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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Prison bis pritschen (Bd. 1, Sp. 1231 bis 1234)
 
Prison, n.,  f.,  m.
Prison-haus, n.
prissen
Prisser
pritsch, Adv.
Pritsche, f.
Pritscheler, m.
pritschelig, Adj.
pritscheln, schw.
pritscheln, schw.
Pritschel-rock, m.
pritschen, schw.
Pritsch(en)-grundbirnen, Pl.
Pritsch(en)-meister, m.
Pritsch(en)-rock, m.
Pritsch(en)-wagen, m.
Pritscher, m.
Pritscher, m.
Pritscher-hosen, Pl.
Pritsch-holz, n.
Pritsch-klicker, m.
Pritsch-kuh, f.
Pritschler, m.
Pritschling, m.
Pritsch-rock
pritsch-weich, Adj.
privat, Adj.
Private, n.
Privatier, m.
Privat-leute, Pl.
Privat-weg, m.
Priwee, n.
pro
probat
Probe, f.
Probe-fahrt, f.
Probe-jahr, n.
Probe-kirche, f.
bröbeln
pröbeln, schw.
proben, schw.
probieren, schw.
Problem, n.
procès-verbal
Broch
broches
Broch-wurm
brock, Adj.
Brockel, m.
Bröckel, m.
Brockel, Gen.?
Brockel-bohnen, Pl.
Brockelbohnen-suppe, f.
Brockel-buben, Pl.
Brockeler, m.
Brockeler, m.
Bröckel-gänse, Pl.
brockelig, Adj.
Brockel-jakob, m.
Bröckel-jakob, m.
Brockel-maschine, f.
Brockel-mühle, f.
brockeln, schw.
bröckeln, schw.
prockeln, schw.
Brockel-suppe, f.
Bröckel-suppe, f.
Brocken, m.
brocken, schw.
Brocken-fresser, m.
Brocken-schlücker, m.
Brocken-suppe, f.
brockig, Adj.
Brocks, n.
procksen, schw.
Prockser, m.
Broddel
broddeln
Brod-eis, n.
Brodel
brodeln, schw.
Brodem
Brodicht, m.
brodieren, schw.
profekt, Adj.
Profession, f.
Professor, m.
Profet
Profit, m.
profitieren, schw.
Profit-kasten, m.
Profit-krämer, m.
profitlich, Adj.
Profit-macher, m.
Profit-michel, m.
proforsch(t)
broges, Adj.
Brog-rose, f.
Projekt, n.
Projekten-macher, m.
   Prison n., f., m.:
1. 'Gefängnis, Arrestlokal', vgl. PfWB Prisangel 2. Er hat Prissung (ˈbrisuŋ) [ KU-Kaulb RO-Lettw PS-Erfw]. Er sitzt im Prisson (ˈbrisōn) [Land GH-Scheibhdt], im Prisson [ KB-Kriegsf], im Prissan (ˈbrisān) [ NW-Weish/S]. Er kimmt in de Prissan [ KL-Wörsb]. Er isch in der Pressan [ BZ-Dernb]. Du kummscht ins Prissum [Kus Schandein Sprachsch. 89], ins Pressan (ˈbresn) [verbr. südl. VPf]. Er esch werrer aus'm Pressan [LA-Nd'hochstdt, verbr., vgl. Keiper 68]. Die Angaben gelten für die Zeit um 1930; für KU-Kaulb bemerkt die Gewährsperson: »Jetzt (1930) nicht gebraucht, aber noch um 1880-90«. Guentherodt hat noch um 1960 Spuren des Wortes (»nur noch in der Erinnerung«, sehr selten im lebendigen Gebrauch) in vielen Orten der VPf, in weit geringerem Maße in der WPf festgestellt. Lambert Penns 32 hat Bressent. a. 1314: man sol si dar umbe vahen und halten in der prisunen [Spey-Urk. 219]. a. 1769: In der Soldatensprache heißt das Gefängnis Prison [Hemmer 70]. Syn. s. PfWB Kittchen. —
2. 'Wachstube', Pressaun [GH-Bellh (PfId. 108)]. —
3. 'Klemme, aussichtslose Lage', Pressong [ RO-O'mosch]; vgl. PfWB Prisangel 1. Syn. s. PfWB Zwickmühle. — F.: Der Ton liegt durchweg auf der ersten Silbe. Das Genus ist überwiegend n., bes. in der südl. VPf; f. ist belegt für KU-Kaulb Kus RO-O'mosch Bistschd BZ-Dernb Silz, m. für KL-Wörsb. — Den Pfälzern von Don Gal Buch ist das Wort unbekannt. In Penns hat man es offenbar aus dem Englischen übernommen. Ungeachtet der Belege von 1314 u. 1769 scheint das Wort erst in der Zeit der französischen Herrschaft aus frz. prison in die Volkssprache übernommen worden zu sein. Diese Annahme findet ihre Bestätigung auch in den Formen des Auslautes (-ōn, -n, -ān, -ūn), die sich im Pfälzischen gut vom frz. -on ableiten lassen. — Südhess. I 1120; RhWB Rhein. VI 1115/16; Saarbr. 158; LothWB Lothr. 65; ElsWB Els. II 198.

