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Pfälzisches Wörterbuch 
 
pudel-fett bis pudel-närrisch (Bd. 1, Sp. 1330 bis 1331)
 
   pudel-fett Adj.: 'sehr fett', von einem beleibten Menschen, gut gefütterten Tier, pullfett [ RO-Ebbg]. Zu PfWB Pudel1.
 
 
Pudel-flügge f.: 'leichtsinnige Frau', Purrelflick [Schandein Bav. IV/2, S. 248 u. Sprachsch.] — Bestimmungswort zu PfWB Pudel1 2 b;

[Bd. 1, Sp. 1331]
Grundw. ist subst. flügge, hier im Sinne von 'umherlaufend', vgl. RhWB Rhein. II 675 ff. flügge 1 b α
 
  
Pudel-hund m.:
1. wie schd., Puddelhund u. ä., s. PfWB Pudel1 u. PfWB Hund [verbr.]. Er schämt sich wie e Pullhund [ KU-Schmittw/O]. Des iß de reinschte Purrelhund, von einem Menschen, der mit vielen Arbeiten und Angelegenheiten belastet ist [ FR-Bockh]. —
2. Uzname für die Bewohner von SP-Mechth, den sie von den Leuten im benachbarten GH-Schwegh erhalten haben, Puddelhund. Die Schwegenheimer sollen angeblich den Mechtersheimern einmal Hundefleisch für Hasenbraten vorgesetzt haben.
 
  
pudelig1 Adj.: 'ungeordnet', bullich (!) [ LU-Böhl]; 'ungekämmt, zerrauft', puddlich [Don-Lenauheim Lovrin]. — Zu PfWB Pudel1. — RhWB Rhein. VI 1161/62.
 
  
pudelig2 Adj.: 'edelfaul, morsch', von Weintrauben, pullich (puliχ) [ GH-Kuhdt]. — Zu PfWB Pudel2.
 
  
Pudel-loch n.: = PfWB Pfuhlloch, Puddelloch [ KU-Diedk], Pull- [ KU-Bedb PS-Gersb Erfw LA-Wollmh BZ-Dierb Albw]. Zu PfWB Pudel2. RhWB Rhein. VI 1165. — -lotte f.: = PfWB Pfuhllotte, Pullott (pullǫd) [ LA-Wollmh]. Zu PfWB Pudel. RhWB Rhein. VI 1165; Saarbr. 158; Hess.-Nass. II 624.
 
  
pudeln schw.:
1.
a. im Wasser p. 'plätschern', meist sich p. 'sich im Wasser ausgiebig waschen (auch baden) und dabei plätschern und spritzen', puddelle (pudələ) [VPf Don-Lenauheim Lovrin], (puðələ) [ Gal-Dornf], purrele (purələ u. purlə) [WPf], (puÄrlə) [ KU-Kaulb KL-Mehlb], puelle [ RO-Messbhf BZ-Steinf Nd'ottb], pullere [ KU-Bedb]. Das Wort wird für das Baden von Gänsen und Enten, auch von Kleinkindern gebraucht: Das Henkel purrlt sich [ WD-Niedkch]. VR.: Aio bobaio! Was mache die Gäns? Sie sitze im Wasser un purle die Schwänz [ KL-Hirschhn Gal-Dornf]. — Außer im Wasser puddeln sich die Hühner (auch Gänse, Enten und Tauben) gerne im Sand oder im Staub, um sich vom Ungeziefer zu befreien; vgl. PfWB pudern. Nach der Volksmeinung deutet das Pudeln des Geflügels auf Regen: Die Gäns puddeln sich, 's gibt Rege [ NW-Haßl, allg.]. —
b. übertr. 'Staub aufwirbeln, Aufsehen erregen', puddele [ Don-Tscherwk]. —
2. 'mit Jauche düngen'. Die Wiese werre gepuddelt [KU-Diedk, WPf verbr. SOPf]; vgl. PfWB Pudel2 2. — Südhess. I 1203/04; RhWB Rhein. VI 1166; Saarbr. 158; Bad. I 216 pfudeln; Hess.-Nass. II 624 pfudeln u. 699 puddeln.
 
  
pudel-nackig Adj.: 'ganz nackt', pudelnackisch [Zweibr], -nackich [ Don-Tscherwk], purrelnackich [ KL-Fischb]; vgl. pudelarsch-, PfWB pudelfasennackig, PfWB pudelblutt. Zu PfWB Pudel1. — -nackt Adj.: dass., pudelnackt [ BZ-Dernb]. RhWB Rhein. VI 1161; Bad. I 362. — -närrisch Adj.: 'im höchsten Grad lustig', purrelnärrisch [ KU-Schmittw/O BZ-Dernb]; 'verliebt bis über beide

[Bd. 1, Sp. 1332]
Ohren', pullnärrisch [ NW-Ungst]. Bad. I 362. —