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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Adolf bis Advents-sonntag (Bd. 1, Sp. 137 bis 138)
 
   Adolf:
1. männl. Vorname [allg.], meist in den Verkleinerungen Dolf, Atzl (in scherzhafter Anlehnung an den Vogelnamen Atzel), Attche, dieses auch geringschätzig gemeint. —
2. 'St. Adolf, Schutzheiliger von Maria-Rosenberg'. — F.: ˈādǫlf [WPf], ˈdǫlf [VPf], dǫlf, dęlfl [ LU-Friesh], adsl [vielerorts], adχə [verbr. WPf bes. KL].
 
 
Adonis-röschen n.: wie schd., Adonisreesche (Ädōnisrēsχə) [verbr.]; vgl. (Stolzer) Hochzeiter (Adonis flammens Jaeg.) u. Herzröschen (Adonis vernalis).
 
 
adoptieren schw.: wie schd., selten, dafür gewöhnlich annehmen, entsprechend für Adoptivkind angenummenes Kind.
 
 
Adresse f.: 'Briefanschrift' [allg.]. RA.: An die falsch Adreß kumme 'an jemand geraten, in dem man sich verrechnet hat', umgspr. [allg.]. — Zs.: Begleitadresse. — RhWB Rhein. I 63; ElsWB Els. I 14; Bad. I 24; Schulz 8.
 
 
adressieren schw.: 'mit der Adresse (Anschrift) versehen' [allg.]. — F.: adrəsērə [WPf], adrəsīrə [VPf].
 
 
adrett Adj.: 'zierlich, sauber u. nett'; e adret-

[Bd. 1, Sp. 138]
t(es) Mädche [allg.]. Die is awwer adrett angezoo [Zweibr, allg.]. — F.: aˈdręt [allg.]. — Aus frz. adroit 'gerade, geschickt'; vgl. Schulz 9. — RhWB Rhein. I 63; Bad. I 25.
 
 
Advent m.: wie schd. [allg.]. Der A. gilt nach dem Volksgl. als Glückszeit, doch sollen Ferkel, die im A. geboren sind, nicht gedeihen, vgl. Schandein Bav. IV, 2, S. 402 u. 377. — F.: Ädwęnt [allg.], Äwęnt [SWPf], Ädfęnt [WPf NPf ält. Gen.]. — RhWB Rhein. I 64/65; ElsWB Els. I 15; Bad. I 25.
 
  
Advents-geist m.: Nach dem Volksgl. ziehen zwischen Weihnachten und 6. Januar Adventsgeister um [ ZW-Kl'bundb].
 
 
Advents-männchen Pl.: 'Geister, die in der Adventszeit nachts umgehen und Menschen und Tiere ängstigen', Adwentsmänncher [Gal, nach Enders in Feierowend 1953 Nr. 48 S. 2]; vgl. PfWB Feuermännchen. HWbAbergl. I 199.
 
 
Advents-metzger m.: 'Metzger, der nur Hausschlachtungen, wie sie besonders in der Adventszeit vorkommen, vornimmt', meist Adfent-, Adwentsmetzjer [verbr. nördl. u. mittl. VPf KB-Kriegsf Kerzh Eisbg PS-Fehrb]; dafür auch PfWB Brandmetzger. Mancherorts, so z. B. in LU-Muttstdt, hat das Wort abwertende Bedeutung; den Nachkommen der pfälz. Auswanderer des 18. Jh. ist es unbekannt, wiewohl Hausschlachtungen in der Adventszeit bei ihnen allgemein üblich waren.
 
 
Advents-sonntag m.: wie schd. Volksgl.: Wer in der Weihnachtszeit oder gar an einem Adventssonntag geboren ist, sieht an jedem Abend und Morgen die Geister nackt und frierend im Nebel hinschweben [BZ-Dernb (PfMus. 1889 S. 68)].