[Bd. 1, Sp. 1232]

 
   Prison-haus n.: 'Gefängnis', Pressanhaisel [ BZ-V'weidth]. Syn. s. PfWB Kittchen.
 
 
prissen, Prisser s. PfWB prisen, PfWB Priser.
 
  
pritsch Adv.: 'weg, fort, verloren', pritsch [Kühn Hamet 12]; pritsch mache 'außer Spiel setzen, im Spiel aller Klicker berauben' [ KB-Lauth]; Syn. s. PfWB abgewinnen 1; vgl. auch PfWB Plackes, wozu noch die Verb. plackes mache für Gal-Dornf nachzutragen ist. Zs. PfWB heidepritsch. — Nach Bayer. I 473 zu tschech. pryč 'weg, fort' (poln. precz); vgl. DWB DWb. II 392 u. DWB VII 2134. — RhWB Rhein. I 987 u. VI 1117; Bad. I 328.
 
  
Pritsche f.:
1.
a.
α. 'Schwanz des Hasen', Pretsch (bred) [ KU-Dennw/Frohnb HB-Walshs], Pritsch (brid) [allg. WPf sowie VPf bis zur Linie FR-Gr'niedh — NW-Herxh — NW-Neidfels - LA-Wey — Land — GH-Erlb — GH-Jockgr, selten im Gebiet östl. dieser Linie, wo man meist Haseschwänzel sagt]. Oft in der Zs. PfWB Hasenpritsche; vgl. PfWB Blume 2 c, PfWB Hasenschwanz, PfWB Schwanz. RA. (scherzh.): Wann de än Has siehscht, zettelscht'm Salz uff d' Pritsch, dann kannscht'ne fange [PS-Erfw, verbr., auch Gal]. —
β. 'Schwanz der Ziege' [verbr.]. Zs. PfWB Geißenpritsche. RA.: Der kriet noch kaan P. vun meiner Gaaß 'Der kriegt nicht einmal das, was einen Ziegenschwanz ausmacht' [ KU-Kaulb]. SprW.: Met Gewalt hebt mer e Gääß an de P. erum 'Mit großer Anstrengung kann man vieles erreichen' [ PS-Schmalbg]. VR.: Die Geiß die hat e kurzi P., da ist der Schneider heruntergeritscht; die Geiß die hat e langer Fuß, das ist dem Schneider sein Schnupfduwacksdus (Schnupftabaksdose) [ PS-Fehrb]. Es kummt e Mann vun Ingolstadt, der hot sei Gääßel am Pritschel g'hatt; des Gääßel kreischt: O weh, o weh, loß mich doch an mei'm Pritschel geh! [ BZ-Bindb]. AR.: Heut is Mittwuch, deck de Geiß ihr Pritsch uff, deck se wider zudas bischt du! [ GH-Neubg]. —
γ. 'Schwanz des Rindes'. Die Kuh stellt die P., wenn sie davonläuft [ GH-Zeisk]; davon die RA.: Weis (Zeige) die Pritsch! 'Geh weg, hau ab!' [ IB-Hass]. —
b. 'Gesäß der Frau'. Schlag ehr uf die P.! [ BZ-Dernb]. —
c. Pl. 'Schöße des langen Männerrockes', die Pritsche [ KU-Kaulb KB-Kriegsf]. —
d. 'Ochsenzunge (Anchusa officinalis)' [Heeger Tiere I 9]; vgl. PfWB Ochsenpritsche. —
e. übertr. von oben 1 c 'Stolz' in der RA.: Der stellt d' Pritsch 'kleidet sich zu fein' [ GH-Zeisk]. Do horrer (hat er) die P. gestellt 'Da war er voller Stolz, als er gelobt wurde' [ebd.]. —
2.
a. 'weinerlich verzogener Mund'; e Pritsch mache [LA-O'hochstdt, verbr.]; vgl. PfWB Brutze. —
b. 'Geschlechtsteil der Kuh' [ LU-Mundh NW-Hardbg LA-Rhodt BZ-Böllbn Gossw]; 'After der Gans' [ ZW-Battw]. —
c. 'weibliche Scham' [ BZ-Dernb Don-Schowe]. Syn. s. PfWB Bunz. —
3.
a. 'Kleinkind, das noch oft näßt', meist in zärtlich-tadelndem

