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Bündel bis Bunden-korn (Bd. 1, Sp. 1352 bis 1354) | |||
Bündel, n., m. Bündel-besen, m. Bündelchens-tag Bündelchens-wein bündeln, schw. bündel-närrisch, Adj. Bündels-tag, m. Bündelchens-tag, m. Bündel-wein, m. Bunden, m. Bunden-bach, ON Bunden-korn, n. Bunden-thal, ON Bundes-tag, m. Bundestags-abgeordneter, m. Bund-form, f. Bund-kuchen, m. Bundkuchen-form, f. Bundkuchen-schüssel, f. Bundkuchen-teig, m. Bund-pfosten, m. Bund-radon, m. Bund-riemen, m. Bund-schurz, m. Bund-schüssel, f. Bund-stiefel, m. Bund-teig, m. Bund-zange, f. Punem bungern, schw. Bungert, m. Bunkelorum Punkt, m. Punkte-macher, m. pünktlich, Adj. Punktum bunt punterlich, Adj. buntig, Adj. Bunt-specht, m. Bunz, f. Puperment pupfen, schw. Pupille, f. Pupillen-geld, n. Bupp, m. Puppchens, n. Puppe, f. Puppelchen(s)-brunnen, m. Buppel-hahn puppelig, Adj. buppeln, schw. puppeln, schw. buppen, schw. puppen puppen, schw. Puppen-base, f. Puppen-brünnlein, n. Puppen-gesicht, n. Puppen-hähnlein, n. Puppen-hannes, m. Puppen-haus, n. Puppen-käse, m. Puppen-kind, n. Puppen-kleid, n. Puppen-küche, f. Puppen-mutter, f. Puppen-schank, m. Puppen-schäse, f. Puppen-spiel, n. Puppen-stube, f. Puppen-wagen, m. Bupper, f. Püpperchen, n. Pupperich, m. püpperig, Adj. Bupper-loch, n. buppern, schw. Bupperns, n. Buppes, m. Buppes, m. Buppes, m. Bupp-hahn, m. puppig, Adj. buppsen, schw. Bur pur Burachs Buratsch, Gen.? Purätte burbeizen Bürde, f. Püree, n. Burem Buren-hut, m. Buren-kriegelns, n. Buren-verein, m. Burg, f. Burgchens, n. Bürge, m. | 1. a. 'zusammengebundene Traglast', Bind(e)l, Binn(e)l, s. F. [allg.]. Ich hab 'm en Bindel uffgeha 'aufgeladen', gegenst.; als RA. 'einen Bären aufgebunden' [ RO-Odh]. Loß der ken B. uffhänge 'laß dich nicht anlügen' [NPf]. E jedes hat sein Bindel (Kreuz) se traae (vielfach auch Bindelche) [KU-Trahw, verbr. WPf]. — Im bes. α. B. Gras (gew. mit dem Grastuch zusammengebunden), oft in der Zs. PfWB Grasbündel [allg. bis etwa 1920, danach seltener werdend]; entsprechend B. Hai (Heu), B. Stroh (Wirrstroh); vgl. PfWB Bund, PfWB Gebund. Syn. s. PfWB Boßen1. KR.: Ich geb der e Daler, geh uf de Markt, kaf e Kihche un e Kälbche un e Schwälbche un e Bindelche Haai un e wullewulle-wullewulle Gänsche [Kaislt]. Mit diesem Reim beruhigt man ein Kind, das sich beim Fallen wehgetan hat. Bei den Worten Ich geb der e Daler tut man, als drücke man dem Kind ein Geldstück in die Hand; bei den Worten un e wullewulle-wullewulle Gänsche kitzelt man die Handfläche des Kindes. Einen VR mit Grasbündel s. bei PfWB betrügen. — B. Holz (gew. mit einem Seil zusammengebunden) [NWPf NOPf vereinzelt sonstige Pfalz, s. K. 70, verbr. Don Gal Buch]. Bei der Talfahrt mit dem holzbeladenen Schlitten bremst man, indem man ein Bindel inhängt [ KL-Frankst]. Zs. PfWB Holzbündel. Syn. s. PfWB Bürde. — β. 'Wanderbündel, Habseligkeiten der Dienstboten'. Am Bündels- oder Wandertag schniere Knecht un Maad (die den Dienstherrn wechseln) de Bindel [westl. WPf, allg. bis etwa 1900, heute (1968) zumeist nur noch vom Hörensagen bekannt]; davon die RA.: Du kannscht dei B. schniere 'Du bist entlassen', auch im Sinne von 'Du kannst dir eine andere Bleibe suchen' [ KU-Kaulb, allg.]