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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Bütte bis Büttels-acker (Bd. 1, Sp. 1401 bis 1403)
 
Bütte, f.
Putte
Buttel
Büttel, m.
Puttel
Büttel-amt, n.
Buttel-dorn, m.
Büttel-lohn, m.
putteln
pütteln, schw.
Büttels-acker, m.
Büttel-schan, m.
Buttels-hecke, f.
Büttels-helm, m.
Büttel-spiel, n.
Büttel-wiese, f.
Bütten-boden, m.
Bütten-reifen, m.
Butten-träger, m.
Butter, m.,  selten  f.
Putter
Butter-arten
Butter-ater
Butter-auge, n.
Butter-bärbel, f.
Butter-base, f.
Butter-birne, f.
Butter-blume, f.
Butter-bock, m.
Butter-brett, n.
Butter-brezel, f.
Butter-brot, n.
Butter-ditz, m.
Butter-dreck, m.
Butter-drehe, f.
Butter-faß, n.
Butter-fladen, m.
Butter-form, f.
Butter-frau, f.
Butter-gebackenes, n.
Butter-gebäcks, n.
butter-gelb, Adj.
Butter-geld, n.
Butter-geröst, n.
Butter-gesicht, n.
Butter-glas, n.
Butter-griebe, f.
Butter-guts, n.
Butter-hafen, m.
Butter-handel, m.
Butter-händler, m.
Butter-händlerin, f.
Butter-händlersin, f.
Butter-hase, m.
Putterie, f.
putterig
pütterig
Butter-jahr, n.
Butter-kachel, f.
Butter-kasse, f.
Butter-kasten, m.
Butter-kaute, f.
Butter-kehl
Butter-keil, m.
Butter-klauer, m.
Butter-klumpen, m.
Butter-knötscher, m.
Butter-kohl, m.
Butter-köhl, m.
Butter-korb, m.
Butter-korn, n.
Butter-kränzler, m.
Butter-kratze, f.
Butter-kratzicht, n.
Butter-krümel, m.
Butter-krüstchen, n.
Butter-kübelchen, n.
Butter-kuchen, m.
Butter-kuh, f.
Butter-leier, f.
Butter-loch, n.
Butter-löffel, m.
Butter-lumpen, m.
Butter-mann, m.
Butter-markt, m.
Butter-maschine, f.
Butter-messer, n.
Butter-milch, f.
Buttermilch-gesicht, n.
Buttermilch-käse, m.
Buttermilch-käseschmiere, f.
Buttermilch-kopf, m.
Buttermilch-panz, m.
Buttermilch-sack, m.
Buttermilch-schisser, m.
Buttermilch-suppe, f.
Buttern, m.
buttern, schw.
buttern, schw.
puttern
   Bütte f.:
1.
a. 'runder, auch ovaler Bottich' Bitt (bid) [verbr. vorn. WPf, Don Gal]. Die B. wird meist aus Holz, neuerdings auch aus Zinkblech gefertigt, s. PfWB Holz-, PfWB Zinkbütte. Mancherorts, bes. NPf (ebenso Gal) erscheint das Wort als Synonym von Zuber 'Bottich mit zwei Handhaben'. Die mannigfaltige Verwendung des Gefäßes bei der Weinbereitung, in Haus- und Landwirtschaft spiegelt sich in den Zs.: PfWB Ablade-, PfWB Bad-, PfWB Bauch-, PfWB Pfuhl-, PfWB Feld-, PfWB Fleisch-, PfWB Futter-, PfWB Gär-, PfWB Herbst-, PfWB Kappes-, PfWB Kelter-, PfWB Kraut-, PfWB Kuh-, PfWB Kühl-, PfWB Maisch-, PfWB Most-, PfWB Regen-, Rühr-, Sau-, PfWB Schlag-, PfWB Speis-, PfWB Vieh-, PfWB Wasch-, PfWB Wasser-, PfWB Weinbütte. S. auch PfWB Brenk-, Feuerwehr-, PfWB Zapfen-, PfWB Zehntbütte. — Die B. is verlechert, von einer undicht (s. PfWB lecherig) gewordenen Holzbütte [ KU-Schmittw/O]. Der Rotmoscht muß vor alle Dinge mol in Bitte (Pl.) vergiere (vergären) [ NW-Gimmdg]. Flääsch (Fleisch) aus der B. [ ZW-Battw]. Der kann e B. voll saufe [KB-Kriegsf, verbr.], e B. voll vertrage [NW-Elmst, verbr.]. a. 1560: Wo aber iemant Zuo seiner notturfft eines Küefern Holtz Zuo einer Krippen, Kelter, pueten, multen oder sonst bedurffte, der mag sich desselben souiel im dienstlich Ist gebrauchen [DirmstAWeist]. a. 1621: ... Kieffer ..., welcher die wasserlägel (s. PfWB Logel), züber vnd butten ... gebessert [WerschwSchR, Bl. 182r]. a. 1728: Das Hospital soll jederzeit zwey grosse Budden mit Wasser parat halten [PfMus. 1884, S. 46]. a. 1761: Johannes Ries (ersteigert) 1 Bitt [LeinGbl. 1911, S. 76]. —
b. 'Spülgefäß', Bittche [ KU-Patb]. —
2. 'Malzeichen, von dem aus beim Knopfspiel geworfen wird', Bitt [Ingb]. Du kommscht an die B. 'Du bist dran' [ HB-Lu'thal]; vgl. PfWB Biet2. Syn. s. PfWB Anmal1. — F.: Allg. bid. Pl. fast allg bidə; birə belegt für KU-Schmittw/O Hundh Herschw/Petth Dietschw ZW-L'wied RO-Dielkch KL-Hütschhs Reichb Siegb Stelzbg PS-Geisbg KB-Kriegsf Mauchh Kerzh Gauh FR-Tiefth. Dim. meist bidχə; LU-Alsh/Gr u. BZ-Annw haben bidəl u. bidəlχə; bidəl mit dem Pl. bidəlχər in PS-Hintwdth. — Südhess. I 1257/58; RhWB Rhein. I 1166/67; LothWB Lothr. 46; ElsWB Els. II 120; Bad. I 385.
 
