakkordieren. a. 1652: daß sich der Leutenant vernehmen lassen, wenn man Leute ausschicke um mit ihm zu akkordieren, möchte er das (weggetriebene) Vieh zurückgeben [(Küchler 192) Kaislt]. —
2. 'dingen, anheuern', Musikantensprache, agedeere (Ägəˈdērə) [WPf]. Der Kapellmeister aggedeert die Leute für seine Partie; diese sind veragedeert.
3. im Knabenspiel 'abschlagen'. Ens, zwää, drei, vier, du bisch aggediert [Kaislt u. Umgeb.]; wohl durch Kreuzung aus aggediere (< akkordieren 2.) und arrediere (s. PfWB arretieren). — RhWB Rhein. I 88; Bad. I 28.
 
  
akkurat:
1. Adj.:
a. 'übergenau, pedantisch'. Er is so akkeraat [allg.]. —
b. 'sorgfältig, ordentlich'. 's Mädche propper un a'grad [Müller Schneiderche 22]. Allo, e bissel alert un allegro un alsfort duschur kuranti, akkrati Erwet gschafft

[Bd. 1, Sp. 156]
[Zahn Einkehr 92]. —
2. Adv.:
a. 'genau'. Er hat a. ins Schwarze gedroff,er zackert a. [allg.]. —
b. akkerat uns 'gerade uns' hat die Kranket gepackt [Kühn Schnitze]. Un' wie er d'Ohre schdellt der Zabbe! Ganz aggerat als wie sei Babbe [Keiler 132]. a. 1769: accurat 'genau' [Hemmern 71]. — F.: aguˈrād, aguˈrd und agəˈrad, agəˈrḁd [vorw. WPf NPf], agÄˈrād [ KU-Roßb], agÄˈrd [ KB-Niefh], aˈgrd [vorw. VPf], aguˈrdχə [ ZW-Mittb], aˈgrdχə [ KB-Albish FR-Assh]. — RhWB Rhein. I 88; Bad. I 28; Nass. 40.
 
  
akkuratisch Adj.: 'pedantisch genau', akradisch (aˈgrādi) [ NW-Meckh].
 
  
Akkuschma n.: 'Entbindungsanstalt', Akkuschman [ NW-Gimmdg]. — Aus frz. accouchement 'Entbindung'. — Mainz 13.
 
 
Akonisse, Akonissenhaus s. PfWB Diakonisse, PfWB Diakonissenhaus; Aks s. PfWB Aktie.
 
  
äks, äksch: Ausruf des Spottes. Äks, äks oder äksch, äksch ausgelacht! Oder: Äks, äks, schawe Riebche 'schab ein Rübchen', wobei mit den beiden Zeigefingern die schabende Bewegung gemacht wird [allg.], mit Zusätzen wie ...bees, bees Biebche [ NW-Lambr], ...de Bäcker hot e Bibche, der Miller hot e Mädche, das sin zwei Kamerädche [ KL-Weilb]; in Zweibr gesprochen: Äkschawer-ribsche [Wilms Alph. 1]. Äksch, der ißt vun e dore 'toten' Sau, Scherz mit einem Kind [ KU-Schmittw/O]. Vgl. PfWB ätsch. — F.: ęgs [verbr. vorn. VPf Gal Don], ęg [verbr. vorn. NPf], gs [ LU-Alsh BZ-Stein], g [ KU-Schmittw/O Kaulb KL-Siegb]. — RhWB Rhein. I 87 (akes, äkes); Saarbr. 4 (äks); LothWB Lothr. 5 (äks); ElsWB Els. I 85 (äx); Bad. I 27 (ägs); Nass. 40 (äks).
 
  
Äkscher m.: 'Häher' (Vogel), Äkscher (gər) [ KU-Reipkch Reichsth]. — Nach seinem krächzenden Ruf so benannt. Syn. s. PfWB Häher.
 
 
Äkserei f.: 'Fopperei', Exerei [ Don-Tscherw].