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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Ahle bis Ahnd (Bd. 1, Sp. 148 bis 152)
 
   Ahle f.: 'Schusterahle'. Zur Verbr. s. K. 9. Die Karte 'Pfrieme' in DWA II (1939) läßt ein stärkeres Überwiegen von Ahl erkennen, indem sie die Ostpfalz in größerer Breite als Ahl-Gebiet und den verbleibenden Westteil der Pfalz als Mischgebiet mit Seil und Ahl ausweist. Diese Diskrepanz findet wenigstens teilweise ihre Erklärung in dem Vordringen des durch die Schriftsprache gestützten Ahl. Zum Teil mag sich bei diesem Wort auch die größere

[Bd. 1, Sp. 149]

[Bd. 1, Sp. 151]
Belegdichte des DWA bemerkbar machen. Dem Pennsylvanischen fehlt das Wort, nach Horne Penns und Lambert Penns zu urteilen, die nur Seil verzeichnen. Da aber das Pennsylvaniapfälzische vorwiegend durch das Südvorderpfälzische bestimmt ist (vgl. auch F. bei aber), so kann mit einiger Sicherheit angenommen werden, daß Ahl im Pfälzischen, älteres Seil verdrängend, überhaupt erst in jüngerer Zeit aufgekommen ist und die im Südvorderpfälzischen selten vorkommenden Seil und Saul als Reliktformen anzusehen sind. Gut verträgt sich damit das Fehlen von Ahl bei den Galizienpfälzern. Syn.: PfWB Pfrieme, PfWB Bimbo, PfWB Pinnert, PfWB Ort, PfWB Seil, Stocher. Mancherorts, z. B. in ZW-Gr'bundb, wird zwischen Ahl als der geraden und Seil als der gebogenen Schusterahle unterschieden. — F.: l Pl. lə [VPf], āl Pl. ālə [verbr. WPf], ōl Pl. ōle [ KU-A'glan HB-Einöd RO-Dielkch FR-Studh LA-O'hochstdt]. — Zur Etymologie s. Kluge-Mitzka17. — RhWB Rhein. I 81; LothWB Lothr. 393 (Ol); ElsWB Els. I 28 (Al, Ol); Bad. I 27.
 
 
ahlen 'stehlen' s. PfWB alen2.
 
  
Ahm1 meist f., selten n.: Flüssigkeitsmaß von 160 l (ungefähr ⅙ Fuder) [meist WPf u. NPf] oder 100 l [meist VPf u. SPf], im Schwinden begriffen. a. 1345: sechs malder korngeltes vnd zwo amen wingeltes [OttbgUrkb. 427]. a. 1465-70: Item 1 Ame Wins von zweien zweiteil Wingerts [Lgb. 115 Bl. 12 (NW-Hamb)]. a. 1578: Ain Gawfuder hat 6 ohmen Jede ohm 20 Virtl vnd jedes Viertel 4 massen. Ain Queichfueder hat 10 ohmen. Jeder ohm 10 Viertel. Jedes Viertel 4 maß [WerschwSchR]. — Zs.: PfWB Dritthalb-, Gau-, PfWB Halbahm. — F.: m Pl. mə [allg.], m Pl. mə [vorn. VPf], ūm Pl. ūmə [KU-Kollw RO-Als PS-Saalstadt H'frösch Erfw BZ-Böllbn], aum Pl. aumə [ GH-Zeisk]. — Aus kirchenlateinisch āma 'Gefäß, Weinmaß', dieses aus lat. (h)ama 'Feuereimer', und weiter < griech. ἄμη 'Wassereimer'; vgl. Kluge-Mitzka17 Ohm1. — RhWB Rhein. I 81 (Ahm); ElsWB Els. I 35 (Amen); Schwäb. V 58 (Om).
 
 
Ahm2 'Leichenwasser' s. Am; Ähme 'Angst' s. PfWB Äme.
 
  
Ahm-faß n.: 'Faß von einer Ahm', Ohmfaß [ KU-Schmittw/O Wolfst NW-Kallstdt BZ-Dernb], Ahmfaß [ LA-Mörzh BZ-Heuchh]. — Zs.: Dreiahm-, Sechsahm-, PfWB Zweiahmfaß.
 
 
Ahm-geld n.: 'Abgabegeld für Wein'. Das Ungeld (Ohmgeld) oder die Tranksteuer kam in Neustadt 1488 auf [Dochnahl 86]. a. 1563: Umgeld [PfWeist. I 89 (FR-Beindh)], a. 1564: vngelt [Pf Weist. I 221 (ZW-Contw)].
 
  
ähmig1 Adj.: 'ein(e) Ahm fassend'; so dick wie e ehmich Faß 'sehr dick' [ KU-Schmittw/O]. a. 1596: ein öhmiges fas [WerschwSchR]. Zs. PfWB drei-, halbähmig. — RhWB Rhein. I 82; ElsWB Els. I 35.
 
 
ähmig2 'eiterig' s. PfWB ämig.

[Bd. 1, Sp. 152]

 
  Ahn1 m.:
1. 'Großvater'. a. 1339: min anen grave Johan den alden von Sarebruck [MüHArch. K 112, L 1, Nr. 95]; vgl. PfWB Ahne. —
2. 'Vorfahren' (Pl.). Wer in de Stadt muß wuhne im Zins, un Baureblut hot in sich vun de Ahne [Christmann Grummet 55]; vgl. PfWB Ahnden. — RhWB Rhein. I 82 (Ahne); Bad. I 27; Schwäb. I 171/72, 191.
 
 
Ahn2 'Abwurfstrich beim Klickerspiel' s. An; Ahnd 'Leid' s. PfWB And.