Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Braut-lauf bis Braut-stand (Bd. 1, Sp. 1176 bis 1178)
 
Braut-lauf, m.
Braut-leute, Pl.
Braut-mädchen, n. f. n.
Braut-magd, n. f. n.
Braut-maiden, n. f. n.
Braut-marsch, m.
Braut-messe, f.
Braut-nacht, f.
Braut-paar, n.
Braut-schau, f.
Braut-schleier, m.
Braut-schuh, m.
Braut-stand, m.
Braut-storzen, m.
Braut-stück, n.
Braut-tanz, m.
Braut-unterricht, m.
Braut-vater, m.
Braut-visite, f.
Braut-zeit, f.
brav
bravo, Interj.
Präzeptor, m.
präzis, Adv.
Brebel-arsch
Brebeler
Brebel-haar
brebeln
Brebel-sack
Brebel-suppe
Brech-agen, f.
Brech-achel, f.
Brech-bohnen, Pl.
Breche, f.
Breche, f.
Brech-eisen, n.
brechen, st.
brechen, schw.
Brecher, m.
Brech-erbsen, Pl.
brecherig, Adj.
Brech-gräben, Pl.
Brech-hochzeit, f.
Brech-kaule, f.
Brech-kaute, f.
Brech-kirsche, f.
Brech-korb, m.
Brech-kutteln, Pl.
Brechlerin, f.
Brech-loch, n.
Brech-messer, n.
Brech-mittel, n.
Brech-obst, n.
Brech-sack, m.
Brech-stange, f.
prech-zellen, schw.
Breckel
brecken, schw.
Predig
predigen, schw.
Predig(t), f.
Bredullje, f.
Brei, m.
Breiden-born, m.
Brei-hafen, m.
breiig, Adj.
Brei-maul, n.
brei-maulig
brei-mäulig
Brei-mehl, n.
Brei-mus, n.
Brei-rose
preis, Adj.
Preis, m.
Breise, f.
Preisel-beere, f.
breisen, st.
preisen, schw.
Preis-fahnen, m.
Preis-hahn, m.
Preis-hund, m.
preis-hüten, schw.
Preis-liste, f.
preis-machen, schw.
Preis-markt, m.
Preis-partel, f.
preis-parteln, schw.
Preis-tafel, f.
Preis-verteilung, f.
Preis-viehmarkt, m.
breit, Adj.
Breit-arsch, m.
Breitarsch-gesicht, n.
Breit-beil, n.
breit-beinig, Adj.
Breit-bickel, m.
Breitchet, f.
Breit-dach, n.
Breit+-dachziegel, f.
Breit-delle, f.
   Braut-lauf m.: 'Kirchgang zur Hochzeit', Brautlääf [ BZ-Dernb]. Schwäb. I 1374. — -leute Pl.: 'Braut und Bräutigam', -leit (-laid) [allg.]. Die B. gehen nach der Verlobung immer zusammen zur Kirche und auch zu Unterhaltungen. Früher durften sie keine gemeinsamen Spaziergänge oder Reisen unternehmen, wenn keine Begleitung dabei war. Volksgl.: Die B. müssen mindestens einmal in der Kirche anwesend sein, wenn sie dort ausgerufen werden, sonst bekommen sie blinde Kinder [ ZW-Marthh]; vgl. jedoch Brautpaar 1. Am Hochzeitstag dürfen sich die B. nicht begrüßen, sonst wird ein Teil Unglück haben [ NW-Meckh]. Nach der Trauung darf sich keines der B. beim Nachhausegehen umschauen, sonst wird die Ehe unglücklich

