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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Preß-magen bis bretteln (Bd. 1, Sp. 1210 bis 1212)
 
Preß-magen, m.
Preß-most, m.
Preß-sack, m.
Preß-stein, m.
Bresten, m.
brest-haftig, Adj.
Bretschel
Pretsch-kuh
Brett, n.
Brettchen-huppser, m.
bretteln, schw.
Bretter-hag, m.
Bretter-häuschen, n.
Bretter-leiste, f.
Bretter-leiter, f.
Bretter-nagel, m.
Bretter-wand, f.
Bretter-zaun, m.
brettig, Adj.
Brett-schemel, m.
Brett-spiel, n.
Bretzel
Breuling
Breunig-weiler, ON
Breunig-wiesen, Pl.
Preuße, m.
Preußen, n.
Preußen-bart, m.
Preußen-fresser, m.
Preußen-schanze, f.
Preußen-wind, m.
preußisch, Adj.
Prevate
Prewel, m.
preweln
Brezel, f.,  selten  m.,  n.
Brezel-adam, m.
Brezel-backen, n.
Brezel-beere
Brezel-bube, m.
Brezel-fest, n.
Brezel-frau, f.
Brezel-gabel, f.
Brezel-korb, m.
Brezel-kuchen, m.
Brezel-lauge, f.
Brezel-luichen, n.
Brezel-mann, m.
brezel-mürb, Adj.
brezel-maulig, Adj.
Brezel-paar, n.
Brezel-puppe, f.
Brezel-stecken, m.
Brezel-stock, m.
Brezel-träger, m.
Brezel-verkäufer, m.
Priambel
Priambeler
priambeln
priamscheln
Priamsel
bribrabrinzelig
Brichreitel
prickeln
prickeln
bridal
Bride, f.
Bride-band, n.
Brief, m.
Brief-blatt, n.
Brief-bogen, m.
Brief-bote, m.
Brief-botsin, f.
Brief-drachen, m.
Brief-kasten, m.
Brief-köpflein, n.
Brief-kuvert, n.
brieflich, Adj.
Brief-marke, f.
Brief-papier, n.
Brief-post, f.
Brief-sack, m.
Brief-schank, m.
Brief-tasche, f.
Brieftaschen-sack, m.
Brief-taube, f.
Brief-träger, m.
Brief-umschlag, m.
Brief-waage, f.
Priem(en), m.
priemen, schw.
brierzig
Bries, n.
Briesch
Briesen-garn
Briester, m.
Priester, m.
Briester-milch, f.
Priester-weihe, f.
Brigadier, m.
  Preß-magen m.: 'kleiner Schwartenmagen', -maa [ Buch-Illisch St. Onufry]. — -most m.: 'durch Pressen gewonnener Obstsaft', -moscht [ LU-Assh]. Südhess. I 1106. — -sack m.: = PfWB Schwartenmagen, -sack [Zweibr PS-Windsbg Rodalb KB-Mauchh LU-Oggh Limbghf NW-Elmst LA-Venn BZ-Dernb GH-Max'au]; vgl. PfWB Andudel 1 d, PfWB Preßkopf, PfWB -magen. Südhess. I 1106; Bad. 322. — -stein m.: 'Stein der Kelter', gew. Pl. -steen [ RO-Schiersf].
 
  
Bresten m.:
1. 'Gebrechen, körperliches Leiden', gew. Pl. Du hoscht alle Breschde (brędə) [ GH-Schaidt Scheibhdt]. —
2. 'Schaden, Nachteil'. a. 1298: Daz sie ywedersite leisten inander, daz hie beschrieben ist ... Werden wir danne gemanet, so hat vnser jeclicher mit einem perde vnd mit eime knechte zu Lutern in die stat leisten, biz der breste wird irfullet [OttbgUrkb 216]. a. 1346: wie wir solichen grozzen kumberlichen bresten ... gestallen (abstellen) un ouch abgelegen mohtent [MüPfUrk. 2177]. —
3. 'Fehlen, Mangel an etwas'. a. 1498: Item wäre geseige bressen 'Sollten Eichmaße nicht vorhanden sein', (... dann habe man sie nach dem Normalmaß in Saarbrücken herzustellen) [PfWeist. I 455 (IB-Eschring)]. — Mhd. brëst, brëste 'Mangel, Gebrechen'; brësten 'brechen' (durch Umstellung des -r- entstand aus letzterem bersten). — Südhess. I 1106; RhWB Rhein. I 971; ElsWB Els. II 200; Bad. I 322.
 
 
brest-haftig Adj.: 'mit Gebrechen behaftet', vom Menschen. a. 1444: der alte keller ist leyder bresthaftig nicht dogenlich (tauglich) in den kelir [ZweibrLuRb. Bl. 41]. Südhess. I 1106; ElsWB Els. II 200; Bad. I 322.
 
 
Bretschel s. PfWB Brezel; Pretsch-kuh s. PfWB Pritschkuh.
 