[Bd. 1, Sp. 1233]
Sinne: Du Pritsch! 's es e alt P. [ KU-Kaulb Diedk KL-Hirschhn], e kläin P. [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'ungezogenes Mädchen' [ ZW-O'hs]. —
c. 'Klatschbase, Müßiggängerin'.
α. ohne tadelnde Nebenbed. [NW-Wachh LA-Impfl]. Syn. s. PfWB Quatschmaul. —
β. anzüglich [ BZ-Dierb GH-Zeisk]. —
d. 'putzsüchtige Frauensperson' [ ZW-Riedbg]. —
4.
a. 'Brettersitz auf Wagen u. Schlitten', Pritsch (brid) [ KU-Kaulb BZ-Dernb]; 'erhöhter Sitz': De Schneider sitzt uf de P. un näht [ KU-Schmittw/O, BZ-Dernb]. Zs. PfWB Hünkels-, PfWB Musikantenpritsche. —
b. 'Laufdielen im Baugerüst' [ KB-Kriegsf]. —
c. 'Bretterbelag des Schweinestalles', Pritsch [WPf seltener VPf], Näheres zur Verbr. s. K. bei Rost, dort auch Syn., Pretsch [ KU-Altkch IB-Rohrb Habkch HB-N'alth]. —
d.
α. 'hölzerne Liegestatt', bes. in der Wachstube, im Arrestlokal. Er leit uf de P. [KU-Schmittw/O, verbr. bes. mittl. VPf]; vgl. PfWB Liegebank. Zs. Ofenpritsche. RA.: uf der Britsch sein 'arbeitsunfähig sein' [Lambert Penns 32]. —
β. scherzh. für 'Bett' [IB-Hass PS-Winz RO-Hochst verbr. mittl. VPf]; aarmseliche Pritschelcher, schlecht ausgestattete Betten' [ NW-Weish/S]. —
γ. 'Liegestuhl aus Weidengeflecht' [ GH-Neubg]. —
e. übertr. von oben 4 d α: 'Arrestlokal im Dorf'. Er kummt uf die P. [ KU-W'mohr PS-Windsbg FR-N'lein]. Syn. s. PfWB Kittchen. Davon die RA.: Er sitzt in de P. 'befindet sich in einer unglücklichen Lage' [ NW-Wachh]; vgl. PfWB Prisangel. Syn. s. PfWB Zwickmühle. —
f. 'Lastwagen, Tafelwagen' [ ZW-Dietriching BZ-Dernb]; vgl. PfWB Pritschenwagen. Zs. PfWB Pfuhlpritsche. —
5.
a. 'handliches Brett zum Klopfen der Wäsche beim Waschen', Pritsch (brid) [verbr. SOPf (Nachlaß Heeger)]. Zs. PfWB Wäschpritsche. Syn. s. PfWB Blauel 1. —
b. = PfWB Platsche 2 b [ BZ-V'weidth SP-Mechth]. Zs. PfWB Mistpritsche. —
c. 'Gerät zum Schlagen und Hauen'; mit de P. pritsche [verbr.]. Das Gerät ist aus Buchenholz, etwa 30 cm lang; die Schlagfläche ist der Länge nach in einige Blätter geteilt (ähnlich dem zusammengelegten Fächer), so daß beim Schlagen ein klapperndes Geräusch entsteht; vgl. PfWB Pritschholz. Hierher gehören wohl auch die RA.: Er hat e P. anhänke 'hat im Spiel alle Klicker verloren' [ KB-Lauth]. Es geht um die P. 'Es geht im Ernst um den Gewinn im Klickerspiel' [ KL-Weltb]; vgl. PfWB Quetsche. Bei der Weinlese werden Leser und Leserinnen, die Trauben hängen ließen, mit de P. geprischt [ RO-Mannw]. Zs. PfWB Narrenpritsche. —
6.
a. 'Rest von Trauben'; e Pritsch stehe losse [ PS-Fehrb]. Demjenigen, der bei der Weinlese nicht sorgfältig arbeitet, droht die Strafe des Gepritschtwerdens [ KU-Schmittw/O]; vgl. oben 5 c. —
b. 'Rest des Kartoffelackers, den man für einen anderen übrig läßt'; e P. mache [ KL-Siegb, IB-Hass]. — Südhess. I

