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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Bürsten-bampel bis Bürzel (Bd. 1, Sp. 1381 bis 1382)
 
  Bürsten-bampel m.: Scherzname für den hausierenden Bürstenbinder, der seine Bürsten an einem Rückengestell anband, von wo sie herunterbaumelten, rschtebambel [LA-Venn (Trifels 1934 Nr. 7)]. — -binder m.:
1. wie schd., Berschde-, Birschdebinner, -benner, s. PfWB Bürste u. PfWB Binder [allg.]. Der sauft wie e B. [NW-Freinsh, allg., auch Penns Don Gal Buch], wie e Ramberger B., s. u. 2 [ KL-Fischb]. Der hot Dorscht wie e B. [ LU-Oggh], freßt wie e B. [ KU-Diedk W'mohr IB-Hass], eßt wie e B. [verbr. WPf], hot Hunger wie e B. [verbr. WPf]. WR.: Wann de B. kommt, gebt's Reen [Zweibr]. —
2. Pl. Berschdebinner, Neckname für die Bewohner von BZ-Ramberg, von denen viele das (mehr und mehr aussterbende) Bürstenhandwerk treiben; vgl. PfWB Bürstenigel. —
3. übertr. von einem ungepflegten, schmutzigen Menschen, Bärschdebinner [Penns DeitschEck vom 16. 3. 1946]. — Südhess. I 1244; Rhein. I 1146; Bad. I 378. — -igel m.: Pl. Birschdeiggel, Uzname für die Bewohner von BZ-Dernb; vgl. PfWB Bürstenbinder 2. — -kopf m.: 'Haarschnitt, bei dem das kurzgeschnittene Haar einer Bürste ähnlich ist', Berschdekopp [HB-Breitft ZW-Bechhf Stamb PS-Burgalb Frankth]; vgl. PfWB Stiftenkopf. — -macher m.: 'Bürstenbinder', Berschdemacher [Feierowend Nr. 11/1953]. — -mann m.: dass. WR.: Wann de Berschdemann kommt, gebt's Reen [ZW-Käshf, verbr. Sick.]; vgl. PfWB Bürstenbinder 1. — -tasche f.: 'Tasche zur Aufbewahrung der Kleiderbürste', Berschdedasch [ BZ-Stein GH-Weingt]. Südhess. I 1244. — -wirt m.: Inhaber der Gastwirtschaft »Zur Bürste«, Berschtewert [Firmenich 15 (Frankth)]; vgl. PfWB Bürste 4.
 
  
bürstig Adj.: 'rauh, struppig'; berschdiche Hoor [ RO-Schiersf], berschdiches Gras [ HB-Höch]; vgl.

[Bd. 1, Sp. 1382]
PfWB borstig, Zs. PfWB kratz-, PfWB rauh-, PfWB strack-, PfWB widerbürstig. Südhess. I 1244; RhWB Rhein. I 1147; ElsWB Els. II 92; I 379.
 
 
burz: in der Wend. borzˈunne, borzˈowwe 'Hals über Kopf, holterdiepolter' [KU-W'mohr Pirmas PfRh. 1957, S. 209]. Bad. I 296 borzen.
 
  
Bürzel m.:
1.
a. 'Vogelsteiß', Berzel (bärdsəl, bäÄrdsəl) [verbr. vorn. WPf nördl. VPf, auch Penns Don Gal Buch]. Zs. PfWB Enten-, Gansbürzel. —
b. 'Hinterleib von Insekten und anderen Tieren'. Die Biene strecke de B. in die Heh [ KL-Matzb]. Ene Heeselche (Häschen) dut er im Grawe verschrecke; des dreht ihm der Batzel un springt in die Hecke [Birmelin Penns Poems 78]. —
c. 'Gesäß des Menschen, bes. des Kindes'. Er is uf de B. g'falle [LU-Opp, verbr.]. 's hängt'm de B. eraus, bei zerrissenem Hosenboden [ KL-Hütschhs]. Sie hänn'm de B. verschlaa 'verprügelt' [ NW-Weish/S]. Leck mich am B.! [ RO-Odh]. RA.: mit Haut un Hoor, Gorz un B. [Bassler 33]. —
2.
a. 'Klappe an der Knabenhose' in der Zs. PfWB Hosenbürzel. —
b. 'steißförmige Frauenhaube', veraltet, Berzel [ KL-Alsbn]. —
c. 'Hemdenknopf' in der Zs. PfWB Hemdenbürzel. — Südhess. I 1244/45; RhWB Rhein. I 1147/48; ElsWB Els. II 94; Bad. I 379.