  
Brett n.:
1. 'Schnittholz, roh oder gehobelt', gewöhnlich kürzer als Bord und dünner als Diel, doch sind die Unterschiede meist stark verwischt, Brett, Bratt, Bräät, Breet, Braat, s. F. [allg.]. Des Brett do is grad wie e Licht,is winsch (windschief) [ Gal-Dornf]. Die Wiss is ewe wie e Brett [ ZW-Bechhf]. Die isch vorne glatt wie en Brett [ PS-Erfw]. Die is vare (vorn) wie e Brett un hinne wie e Lade, von einer Mageren [ Don-Werb]. Des isch e Brett, dass. [ LA-Ilbh]. Die hat nore zwä Erbse uffeme Brett, von einer Flachbusigen [Kaislt, KU-Kaulb Bedb]. Dasselbe verstärkt: Sie hot zwä Linse uff e Brett

[Bd. 1, Sp. 1211]
genagelt [ LU-Friesh]. Der hat e Brett vor'm Hern (Hirn), von einem Begriffsstutzigen, genommen wohl von dem Bild des Ochsen, dem man ein Brett vor die Stirn hängt [PS-Nd'simt, verbr.]. Der hot de klaa Christoffel uff 's groß Brett gemolt, von einem Angeber [ KB-Bischh]. Der hot bei seim Chef e Stee im Brett [NW-Hardbg, verbr.]. Do is die Welt mit Bredder zugenachelt, von einer einsamen Gegend [Krieger 45]. Die RA mit dickschte Brettcher bohre s. bei PfWB bohren 1 a. —
2. 'für einen bestimmten Zweck hergerichtetes B.'
a. als Geräteteil.
α. am Bett, s. PfWB Bettbrett. —
β. am Wagen, s. PfWB Pfülben-, PfWB Tritt-, PfWB Kopf-, PfWB Quer-, PfWB Schemel-, PfWB Sitz-, PfWB Spann-, PfWB Sperr-, PfWB Spieß-, PfWB Stellbrett. —
γ. am Pflug, s. PfWB Grieß-, Schild-, PfWB Streichbrett u. Abb. 20, 21 bei Pflug.
δ. in der Mühle, s. PfWB Ablaufbrett. —
ε. an der Putzmühle, s. PfWB Abbruch-, PfWB Lauf-, PfWB Schußbrett. —
ζ. am Fenster, s. PfWB Fensterbrett. —
η. im Bienenhaus, s. PfWB Bienen-, PfWB Bodenbrett. —
θ. an der Kelter, s. Seckerbrett. —
ι. an anderen Geräten, s. PfWB Einschal-, PfWB Griff-, Sarg-, PfWB Schalbrett. —
b. mit Übertragung auf das ganze Gerät.
α. 'Kinderschlitten, bestehend aus einem B. mit zwei niedrigen Läufen', Brell (Dim.-F. für Brettel) [ BZ-Dernb Albw]; vgl. PfWB Eiskarch. —
β. 'Anschlagbrett für amtliche Bekanntmachungen'. RA.: Du kammscht ans Brett 'Deine Schandtat wird publik gemacht' [ NW-Iggb, KU-Herchw ZW-Kl'bundb Bottb KL-Weilb LU-Opp]. —
γ. sechs Bretter 'Sarg'. Jetzt krieht er aa bloß sechs Bredder, von einem Habgierigen [NW-Freinsh, verbr.]. —
δ. in den Zs. PfWB Butter-, PfWB Tassen-, PfWB Dreh-, PfWB Hack-, PfWB Käse-, PfWB Kuchen-, PfWB Löffel-, PfWB Milch-, PfWB Nudel-, PfWB Reib-, PfWB Reiß-, PfWB Rillen-, PfWB Rugel-, PfWB Schieß-, PfWB Sprung-, Wälger-, PfWB Wärgel-, PfWB Wirk-, PfWB Wurst-, PfWB Zapfen-, Zeichenbrett. —
3. Uf'm Brett, amtl. Auf dem Brett, häufiger FlN für 'Hochfläche', bes. in der südl. VPf; dafür sonst Uf der Platt, s. PfWB Platte 1 a; seltener auch am, im Brett. a. 1600: Item das Breet ist ein Berg, hält in sich oben auf ein wenig Ackerfeld, sonst unten herum Hecken und Büsche [PfW 1908, S.47]. a. 1609: 2 Mgn. auf dem Bredt [GH-Minf (J. Walter, Beiträge zur Geschichte von Minfeld u. Freckenfeld, Landau 1905, S. 142)]. — F.: brd bzw. brēd nördl. der Linie (die genannten Orte einbegriffen) HB-O'bexb — KU-Miesau — KL-Einsdhf — KL-Drehthhf — KL-Mehling/Neukch — FR-Carlsbg — FR-Colgst; -- bes. häufig NWPf, seltener NPf; RO-Rehborn: brād. Südlich der genannten Linie bręd, im pfälz.-elsäss. Grenzgebiet vereinzelt brad. Pl. durchweg mit kurzem Vokal -ę- bzw. -a-; intervokalisches -d- häufig als -r-, auch -ð-. Dim.-Endung -χə WPf u. nördl. VPf, -əl mittl. u. südl. VPf PS-Ost; im Pl. -χər, -lə, -liχ. Vgl. auch die Angaben zur F. bei Blatt u. Baum.

[Bd. 1, Sp. 1212]
Südhess. I 1107; RhWB Rhein. I 971 ff.; LothWB Lothr. 63; ElsWB Els. II 202; Bad. I 322.
 
 
Brettchen-huppser m.: scherzh. Bez. für 'Schreiner', Brettelhuppser [verbr. VPf].
 
  
bretteln schw.: 'auf dem Brettel (s. PfWB Brett 2 b α) rodeln', brelle (bręlə) [ BZ-Dernb]. ElsWB Els. II 203 brettlen.