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Butz bis Putz-eimer (Bd. 1, Sp. 1417 bis 1419) | |||
Butz, f. Butz, m. Butzen, m. butz butz Putz, m. Putz, f. Pütz, n. Putz-affe, m. Putz-bärbel, f. Putz-bürste, f. Putz-eimer, m. Bütze Butzel, n. Butzel butzel, Adj. Putzel, n., f. Butzel-jahr, n. Butzel-kirbe, f. butzeln, schw. pützeln, schw. Butzel-rupfer, m. Butzen butzen, schw. putzen, schw. Butze(n)-bär, m. Butze(n)-bauz, m. Butze(n)-bummel, m. Butzenellen-kasten Butze(n)-feger, m. Butze(n)-fresser, m. Butze(n)-gampel, m. Butze(n)-jäckchen, n. Butze(n)-knopf, m. Butze(n)-mackel, m. Butze(n)-mann, m. Butze(n)-martel, m. Butze(n)-milch, f. Butze(n)-mul, m. Butze(n)-mummel, m. Butze(n)-nase, f. Butze(n)-nickel, m. Butzer, m. Putzer, m. Putzerei, f. Putz-fimmel, m. Putz-frau, f. Putz-hobel, m. Butzi Butzicht, n. Putzicht, n., selten m. Pützicht, n., selten m. Butzicht-milch, f. putzieren butzig, Adj. butzig, Adj. Butzig, Gen.? pützig, Adj. Butz-igel, m. Putz-kalk, m. Butz-klicker, m. Butz-krug, m. Putz-kübel, m. Putz-lappen, m. Pützler, m. Putz-lumpen, m. Putz-macherin, f. Putz-machersin, f. Putz-mädchen, n. Putz-mamsell, f. Putz-messer, n. Putz-mühle, f. Putz-narr, m. Putz-pomade, f. Putz-sack, m. Butz-sau, f. Putz-schere, f. Putz-schurz, m. Putz-sieb, n. Putz-tag, m. Putz-teufel, m. Putz-tuch, n. Putz-woche, f. Putz-wolle, f. Putzwolle-kopf, m. Buwutz Buxen- buxen Buxtehude Buz Buzen D, n. T, n. d' da F da, Interj. dä(r), Interj. da däb | 1. 'Schwein', bes. in der Sprache der kleinen Kinder, Butz (buds) [verbr. mittl. u. südl. VPf Heeger Tiere I 18 PfId. 29], oft im Dim., s. PfWB Butzel; 'Mutterschwein' [ BZ-Dernb]. Zs. PfWB Saubutz. Lockruf für das Schwein: Butz-Butz! [ NW-Haßl LA-Ilbh BZ-O'ottb Schweig]. Der eßt (freßt) wie e B., von einem, der schmatzend ißt [LA-Edk, verbr.]. Des isch e B. [LU-Iggh, verbr.]. — 2. 'unreinliches Frauenzimmer', auch Schimpfw. [verbr. wie 1]. Zs. Schnuttelbutz. — Zu 1 u. 2: Häufiger als Butz ist die lautliche Abwandlung Wutz. Als Steigerung erscheint die Verb. Wutz un Butz, z. B. in der RA: Er wäljert sich im Dreck wie die Wutz un Butz [JKurpf. 1934, S. 92]. — 3. 'Wurfhölzchen im Tene-Spiel'. Beim Hochschnellen des Hölzchens ruft der Schläger dem Fänger zu: Tenne raus, halt die Butz [ LA-Birkw], oder: Tenne Butz ulle [ LA-Kl'fischl]. — Bad. I 389; Schwäb. I 1568. 1. a. 'vermummte Fastnachtsgestalt', Butze (budsə) [ GH-Vollmw], häufiger in der Zs. Fasebutz; vgl. PfWB Boz, PfWB Bozen 1 a; 'Fastnachtsmaske', Botz (bǫds) [ KB-Kriegsf]. Syn. s. PfWB Fastnachtsgesicht. — Historisch in der Wend. Butzen gehen: a. 1566: Der heidnische Wandel mit pratten heischen, Butzen gehen, Lehen ausrufen, Maien stecken, Hagelbaum brennen, Johannes Feuer machen und drüber springen, Fahnen tragen, Kirchenblumen und gegen dem Wetter leuten ist bei 1 fl. Strafe verboten [PfMus. 