[Bd. 1, Sp. 1234]
1121/22; RhWB Rhein. I 987 ff.; Saarbr. 37; LothWB Lothr. 65; ElsWB Els. II 206/07; Bad. I 328.
 
  
Pritscheler m.: 'unruhiger Mensch, der immer auf den Beinen ist', Pritscheler [ RO-Odh]. — Zu PfWB pritscheln1.
 
  
pritschelig Adj.: 'unruhig', von einem Menschen, der immer unterwegs ist, pritschelich [ RO-Odh]. — Zu PfWB pritscheln1.
 
  
pritscheln1 schw.:
1. 'den Schwanz schnell bewegen', von Hasen, Ziegen, auch vom Pferd mit kupiertem Schweif, pritschele (bridələ) [verbr. WPf]; vgl. PfWB Pritsche 1 a, PfWB Gepritschel.
2.
a. 'unruhig hin und her laufen' [ KU-Hohöll Gumbsw HB-Kirrbg RO-Odh]; 'viele Besuche machen, als Gassenbesen umgehen': Ja, ja, de ganze Daa dusche (tust du) p. [ KU-Altkch Kaislt]; vgl. PfWB Pritscheler, PfWB pritschelig. —
b. 'ein Geheimnis ausplaudern'. Hascht dau das gleich dem Karl britschele mirre?' 'Hast du das gleich dem Karl erzählen müssen?' [KL-Gimsb u. Umg.]; vgl. Pritsche2. — Südhess. I 1122; RhWB Rhein. I 991; Saarbr. 37; ElsWB Els. II 206 prätschlen.
 
  
pritscheln2 schw.:
1. 'im Wasser herumarbeiten, plantschen'. Die han immer se pritschele [ Don-Werb Tscherwk]; vgl. PfWB patschen 5. —
2. = PfWB pissen, von kleinen Kindern. 's hot schun wider gepritschelt 'die Windel genäßt' [ KU-Kaulb KL-Hirschhn]; vgl. PfWB pisseln, PfWB Pritsche 3 a. Zs. PfWB herum-, PfWB verpritscheln.
 
  
Pritschel-rock m.: 'langer Rock', eigentl. 'Rock, der hin und her pritschelt', s. PfWB pritscheln1, Pritschelrock [ KU-O'alb]; vgl. PfWB Pritschenrock.
 
