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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Braut-führer bis Brautkranz-segen (Bd. 1, Sp. 1174 bis 1176)
 
Braut-führer, m.
Braut-geld, n.
Braut-geschenk, n.
Braut-haus, n.
Bräutigam, m.
Braut-jungfer, f.
Braut-junker, m.
Braut-kleid, n.
Braut-knecht, m.
Braut-kranz, m.
Brautkranz-segen, m.
Braut-lauf, m.
Braut-leute, Pl.
Braut-mädchen, n. f. n.
Braut-magd, n. f. n.
Braut-maiden, n. f. n.
Braut-marsch, m.
Braut-messe, f.
Braut-nacht, f.
Braut-paar, n.
Braut-schau, f.
Braut-schleier, m.
Braut-schuh, m.
Braut-stand, m.
Braut-storzen, m.
Braut-stück, n.
Braut-tanz, m.
Braut-unterricht, m.
Braut-vater, m.
Braut-visite, f.
Braut-zeit, f.
brav
bravo, Interj.
Präzeptor, m.
präzis, Adv.
Brebel-arsch
Brebeler
Brebel-haar
brebeln
Brebel-sack
Brebel-suppe
Brech-agen, f.
Brech-achel, f.
Brech-bohnen, Pl.
Breche, f.
Breche, f.
Brech-eisen, n.
brechen, st.
brechen, schw.
Brecher, m.
Brech-erbsen, Pl.
brecherig, Adj.
Brech-gräben, Pl.
Brech-hochzeit, f.
Brech-kaule, f.
Brech-kaute, f.
Brech-kirsche, f.
Brech-korb, m.
Brech-kutteln, Pl.
Brechlerin, f.
Brech-loch, n.
Brech-messer, n.
Brech-mittel, n.
Brech-obst, n.
Brech-sack, m.
Brech-stange, f.
prech-zellen, schw.
Breckel
brecken, schw.
Predig
predigen, schw.
Predig(t), f.
Bredullje, f.
Brei, m.
Breiden-born, m.
Brei-hafen, m.
breiig, Adj.
Brei-maul, n.
brei-maulig
brei-mäulig
Brei-mehl, n.
Brei-mus, n.
Brei-rose
preis, Adj.
Preis, m.
Breise, f.
Preisel-beere, f.
breisen, st.
preisen, schw.
Preis-fahnen, m.
Preis-hahn, m.
Preis-hund, m.
preis-hüten, schw.
Preis-liste, f.
preis-machen, schw.
Preis-markt, m.
Preis-partel, f.
preis-parteln, schw.
Preis-tafel, f.
Preis-verteilung, f.
   Braut-führer m.: wie schd., Brautfehrer (-fērər,

[Bd. 1, Sp. 1175]
-fērÄr) [WPf NPf], -fihrer (-fīrər, -fīrÄr) [VPf Gal-Obl]. Den B. wählte man aus dem Freundeskreis des Brautpaares oder aus der Verwandtschaft. Er geleitete die Braut zur Kirche, während der Bräutigam vom Brautmädchen geleitet wurde; dieser Brauch ist heute kaum noch üblich. In Gal-Obl oblag den beiden Brautführern die Versorgung der Hochzeitsgäste mit Getränken. Das härrem (hätte dem) Fritz aach käiner abkäife kenne, daß er Brautfehrer war, d. h. Fritz fühlte sich sehr geehrt, daß man ihn zum B. ausersehen hatte [ KU-Schmittw/O]. Syn. PfWB Brautbursche, PfWB -junker, PfWB -knecht, PfWB -storzen, PfWB Hauptknecht, PfWB Kirchführer, PfWB Ladebube, PfWB -bursche, -diener, -knappe, PfWB -knecht, PfWB Nebenbube, PfWB -bursche, -knappe, PfWB -knecht, -pate. Südhess. I 1082; Rhein. I 936; Bad. I 312. — -geld n.: 'Handgeld, das der Bräutigam bei der Verlobung der Braut gab', gewöhnlich ein Goldstück, -geld [ KU-Krottb]. Die Braut wickelte das B. in ein seidenes Tuch und verwahrte es sorgfältig [Vogelsgesang 30]. — -geschenk n.: 'Geschenk des Bräutigams an die Braut', -geschenk [ RO-Dielkch NW-Wachh GH-Kand]; mancherorts auch das Geschenk der Braut für den Bräutigam [LU-Limbghf NW-Freinsh Land], oder auch das Hochzeitsgeschenk der Gäste für das junge Paar [ KU-Glmünchw BZ-Dernb]; vgl. PfWB Brautgeld, PfWB -stück, PfWB Hochzeitsgeschenk. Südhess. I 1083. — -haus n.: 'Elternhaus der Braut' (wo gew. die Hochzeit abgehalten wird), -haus [allg.]; vgl. Hochzeithaus. Es bedeutet Glück für die künftige Ehe, wenn der Gast beim Betreten des Brauthauses Reiskörner wirft [ KU-Lohnw], ein Glas in Scherben schlägt [ NW-Lindbg].
 