1922, S. 147]. a. 1593: Wir befinden auch, das noch allerhandt heydnische Misbreuch im Schwank gehen und von den Unterthanen, beyde jungen und alten geubt werden, sonderlich auf den Feyer- und Sontägen als mit ... Fastnachten Mummereyen, Braten, Butzengehen, Johansfeuwer, schendlichen Liedern und der jungen Gesellen und Mägden Mayen stecken und was dieses unfletigen unchristlichen Dinges mehr ist [NPfGV 1927, S. 98]. — b. s. PfWB Pfingstenbutz. — 2. 'auffallend gekleidete weibliche Person', Botz [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Boz, PfWB Bozen 2 a. — 3. 'Schreckgestalt, mit der man Kinder ängstigt', Butz (buds) [Kus NW-Weish/S Gal-Debolowka], Butze [ KU-Kaulb ZW-Nd'aub PS-Bruchw BZ-Darst]; vgl. PfWB Boz, PfWB Bozen 3 a. Syn. u. K. s. PfWB Butzenmann. Zs. PfWB Fürchtebutzen. — 4. 'Schutzmann', Butz [ NW-Weish/S], Butze [ ZW-Nd'aub [Bd. 1, Sp. 1418] Hengstb]. Syn. s. PfWB Gendarm. — 5. 'Vogel- und Wildscheuche', meist ausgestopfte Männergestalt, Butz u. Butze [südl. VPf], Botze [ PS-Vinn Lu'wink]. Die sieht aus wie e B. [ BZ-Schweighf]; vgl. PfWB Boz, PfWB Bozen 4 a, PfWB Butzenmackel, -mann 2, -mummel. Zs. PfWB Gartenbutz. — 6. 'kleines Kind', vgl. PfWB Buttes; e klaaner Butze [KB-Harxh, verbr.]; 'drolliger, aufgeweckter Knabe', Butze [ GH-Vollmw]; 'alter Junggeselle', Botze [ PS-Fehrb]; Butzelche 'kleine verhutzelte weibliche Person' [ RO-Messbhf]; vgl. PfWB butzig1. Zs. PfWB Rostenbutzen. — 7. 'Klümpchen'. a. 'verhärteter Nasenschleim'. Er hat e Butze in de Nas [Zweibr, verbr.]; vgl. PfWB Boz, PfWB Bozen 5, PfWB Butzenbär 3, -mann 3, -nase 2. Zs. PfWB Nasenbutzen. — b. 'Eiterpfropfen', Butze [ KU-Dietschw ZW-Battw Zweibr NW-Weish/S BZ-Erfw GH-Kand Don-Tscherwk], Botze [KU-Bedb KL-Gimsb u. Umg.]. Mein Schwääre (Geschwür) is heit uffgang, es sinn ganze Botze Ääder (Eiter) erauskumm [KL-Gimsb u. Umg.]. — c. 'Häufchen Schmutz' in den Zs. Dreck-, PfWB Mistbutzen. — 8. 'Tintenklecks', Butze [ NW-Geinsh Spey LA-Ilbh BZ-Albw]; vgl. PfWB Butzel 3. Zs. PfWB Tintenbutzen. — 9. a. 'rußendes oder verkohltes Ende des Dochtes'; am Wieche (Docht) de Butze abmache [verbr.], Botze [ KU-Bedb]. Volksgl.: Wammer'n Butze vume Inschlichlicht mit'm Finger abroppt un er brennt em net, gleicht (von engl. to like = gern haben, lieben) sell Mädel em, wu mer selli Zeit drandenkt [Fogel Beliefs Penns Nr. 382]. — b. 'Zigarettenstummel', Botze [ ZW-Contw Hengstb]. Zs. Zigarrettenbutzen. — 10. a. 'Krankheitskeim im Getreide', Butze [ NW-Haßl]. — b. 