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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Busch-wald bis Busen-berg (Bd. 1, Sp. 1392 bis 1393)
 
   Busch-wald m.: 'junger Wald', Buschwald [ GH-Hördt]. — Zu PfWB Busch 2 a. — Südhess. I 1250. — -weg m.: FlN., Boschweech [ NW-Haardt Mußb LA-Nußd]. — -weide f.: 'Weidenrute zum Anbinden der Reben', Bischwääde (Pl.) [ LA-Edk]; vgl. Bind-, PfWB Kammertweide.
 
  
Busem m.:
1. 'Busen', oft nur scherzh, Bussem, Busem, s. F. [verbr.], bes. 'weibliche Brust': Die hot 'n gehörige Bussem [ LU-Friesh]. Syn. s. PfWB Ditz. —
2.
a. 'Raum zwischen Brust und Hemd'. Frauen stecken das Taschentuch oder den Geldbeutel in de Bussem [ LU-Opp]. Steck der 's in de Bussem, was man jemandem nur wider Willen überlassen muß [ Gal-Josbg Dornf Obl]. Auf die Frage, wo ein bestimmter Gegenstand sei, antwortet man im Scherz: E Nackicher hat's im Bussem stecke [ Don-Gottl]. —
b. 'Brusttasche', s. Busemgeld, PfWB -sack. —
3. 'Herz, Innerstes des Menschen'. Der hot noch was im Bussem 'eine böse Absicht' [ NW-Kallstdt]; er hot's im B., dass. [ PS-Erfw]. Der hat de Deiwel im Bussem, von einem ränkesüchtigen, bösen Menschen [Zweibr, verbr. Don Gal Buch], de Böse im B., dass. [ KB-Eisbg], de Schelm im B., dass. [PfId. 29]. Er hot e sauwere Bussem 'braucht sich nichts vorzuwerfen' [GH-Kand u. Umg.]. Die Rode (Rothaarige) hun de Deiwel im Bussem [ Gal-Bagbg]. Do muß mer in de Bussem greife 'an sich selbst denken' [ KU-Schmittw/O]. 's is awer a e Staat, was unser Palz for Mädcher hat! ... Wer do noch kalt bleibt, seller Mann der muß kee Herz im Bussem han [Münch Weltgesch. 139]. —
4. 'altertümlicher Rauchfang in der Bauernküche', vgl. Schornsteinbusen. Jo die, die hän jo bis Weihnachte kä Worscht un kä Schunke mehn im Bussem hänge! [Lu'haf]. — F.: NWPf būsəm, übrige Pfalz busəm. Das verhältnismäßig selten belegte Wort wird von manchen Gewährspersonen (trotz des m-Auslautes!) als junge schriftsprachliche Entlehnung empfunden; es ist aber, wie seine Verwendung in RA, bes. bei den Auslandpfälzern, zeigt, ein altes Mundartwort. — Südhess. I 1250; RhWB Rhein. I 1155; LothWB Lothr. 73 Buschem; ElsWB Els. II 105 Buesen; Bad. I 381.
 
 
Busem+-geld n.: 'Geld, das in der Brusttasche

[Bd. 1, Sp. 1393]
aufbewahrt wird', s. PfWB Busem 2 b. a. 1531: Item ein klein Secklin mit pysem gelt. Ist des alten schreybers geweßen [GgHospR]. — -nadel f.: 'Brosche', Bussemnorel [verbr. NPf], Busenodel [ LU-Opp]. — -sack m.: 'innere Tasche im Männerrock', Bussemsack [ Gal-Dornf], vgl. PfWB Busemtasche; 'Brusttasche': Aus ihre Seidebluse hatt sich der Schuwiak Strunzdichelcher geschnitte for in sein Busemsack [Müller Hahnepeter 40]. ElsWB Els. II 342. — -stopfen m.: 'Flaschenkork', Bussemstoppe (-dǫbə) [ KU-W'mohr]. Das Bestimmungswort aus Buschon? -tasche f.: = PfWB Busemsack, -dasch [ NW-Rödh]. — -wärmer m.: 'wollene Frauenjacke', Bussemwärmer [KL-Gimsb u. Umg.].
 
 
Busen-berg ON: Dorf im Kr. PS, Buseberch (būsəbärχ). Ableitung ungewiß, vgl. Christmann SN I 84/85.