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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Bug bis Bügel-tisch (Bd. 1, Sp. 1334 bis 1336)
 
   Bug m., n.:
1. 'der Schulterteil von Rind, Kalb, Pferd und Schwein, Schulterstück', Bug, Buch [allg.]. Zs. PfWB Flämen-, PfWB Hammels-, PfWB Schweinsbug. —
2. 'Stützbalken', z. B. an Dachpfetten, s. Abb. 17 bei Pfette; vgl. auch die Zs. Schwenkbug; 'Schrägbalken im Fachwerk' [ LA-Gommh]. a. 1464: Item was auch an ... denselben holtzern gute ist zu einem buge, einem stecken oder einem Riegell, sollen sie vßschneitzen vnd hauwen [LibSecrM, Bl. 110]. — F.: zumeist būx, seltener būg; Pl. bīg, bīχ. Genus fast allg. m.; n. wird nur für BZ-Albw Dierb angegeben. — Südhess. I 1209; RhWB Rhein. I 1103; Bad. I 363.
 
  
Bügel m.:
1. 'der am Draht umgebogene Rebensetzling',

[Bd. 1, Sp. 1335]
Bijjel (bijəl) [ NW-Kallstdt]. —
2. 'Haken an der Zugkette des Pfluges', Bichel (biχəl) [ KL-Frankst]. Zs. Zugkettenbügel. —
3. = PfWB Steigbügel, Bichl [SOPf (Heeger)]. —
4. 'bogenartige Vorrichtung zum Verschließen des Eßgeschirrs, das man zur Arbeit mitnimmt', Biechel (bīχəl) [Kaislt]; vgl. PfWB Bull 2 b. —
5. 'die gebogenen Seitenstücke der Brille' [Kaislt]. —
6. in der Zs. PfWB Kleiderbügel. — Südhess. I 1209; RhWB Rhein. I 1104; Bad. I 363.
 
 
Bügel-brett n.: wie schd., Biegel-, Biel-, Bichelbrett, -bräät, -breet (s. PfWB bügeln u. PfWB Brett) [allg.]; glatt wie e Bichelbrett, von der schwach entwickelten Frauenbrust [Kaislt, verbr.]. RhWB Rhein. I 1105; ElsWB Els. II 202. — -eisen n.:
1. wie schd., -eise (-aisə, selten -aizə) [allg.], -ise [lothr. SWPf]. Volksgl.: Wer auf das heiße B. oder die heiße Herdplatte spuckt, kriegt e bees Maul [PS-Busbg, verbr.]. Schieb en Bruch (Leibschaden) zurick mit me Bigeleise [Fogel Beliefs Penns Nr. 1447]. —
2. 'Plattfuß', scherzh., Pl. Bieleise [ WD-Niedkch], Bigel- [ HB-Kirrbg]; vgl. Bügeleisen-, PfWB Bügelfuß. — Südhess. I 1209; RhWB Rhein. I 1105; LothWB Lothr. 71; ElsWB Els. I 76.
 
 
Bügeleisen-fuß m.: 'großer, plumper Fuß', scherzh., Pl. Bigleisefieß [LU-Friesh, verbr.]; vgl. PfWB Bügeleisen 2. — -stahl m.: scherzh. für 'Nase', Bicheleisestahl (-dāl) [ KL-Alsbn]; vgl. PfWB Bügelstahl.
 
 
Bügel-falte f.: wie schd., Bichelfalt [allg.]. Bad. I 363. — -fuß m.: 'plumper Fuß', scherzh., Pl. Biegelfieß [ LU-Opp]; vgl. PfWB Bügeleisen 2.
 
  
bügeln schw.:
1. Wäsche, Kleider b., 'plätten', biele, bichele, bigele, s. F. [allg.]. Zs. PfWB ausbügeln. Die Hoor sin glatt gebichelt 'liegen fest am Kopf an' [ NW-Neidfs]. RA.: Er isch g'schnichelt un gebichelt 'herausgeputzt' [SOPf, KU-Diedk]. 's macht nix, das kriee mer beim Bichele, scherzh., wenn ein Fehler leicht behoben werden kann; die RA. geht auf einen Ausspruch eines Schneiders zurück, der an einer Bubenhose den Hosenlatz an der verkehrten Seite angebracht hatte [Kaislt, Pirmas]. Volksgl.: Die Hemmer därf mer net uf em Buckel bigle, schunscht bigelt mer 's Glick raus [Fogel Beliefs Penns Nr. 1934]. —
2. 'schnell gehen, schnell laufen', Sprache der Sportler [KL-Lind (Höh 131)]. —
3. einen b.
a. 'verhauen' in Redewendungen wie: de Frack bichele [PS-Hintwdth, verbr.]; die Hosse biele [KL-Mehling, verbr.]; die Ohre bischele [PS-Saalstdt, verbr.]; die Glatz biele [ PS-Burgalb]. —
b. 'besiegen', im Kampf, auch im Spiel, bichele [Kaislt]. — F.: bīlə NPf (einschl. nördl. VPf) bis zur Linie (die genannten Orte einbegriffen): KU-Frohnhf — KL-Gimsb — RO-Sippf — KB-Kerzh — FR-Bockh; südl. anschließend bis zur lothr. und els. Grenze biχələ bzw. biələ, ausgenommen den Ostteil der nördl. u. teilweise mittl. VPf, wo biöələ und mancherorts im Raum um Lu'haf

[Bd. 1, Sp. 1336]
bigələ gilt. Bei der jüngeren Gener. unter schriftsprachl. Einfluß neben biχələ, biöələ und bigələ auch bīχələ, bīöələ, bīgələ; vgl. PfWB Riegel. — Südhess. I 1210; RhWB Rhein. I 1104; LothWB Lothr. 43 bijelen; Bad. I 363.
 
  
Bügel-stahl m.: 'Bügelbolzen', Bichelstahl [ ZW-Battw]; vgl. PfWB Bügeleisenstahl. RhWB Rhein. I 1105. — -tisch m.: wie schd., Biggeldisch [ LU-Opp]. RhWB Rhein. I 1105.