 
Putte s. PfWB Potte 2; Buttel s. PfWB Butteldorn, PfWB Buttelshecke, Hagebuttel.
 
  
Büttel m.:
1. 'Gerichtsdiener', vgl. PfWB Botrüge, PfWB Gebüttel. a. 1480: Item ob man iemand ihn dießem gericht must mit gewalt halten, behüten

[Bd. 1, Sp. 1402]
oder beschließen, daß soll ein bittel thun [PfWeist. I 443 (KL-Erlb)]. a. 1532: die virtzehenn scheffen sollenn eynnen geschwornnen budell hann [ebd. I 265 (KB-Dreis)]. a. 1553: Als da hat ihn dann der deygen (s. PfWB Degen) oder büttel zue Castell (Blieskastel) gebunden und ingeführt bis uff Aßweiler [ABlieskst. 99]. a. 1568: Item soll hinfurther ein geschworner bitel sein [Grimm Weist. V 569 (LA-Gleisw)]. a. 1597: ein Büttel, Häscher oder Stadtdiener erhielt jährlich 12 fl. [Niedhammer 206]. a. 1655: den büttel betreffend, ist derselbige sieben stück viehe an pferd, rind und schweinen pfründenfrei [PfWeist. I 155 (LA-Böbing)]. —
2.
a. 'Gemeindepolizist', bis etwa 1930, Bill, Biddel, s. F. [verbr. mittl. u. südl. VPf]; vgl. PfWB Polizeidiener. VR.: Eins, zwei, drei, gehen wir über den Rhei, schlahe em Bauer 's Fenster ei, kummt de Bittel und steckt uns ei, steckt uns in das Dunkelhaus, geb ich die drei Batze aus; ri ra roch, hätt ich mei drei Batze noch [Hombg]. —
b. (für die Pfalz ab etwa 1930, in Gal auch früher) 'Gemeindediener, der die amtlichen Bekanntmachungen ausschellt, Botengänge und ähnliche niedere Arbeiten der Gemeinde ausführt' [verbr. VPf KL-Wörsb Niedkch (älteste Gener.) Gal]. Zs. Gemeindebüttel. De Bill schellt aus [ LA-Nußd]. In Bellem (Bellheim) der Bill, der geht mit der Schell [Rohr 15]. RA.: Dem Biddel die Schell gewwe 'etwas an die große Glocke hängen' [ PS-Geisbg LU-Muttstdt]. S. auch die RA bei Gans. Das Wort gehört in der Pfalz weit mehr dem passiven als dem aktiven Wortschatz an; in Gal-Dornf war es der gängige Ausdruck für den Gemeindediener. —
3. 'Mensch, der die Schmutzarbeiten erledigt', in der RA.: de Bill mache [(1935) KU-Bedb], Birrl [ KU-Herschw/Petth], Berrl [ HB-Kirrbg]; vgl. PfWB Pudel1 2 a. — F.: bidl in PS-Geisbg FR-Mörsch LU-Limbghf Opp NW-Haßl Spey, birl in KU-Herschw/Petth FR-Albsh, rl in HB-Kirrbg, biðl in Gal-Dornf, bil verbr. südl. VPf. — Abl. aus bieten. Südhess. I 1258/59; RhWB Rhein. I 1169; Lothr. 41/42; ElsWB Els. II 121; Bad. I 386.
 
 
Puttel s. PfWB Pudel.
 
 
Büttel-amt n.: 'Gerichtsbezirk'. a. 1480: Item weißen wir auch vnßerm gnedigen herrn dem pfaltzgrauen oder wer das bittelambt ihnhat zu Erlenbach, vnd ihn dem gantzen bittelambt fur ein obersten carstvogt, zu richten vber halß vnd halßbein, auch vber dieb vnd diebinen, ieglichem nach seinen verdinst [PfWeist. I 443 (KL-Erlb)].
 
 
Buttel-dorn m.: 'Hagebutte'. a. 1721-84; Puteldornen oder Arschkitselen Stöck [Kirchenbuch für KL-Katzw u. Weilb]; vgl. PfWB Buttelshecke. — Butte, Buttel 'Frucht der Heckenrose', DWB DWb. II 580, 581.
 
 
Büttel-lohn m.: a. 1748: Büttellohn 'Lohn für den Büttel' [LU-Assh (alte Akten)].
 
 
putteln s. PfWB pudeln.

[Bd. 1, Sp. 1403]

 
   pütteln schw.:
1.
a. 'auflockern, um das Trocknen zu beschleunigen'; 's Haai, de Hawwer piddle [KU-Schönbg Kus NW-Frankeck Lambert Penns 118], pirrle [verbr. WPf LU-Limbghf], pillele [ KU-Erdb], pille [NPf], pillere [ KB-Gauh]; am Haai piðle [ Gal-Dornf]. —
b. de Strohsack pirrle 'aufschütteln' [ KL-Fischb]. —
2.
a. '(Wasser) abschütteln', piddle [ Don-Tscherwk]. —
b. 'abkratzen', piddle [ Don-Lenauh].
 
 
Büttels-acker m.: urspr. 'Acker zur Nutznießung des Büttels', jetzt noch als FlN erhalten in LU-Friesh, Biddelsacker.