  
Bräutigam m.: wie schd., früher 'Bräutigam am Hochzeitstag', Braidigam (braidigam) [allg.], bei der jüngeren Gener. auch scherzh. Braidscham. Das schon im 19. Jh. aufgekommene Wort hat die ältere Bez. Hochzeiter, die in Gal Buch noch bis 1940 allg. üblich war, weithin verdrängt. Vgl. PfWB Brauterich. Zieht sich die Verlobungszeit lange hin, dann ist der B. de ewich Braidigam. Der B. trägt (1930) am Hochzeitstag einen schwarzen Gehrock (s. PfWB Hochzeitsrock) und einen Zylinderhut. Nach der Trauung gehen Braut und B. an der Spitze des Hochzeitszuges zum Hochzeithaus zurück. An der Festtafel sitzt das Brautpaar am oberen Tischende, die Braut zur Rechten des B.s; links vom B. nehmen die Brauteltern Platz, rechts von der Braut die Eltern vom B. Der B. nimmt Abschied von seinen Kameraden, indem er diesen ein Faß Bier bezahlt [KU-Diedk (1930)]. Volksgl.: Wenn der B. beim Besteigen des Hochzeitswagens ausrutscht, dann deutet das auf eine unglückliche Ehe [Zweibr]; die gleiche Gefahr droht, wenn der B. auf dem Weg zur

[Bd. 1, Sp. 1176]
Kirche sich umschaut [ KL-Trippstdt], oder auf der verkehrten Seite geht [ KU-Hüffl]. Die Braut darf ihren Ring keinem Mädchen auf den Finger streifen, sonst wird der B. untreu [Kirchhbol]. Südhess. I 1083/84; RhWB Rhein. I 941; Bad. I 312.
 
  
Braut-jungfer f.: 'Mädchen, das den Bräutigam zur Trauung geleitet', Brautjungfer [ KU-Hohöll RO-L'meil BZ-Dernb GH-Rh'zab]; vgl. PfWB Brautmädchen 1. Volksgl.: Tritt die B. der Braut während des Gangs zur Trauung aufs Kleid, dann bedeutet das baldige Feindschaft zwischen Braut und B. [ NW-Herxh]. Südhess. I 1084; RhWB Rhein. I 937; Bad. I 312. — -junker m.: = PfWB Brautführer, -junker [ KU-Ulm PS-Hermbg]. Südhess. I 1084. — -kleid n.: wie schd., -klääd, -kleed, -kläid, -klaad, s. PfWB Kleid [verbr.]. Früher war das B. schwarz; heute bevorzugt man helle Farben. Die Braut darf nicht am eigenen B. nähen, denn sie wird in der Ehe soviel weinen, als sie Stiche gemacht hat [Kirchbol]. Südhess. I 1084; RhWB Rhein. I 937. — -knecht m.: = PfWB Brautführer, -kneecht [verbr. NWPf KU-Miesau]. — -kranz m.: wie schd., -kranz [allg.]. Der B. wurde von Freundinnen der Braut aus Myrten gewunden (in jüngerer Zeit auch aus künstlicher Myrte). Er galt als Zeichen der Jungfräulichkeit; Mädchen, die heiraten »mußten«, trugen keinen B. Der B. und das Sträußchen des Bräutigams wurden nach der Hochzeit in einem Glasrahmen an der Wand aufgehängt [ PS-Erfw]. Volksgl.: Wenn während der Hochzeit Schnee in den B. fällt, so bedeutet das Glück in der Ehe [ BZ-Ingh]. Auch Regen in den B. bedeutet Glück [ KL-Steinwd], mancherorts aber auch Unglück [ KU-Adb IB-Bliesmg/Bolch Ingb FR-Beindh]. Ein Mädchen, das einer anderen den B. aufsetzt, wird selbst nie Braut [ NW-Meckh Kirchhbol]. Südhess. I 1084; RhWB Rhein. I 937; Bad. I 312.
 
 
Brautkranz-segen m.: im VR.: Mädche, loß der Welle leche 'Locken legen', do kommt aach ball de Brautkranzsege! [Feierowend 1955 Nr. 52].