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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Ai bis Akazien-blatt (Bd. 1, Sp. 154)
 
  Ai Koselaut: Erweiterung des Koselautes Aa1, auch subst., Kinderspr.
1. ai, aiai, aiaiche mache 'streicheln, liebkosen' [ Gal-Dornf]. —
2. e (a) Ai (āi), Aiche (āiχə) gewwe 'streicheln, liebkosen' [NPf einschl. nördl. VPf Schandein Bav. IV, 2, 238]; vgl. PfWB Aide. a. 1792: »In der Pfalz sagt man zu Kindern: gieb mir einen Ay Ay« (Kuß) [Klein Prov. 1]. — F.: āi, āiχə, i, iχə.RhWB Rhein. I 85; Saarbr. 1; Nass. 40; Kurhess. 6.
 
 
Aiche1 f.: 'Hohlmaß von 40 l', Aich [ FR-N'leinig].
 
 
Aiche2 Koselaut s. PfWB Ai.
 
 
Aide Gen.?: Erweiterung des Koselautes ai, Kinderspr. E Aide (Aidche) gewwe 'streicheln, liebkosen' [verbr. NPf]. — F.: āidə, āidχə.
 
  
aiden schw.: 'liebkosen', aide [ KL-Olsbr]; vgl. PfWB alen. — Aus Aide gebildet.
 
 
Äime 'Angst' s. PfWB Äme; Aißem 'Eiter' s. PfWB Eißem; a-ja s. PfWB eija.
 
  
Akazie f.:
1. 'Robinie (Robinia pseudacacia)' [allg.]. Die Akaze dufte schwer [Don Banat Hockl 60]. —
2. 'Aktie', scherzhaft, umgspr. Wie stehn die Akazie? [verbr. städtisch]. Küpper II 47. — F.: aˈkds, aˈkāds [verbr.]; oft mit Schwächung von k > x: aˈxds aˈxāds [verbr.], aˈxd [ KL-Spesb GH-Zeisk]. Beliebt sind Verkleinerungen: aˈkdsjə, aˈxdsjə, aˈxādjə u.ä. GH-Weingt hat aˈhg.RhWB Rhein. I 86; ElsWB Els. I 25; Bad. I 28.
 
  
Akazien-baum m.: 'Robinie (Robinia pseudacacia)', Achadebaam [ IB-Bierb PS-Winz], Agḁdcheboom [ Gal-Josefsbg].
 
  
Akazien-blatt n.: wie im Schd. Junge Mädchen zupfen an einem Akazienzweiglein die Blätter ab, indem sie dabei sprechen: Er liebt mich von Herzen, auf ewig mit Schmerzen, ein

[Bd. 1, Sp. 155]
klein wenig oder gar nicht [ LU-Böhl]; in NW-Lambr.: Verliebt, verlobt, verheirat, geschiede, gestorbe, begrawe.