[Bd. 1, Sp. 1177]
[ NW-Herxh]. Wenn B. von Läusen träumen, dann ist das ein Anzeichen dafür, daß sie ein reiches Ehepaar werden [ KU-Herchw]. Südhess. I 1084; Rhein.I 938; Bad. I 312. — -mädchen, n., -magd f., -maiden n.:
1. = PfWB Brautjungfer, -mädche [ ZW-Nd'aub KB-Göllh Marnh FR-A'lein], -mädel [Frankth], -mädl [ GH-Freckf], -maad [ KU-Albess Hachb Miesau Don-Schowe Torscha], -mäde [ Don-Tscherwk Gal-Obl]; im Pl. -mäd [ Gal-Obl], -mädcher [ LU-Opp], -mädle [ SP-Heiligst]. VR.: Stumpe, stumpe, stare, wer loßt de letschte fahre? Wer will Brautmaad sei? [ Gal-Josbg]. —
2.
a. Brautmädle (Pl.) 'Mädchen, die im Kranzschmuck mit dem Hochzeitszug in die Kirche gehen' [ NW-Geinsh]. —
b. 'zwei kleine Mädchen, die den Brautschleier halten', -mädcher (Pl.) [verbr. (1968)]; im Scherz auch Krauthäbcher (s. PfWB Krauthaupt) genannt. — ElsWB Els. I 651 Brütmaidel. — -marsch m. : 'Marsch, den die Musikkapelle auf dem Weg zur Kirche spielt', -marsch [verbr. Gal]. — -messe f. : 'Trauungsmesse', -mess [verbr. bei Katholiken]. Volksgl.: Wenn während der B. bei der Wandlung die Turmuhr die Stunde anschlägt, stirbt bald einer der Ehegatten [ FR-Bobh]. RhWB Rhein. I 938. — -nacht f. : wie schd., -naacht [ LA-Gommh]. Volksgl.: Wer in der B. zuerst ins Bett steigt, stirbt zuerst [ HB-N'alth ZW-Hengstb]. Wer nach der B. zuerst aus dem Bett steigt, wird in der Ehe regieren [ BZ-O'schlettb, IB-Aßw]. Südhess. I 1084; Schwäb. I 1375. — -paar n. :
1. wie schd., -paar [allg.]. E nei B. hängt im Kaschte (im Aushang vor dem Standesamt) [Krieger 29]. Ein Paar, das sehr lange verlobt ist, heißt ewiches B. [Land]. Brauchtum: Wann 's B. ausgerufe werd, geht's nit in die Kerch [ NW-Freinsh]; vgl. jedoch Brautleute. Am Sunndag vor de Hochzich werren die Gäscht vum B. eingelare [ LU-Böhl]. S. auch die Angaben bei Hochzeit. Hochzeitstrinkspruch: Die Braut in ehrem Erdelewe werd ehrem Braidigam die Himmelsros gewwe. Kamerad, schenk ein! Es soll dem Brautpaar un der ganz Gesellschaft zur Gesundheit sein. Mer winschen: Lewen hoch, un viel Johr noch! [ FR-Albsh]. Volksgl.: Das Segnen des B. vor der Hochzeit beim Überschreiten der Hausschwelle bedeutet Glück in der Ehe [ IB-Rohrb]. Das B., das beim Gang zur Trauung einem Juden begegnet, wird Glück haben [ KL-Morb]. Zwei Brautpaare dürfen nicht in einem Wagen zur Trauung fahren, sonst werden sie kein Glück haben in der Ehe [ KL-Drehthhf]. —
2. 'Mädel und Bursche, die beim Kirbeumzug in einem Hochzeitswagen als Brautpaar mitfahren' [ KB-Stett]. — Südhess. I 1084; RhWB Rhein. I 938. — -schau f.: uf die Brautschau gehe 'sich in einem fremden Ort nach einer Ehepartnerin umschauen', unauffällig etwa durch den Besuch einer Veranstaltung (Kirbe), durch Erkundigung

[Bd. 1, Sp. 1178]
bei Bekannten in dem betreffenden Ort oder auch direkt durch einen vorher angemeldeten Besuch im Elternhaus des Mädchens mit anschließender Besprechung der beiderseitigen Vermögensverhältnisse. Meist geht der Bursche selbst auf die B.; in besonderen Fällen tun dies für ihn geeignete nahe Angehörige oder Freunde. Mancherorts (z. B. KU-Bedb) muß der Freiende den Burschen im Ort Einstand zahlen, wodurch er sich das Recht auf das ausersehene Mädchen erwirbt; tut er das nicht, dann lauern ihm die Dorfburschen auf und verhauen ihn. Das Wort ist 1932 in der angegebenen Bed. belegt vorn. für Orte der VPf, aber auch für KU-Diedk Herschw/Petth RO-Obd KL-Gimsb PS-Gersb Schmalbg. Syn.: PfWB Beschau, PfWB Freierei, PfWB Guck, PfWB Schau. RA. (scherzh.): Er geht uf die B., von einem, der zweierlei Strümpfe anhat [ NW-Frankeck]. Südhess. I 1085; Bad. I 313. — -schleier m.: wie schd., -schleier [allg.], in Gal einfach Schleier. Volksgl.: Zerreißen des B. bedeutet eine unglückliche Ehe, wenn sich dieses Mißgeschick beim Ankleiden der Braut ereignet [ KL-Bruchmühlb], oder auf dem Weg zur Trauung [ WD-Hoof KL-Vogb Trippstdt FR-Bockh]; in PS-H'eischw und Frankth bedeutet dagegen der Riß im B. Glück in der Ehe. Südhess. I 1085; RhWB Rhein. I 938; Bad. I 313. — -schuh m.: wie schd., -schuh [verbr.]. Brauchtum: In den herumgereichten Schuh der Braut werfen die Gäste Geldmünzen [ HB-Beed]. Während des Hochzeitessens entwenden junge Männer den B., und der Bräutigam muß ihn dann auslösen [ KL-Trippstdt]. In manchen Siedlungen in Galizien kauften die Brautführer den B. aus, wobei die Braut den Kauferlös als Nadelgeld erhielt; s. J. Enders in: Heimat Galizien, Stuttgart-Bad Cannstatt (1965), S. 372. Südhess. I 1085; RhWB Rhein. I 939. — -stand m.: wie schd.; korzer (langer) Brautstand (-dand) [verbr.]. Ein B. unter 6 Wochen gilt als unfein [Land]. Vgl. PfWB Brautzeit. Südhess. I 1085; RhWB Rhein. I 939. —