  
pritschen schw.:
1.
a. 'schlagen'.
α. etwas p.
αα. die Wäsch pritsche (bridə) 'mit der Pritsche 5 a klopfen [SOPf]; vgl. PfWB blaueln 1; de Mischt p. 'den Stalldung mit der Pritsche 5 b festschlagen' [SOPf]; vgl. PfWB plätschen 2 a; 's Land p. 'die Erde im Gartenbeet nach dem Säen fest und glatt schlagen' [SOPf]; vgl. PfWB plätschen 2 b. - -
ββ. Flachs p. 'dreschen' [ LA-Mörzh]. —
β. einen p.
αα. 'mit der Pritsche 5 c hauen'. Wer bei der Weinlese Trauben hängen läßt, wird gepritscht [verbr. NPf nördl. VPf]. Bei dem alle 7 Jahre stattfindenden Flurumgang der Stadt Kaiserslautern werden Schüler und Schülerinnen der obersten Volksschulklassen an den einzelnen Grenzsteinen vom Pritschenmeister gepritscht; vgl. Schandein Bav. IV/2, S. 396/97. - -
ββ. 'an der Fastnacht mit der Narrenpritsche schlagen' [KB-Standbl FR-A'lein Carlsbg]. —
γ. 'auf das Gesäß hauen', auch ohne Pritsche [verbr. VPf, IB-Bebh KB-Kerzh Lambert Penns 32]; vgl. PfWB verhauen. Zs. PfWB abpritschen. —
b.
α. 'im Spiel alles abgewinnen'. Mer han'n gepritscht [KU-Kaulb, verbr. WPf], gepretscht [ IB-Rohrb Biesing]. Oft pass.: Er es gepritscht 'hat im Spiel alles verloren, hat sein Geld eingebüßt, ist bankrott' [WPf]. Er is ge-

[Bd. 1, Sp. 1235]
pritscht wie'm Naß (Name) sei Gus(?) 'Er hat nichts mehr' [ NW-Hardbg]. Er is gepritscht wie'm Hanndeewel (Hans-Theobald) sei Narr 'Er ist böse hereingefallen' [ KU-Kaulb]. Die Fußballer sin gepritscht worre 'haben verloren' [ SP-Ottstdt]. —
β. 'betrügen, anführen'. Den han ma gepritscht [Zweibr, verbr. WPf LA-Mörzh Insh]. Naun sein mer gepritscht 'betrogen, geprellt' [KU-Kaulb, verbr. WPf]. Gepritscht ist der Bursche, der von seinem Mädchen den Laufpaß erhielt; dass. auch vom Mädchen, das von seinem Burschen im Stich gelassen wurde [KL-Mehling, verbr.]. Er hot sich emol gepritscht 'ist hereingefallen' [ NW-Duttw]. Du bischt gepritscht 'blamiert' [ KU-Steinb]. Er is de Gepritschte [ KU-O'alb Zweibr]. Syn. s. PfWB betrügen. —
γ. 'vom Unglück heimgesucht werden'. Der aarem Kerl is gepritscht, sei Fräi is'm gestorb [ KU-Schmittw/O]. Un de Peere (Peter) steht gepritscht wie e Kind beim Dreck [Kiefer 37]. —
2.
a. 'stark regnen'. 's pritscht [ GH-Zeisk, LA-Edk Freimh KL-Steinwd]. —
b. pass. 'durchnäßt werden'. Heit simmer gepritscht worre [GH-Zeisk, verbr.]. —
3. 'gellend pfeifen, quieken', pritsche [Spey Germh]. —
4.
a. 'plötzlich hochschleudern', z. B. von Fröschen, die man auf das eine Ende eines Brettchens legt und durch einen Schlag auf das andere Ende fortkatapultiert [Neustdt PS-W'fischb]. —
b. 'ein Vogelnest ausheben' [ KB-Rams]. —
5. 'jemand erwischen' [ KL-Schneckhs]. —
6.
a. 'sich putzen, flott kleiden'. Er isch schon gepritscht for in die Kerch [ PS-Kröpp, ZW-Wiesb PS-Vinn]. —
b. 'das Haar kämmen, zurechtmachen', pritsche [ KU-Jul ZW-O'hs]. —
7. 'verraten, ausplaudern'. Er hat wieder alles gepritscht [ KU-Etschbg Haschb Brück Schellw KL-Rodb]. —
8.
a. 'Trauben nachlesen', pritsche [ KL-Alsbn]; vgl. PfWB Pritsche 6 a. —
b. 'beim Kartoffelausmachen zurückbleiben' [ PS-Fehrb]; vgl. PfWB Pritsche 6 b. —
9. in der Verb. gepritschte Grumbeere 'Kartoffelsalat' [ FR-Gr'niedh]; vgl. PfWB Pritschengrundbirnen. — Südhess. I 1122/23; RhWB Rhein. I 988, 990/91, VI 1116/17; ElsWB Els. II 207; Bad. I 328.