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Pfälzisches Wörterbuch 
 
ähren bis Ai (Bd. 1, Sp. 153 bis 154)
 
   ähren schw.: 'Ähren lesen', ähre [ GH-Neubg]; vgl. PfWB äkern. RhWB Rhein. I 85; Bad. I 27 .
 
 
Ähren m.: 'Hausflur' s. PfWB Eren; Ährenholz s. PfWB Ahornholz.
 
 
Ähren-leser m., -leserin f.: wie schd. [allg.].
 
  
Ähren-mann m.: scherzweise für 'Ehrenmann' in der RA.: Er is e Ehremann, wammer'n in e Kornacker stellt [ KU-Schmittw/O]. RhWB Rhein. I 85.
 
 
Ähr(en)-reiter m.: 'großes, weitmaschiges Sieb, auf welchem beim Durchsieben des durch Handdrusch gewonnenen Getreides die Ähren und Unkrauthalme liegen bleiben' [allg.]; vgl. PfWB Ährensieb. In WPf und NPf unterscheidet man vielerorts halwe und ganze Ä., jene mit kleineren, diese mit größeren Maschen. a. 1750: ährenreuter [Kurpf. A. 940-942 (KU-Einöll)]. RA.: Der dreht sich rum wie e Forz im Ä. [ Gal-Dornf Lindf]. Scherzhaft: Wann de Braut bischt, bring ich der aach Wasser im Ä. [ Gal-Reichb]. — F.: ērəraidər, -rairər [verbr. vorn. WPf],

[Bd. 1, Sp. 154]
rəraidər, -rairər [verbr. vorn. mittl. u. südl. VPf], ērairər, -raidər [verbr. vorn. NPf], ēraiðər [verbr. Gal]. (Genaueres zu den Lautformen des ersten Gestandteils s. bei PfWB Ähre). — Der zweite Bestandteil aus mhd. rīter, ahd. rītera, rītra 'Sieb' (Graff IV 475), älter hrītara mit germ. Wurzel *hrī 'sichten' (Kluge-Mitzka17). — RhWB Rhein. I 85.
 
 
Ähren-rühre f.: 'Gerät zum Reinigen der Frucht', Ährerehr (rərēr) [LU-Limbghf (1930)].
 
 
Ähren-seil n.: 'Bindeseil am Wagen zum Niederziehen des Heubaumes', s. PfWB Ernteseil.
 
  
Ähren-sieb n.: 'großes, weitmaschiges Sieb', Ähresieb (rəsīb) [ SP-Heiligst BZ-Dierb GH-Kand]; vgl. PfWB Ährenreiter. a. 1763: 1 Ähren sieb [Kurpf. A. 1588-90 (KU-Rothselbg)]. a. 1788: Ein Ähren Sieb [KL-Steinwd Kurpf. A. 1637]. — RhWB Rhein. I 85; ElsWB Els. II 318; Bad. I 28.
 
  
Ähricht n.: 'die beim Reden mit dem Siebe und beim Putzen mit der Windmühle ausgesonderten Ähren', Ährich (riχ) [ BZ-Dörrb O'ottb Rechtb Schweig]; vgl. PfWB Abbruch. — Kollektiv mit ahd. -ahi wie Kehricht, Eichicht usw.
 
 
Ai Koselaut: Erweiterung des Koselautes Aa1, auch subst., Kinderspr.
1. ai, aiai, aiaiche mache 'streicheln, liebkosen' [ Gal-Dornf]. —
2. e (a) Ai (āi), Aiche (āiχə) gewwe 'streicheln, liebkosen' [NPf einschl. nördl. VPf Schandein Bav. IV, 2, 238]; vgl. PfWB Aide. a. 1792: »In der Pfalz sagt man zu Kindern: gieb mir einen Ay Ay« (Kuß) [Klein Prov. 1]. — F.: āi, āiχə, i, iχə.RhWB Rhein. I 85; Saarbr. 1; Nass. 40; Kurhess. 6.