'von Schimmel herrührender übler Geschmack des Weines'. De Wein hot e Butze [ NW-Deidh]. — 11. a. 'Kernhaus des Obstes, Überrest des gegessenen Obstes', vgl. PfWB Butzicht 1, Butze [Ostteil der VPf (oft neben Krutze) KU-Rathsw Elschb IB-Nd'würzb]. Zs. PfWB Apfelbutzen, PfWB Ausbutz. Syn. s. PfWB Krutzen. — b. 'Kelchrest an Stachel- und Johannisbeeren', Butze [ KU-A'glan NW-Weish/S LA-Gommh Knöring]. — In der formelhaften Wendung rutz un butz 'mit Stumpf und Stiel, ganz und gar' [allg.]. — c. 'geschälter Maiskolben', Butze [ Don-Tscherwk]. — 12. 'Auswuchs am Körper', Butze [Kus]; vgl. PfWB Dutzel. — 13. 'kleiner Grasplatz', Botze [ KU-Miesau]. — 14. a. 'schwere, dunkle Wolke'. Es kummen Butze [südl. VPf]. Do hinne hingt e Butze [ KL-Stelzbg]. Zs. Schnee-, PfWB Wolkenbutzen. — b. 'Regenschauer' [südl. VPf]. Zs. Aprilen-, Gewitter-, PfWB Regenbutzen. — 15. 'große Anzahl, große Menge'; e Butze Leit [verbr. VPf]; e Butze Geld [KU-A'glan Müller Luscht un Lewe 53]. Do hosche (hast du) awwer e dicke Butze, ironisch für 'Da hast du aber nicht viel' [ KU-Kaulb KL-Hirschhn]. — 16. 'Büschel'. a. 'Strohwisch', Butze [Bd. 1, Sp. 1419] [ KB-Eisbg]. Der is so dumm wie e Botze Stroh [ PS-W'fischb]. — b. 'Strauß' in der Zs. PfWB Maibutzen. — c. 'Haarbüschel' in der Zs. PfWB Haarbutzen. — 17. 'Verstopfung beim Rindvieh'. Die Kuh hot'n Butze [ NW-Kallstdt BZ-Nd'horb]; vgl. PfWB blähen1 2. — 18. 'Streich, Schabernack'; äm e Butze andun [ KU-Kaulb NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Possen 1 a. — F.: In den Bed. 1-6 (Persönliches) erscheinen vorn. buds bzw. bǫds, seltener budsə bzw. bǫdsə, in den Bed. 7-18 (Sachliches) nur budsə bzw. bǫdsə. In manchen Orten kommen beide Formen mit verschiedener Bed. vor. Die Form bǫds bzw. bǫdsə tritt in Gegenden auf, in denen eine Neigung zur Senkung von u zu o besteht; vgl. PfWB putzen. — Dem Wort liegt mhd. butze 'klopfender Kobold, Poltergeist, Schreckgestalt' bzw. 'abgeschnittenes Stück, Masse, Klumpen' zugrunde, das nach Lexer Lexer I 403 zu būʒen (Nebenform zu biuʒen) 'schlagen, klopfen' zu ziehen ist; vgl. auch DWB DWb. II 588 ff., bes. 594. In Hinblick auf Bedeutung und Herkunft gehört das Wort in die nächste Nachbarschaft von bōds bzw. bōdsə, s. PfWB Boz, PfWB Bozen. — Südhess. I 1267/68; RhWB Rhein. I 1188/89; Saarbr. 41; ElsWB Els. II 129; Schwäb. I 1569 ff.; Schweiz. IV 2003 ff. 1. 'feine Kleidung'. Er hängt alles an de Butz [ KU-Schmittw/O, allg.]. — 2. 'Schuldiener, Pedell', weil ihm die Reinigung der Schulräume obliegt, Schülerspr., Butz [Kaislt]. — 3. 'Gemüseabfall' in der Zs. PfWB Abputz. — 4. 'Mörtelüberzug der Wände' in den Zs. PfWB Kratz-, PfWB Verputz. — Südhess. I 1268; Bad. I 389.
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