Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Affen-zipfel bis affrontiert (Bd. 1, Sp. 141 bis 142)
 
   Affen-zipfel m.:
1. Spottname und Schimpfwort für einen Menschen, der sich auffallend, besonders übertrieben modisch kleidet, dünkelhaftes Wesen an den Tag legt, sich närrisch gebärdet, Affezippel [verbr.], für einen einfältigen Menschen [WPf NPf SWPf Kühn Hamet 94], einen Angeber und Wichtigtuer [ KL-Lind]; vgl. PfWB Affenzapfen. —
2. Ortsneckname für die Bewohner von Neustdt. — F.: afədsib(ə)l. Das Wort spielt an auf »die bunten Zipfelmützen, mit denen umherziehende Affenführer ihre Tiere ausstaffierten« (Höh 144). — RhWB Rhein. I 75; Bad. I 25.
 
 
Afferahm s. PfWB Afram.
 
 
affig Adj.: 'albern, lächerlich aufgeputzt, eitel, affektiert, eingebildet, alles nachahmend'; e(n) afficher Kerl; e affich Ding; sich affich anzieche [verbr.]. Mach dich net so affich! [Kaislt, verbr.]. Vgl. PfWB Affe 2., Affenzapfen. F.: afiχ, ḁfiχ (s. PfWB Affe). — RhWB Rhein. I 75; Saarbr. 4.
 
  
Affigkeit f.: 'Hochmut, Dünkel', nach dem Schd., Affichkäät [ LA-Birkw]. RhWB Rhein. I 75.
 
 
Affische Pl.?: 'Ankündigung einer Holzversteigerung', Affische (Äfiə) [GH-Schaidt (Guentherodt Frz. 112)]. — Aus frz. affiche 'Anschlagzettel'. — RhWB Rhein. I 75.
 
 
Affolter m.: 'Apfelbaum', heute nur noch in FIN, z. B. in LA-Godrst. a. 1480: Item haben die burger zu Hagenbüch recht yn dem alt rin den zuegancke vff vnd abe mit zweyen weyde schiffen, auch mit den fachen zu halten an mit dreyerley holtz, affoltern birbäum vnd eychen [MHVPf. IV 6 (GH-Hagb)]. — Aus mhd. apfalter, ahd. apholtra mit dem germ. Baumnamensuffix -dra, Kluge-

[Bd. 1, Sp. 142]
Mitzka17 bei Apfel. — RhWB Rhein. I 75; Bad. I 25; Kurhess. 5 (Affalter).
 
 
affoltern Adj.: 'aus dem Holz des Apfelbaums'; vgl. PfWB Affolter. a. 1464: Item so sollen alsdann die Hyrten Ire Huten vnd Leger mit vnholtz machen vnd verhegen, vnd die Banholtzer Nemlich Eichin, buchin Bierbeumyn, vnd Affolterin nit hauwen [LibSecrM].
 
 
Affront m.: 'Schmach, Beleidigung'; e Affrun (afˈrun) aandu(n) [RO-Feilbg (PfId. 10), 1962 nur noch als Uzname für eine bestimmte Person gebr.], Affront [IB-Ensh FR-Dirmst LA-Siebdng Land GH-Kand Leimh], Affrunt [Pirmas]. Er steht in Affron gegen mich [Guentherodt Frz. 215/16]. Das Wort ist durchweg selten und wird meist nur von der Generation der Alten gebraucht. Ob es als Mundartwort den gehobenen Schichten eignet, erscheint zweifelhaft; vgl. Keiper 48. a. 1769: Affront [Hemmern 71/72]. — RhWB Rhein. I 76; LothWB Lothr. 4; ElsWB Els. I 20; Bad. I 25; Schwäb. IV 920 (Laffront).
 
 
affrontieren schw.: 'gegenüberstellen', affrundiere (afrundīrə) [Kus (Guentherodt Frz. 216)]. RhWB Rhein. I 76.
 
 
affrontierlich Adj.: 'schwer beleidigend', affrundierlich [Pirmas Land (Keiper 49) GH-Kand]. RhWB Rhein. I 76.
 
 
affrontiert Adj.: e(n) affrundiertes Ding, von einem eingebildeten Mädchen [FR-Dirmst GH-Büchbg (Guentherodt Frz. 216)]. RhWB Rhein. I 76.