. Auch das beim Dienstherrn verbleibende Gesinde rückte an den Bündeln, was den Dienstherrn zu einer Sonderbewirtung veranlassen sollte; vgl. Vogelsgesang 3, Stoll 34, 211. Näheres s. unter PfWB Bündelstag. VR. betr. das Bündelschnüren s. bei PfWB Bib, PfWB Bibi 1 und bei buff. — b. 'zusammengebundene oder eingebundene Menge einer Ware u. dgl.'. α. e B. Reddich, Suppegrienes [Kaislt, allg.]. 3-4 Bandeliere Tabakblätter ergeben ein Bindel [Wilde 238]; vgl. PfWB Bandelier 2. — β. 'bestimmtes Quantum Käse' (der Käse wurde in Bündeln gepreßt). a. 1626: (Die Käserei lieferte) 10 Maß Butter und 60 Bündel Keß [Groh Wörschw. 39]. — 2. übertr. von einem mißliebigen Menschen in [Bd. 1, Sp. 1353] den Zs. PfWB Gast-, PfWB Lügenbündel. — F.: fast allg. bind(ə)l, seltener bin(ə)l. Das Genus war urspr. wohl allg. m., so bes. Don Gal Buch; gegenwärtig herrscht n. vor. — Südhess. I 1227; RhWB Rhein. I 1126; LothWB Lothr. 44; ElsWB Els. II 60; Bad. I 369/70. 1. 'zu einem Bündel binden'. De Hanef werd gebindelt un in der Brechkaut gedärrt [ KU-A'glan]. — 2. 'die Dienststellung wechseln', bindle [verbr. südl. VPf]; vgl. PfWB fort-, PfWB heimbündeln, PfWB Bündel 1 a, PfWB Bündelstag. — 3. gebündelt haben 'schwanger werden', vgl. PfWB aufbündeln 2. Gebündelt (!) hat se un is net mehn ellää (allein) [KU-Ohmb verbr. NPf (NPfGV 1934 Nr. 8)]. Südhess. I 1228; RhWB Rhein. I 1127; LothWB Lothr. 44; ElsWB Els. II 60; Bad. I 370. [Bd. 1, Sp. 1354] Knecht steckte sie einen Strauß an den Hut; auch Peitsche und Zaumzeug der Pferde wurden mit Blumen geschmückt. Unterwegs schenkte sie dem Knecht aus einer Flasche den Bündelwein ein. Ähnlich wurde der B. in GH-Hatzbühl noch um 1925 begangen. In KU-Konk u. Theisbgstg wurde auf der Wanderung geschossen. Nach Becker Vk. 266 sang man in KU-Frohnf beim Umzug: Hopsa über Kalbfelle naus! Wär nur mei Bändel draus! Bändel wär mer net so schwer, wann mei Schatz nor bei mir wär! In KU-Patb u. Föckbg stifteten die Wandernd en ein Faß Bier. Näheres s. Christmann Vk. 5 ff; dort auch eine Karte über den (alten) Tag des Gesindewechsels. Nach Karasek-Langer (OZfVk. 1929, S. 104) war der 26. bzw. 27. Dezember auch in Gal-Bruckenthal u. Michalowka der Bindelchestag. Die aus dem Dienst scheidenden Dienstboten verabschiedeten sich mit dem Liedvers: Heraus, heraus! Aus (Name des bisherigen Wirtes) Haus heraus! Lebt wohl und seid getreu! Ich kann nicht länger bei euch sein, ich soll mein Glück probieren, marschieren! Den neuen Dienstherrn begrüßte man: Herein, herein! In (Name des neuen Wirtes) Haus herein! Grüß Gott und seid getreu! Ich soll nun fürder bei euch sein! Ich soll mein Glück probieren, marschieren! Vgl. auch PfWB Bündelwein. — Südhess. I 1228; RhWB Rhein. I 1127; LothWB Lothr. 44; ElsWB Els. II 660; Bad. I 370. [Bd. 1, Sp. 1355] Bestimmungswort wohl Beunde, das in histor. Belegen mehrmals als bunden erscheint.
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