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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Ab-wisch bis ab-zahlen (Bd. 1, Sp. 112 bis 113)
 
   Ab-wisch m.: 'ein als Warnungszeichen an einen Stecken gebundener Strohwisch', Abwisch [ LU-Oggh]; dafür gewöhnlich Wisch.
 
  
ab-wischen schw.:
1. trans.
a. 'durch Wischen reinigen'.
α. gegenständl.; die Dafel, die Fedder (Ferrer) abwische u. ä. [allg.]. Scherzhaft: Er wischt die Bank mit de Hosse ab, wenn sich jemand auf die ungereinigte Bank setzt [ RO-Obernd]; vgl. PfWB abwitschen 1, PfWB abputzen 1. —
β. übertr.: einem eins, eine a. 'eine Ohrfeige versetzen'. Ich wische der ens ab [ WD-Hoof]. —
b. 'durch Wischen entfernen'; die Träne a. [allg.]; vgl. PfWB abputzen 1. —
2. intrans.

[Bd. 1, Sp. 113]
'aufwarten'. Ich hannem a. misse 'mußte ihn bedienen' [ ZW-L'wied]. — ElsWB Els. II 873; Bad. I 21.
 
  
Abwisch-lumpen m.: 'Staubtuch', Abwischlumbe [ KB-Gauh LA-Gommh Gal-Dornf], Abweschlumbe [ PS-O'hs/Wallhalb Trulb]. Syn. s. PfWB Staubtuch. Scherzhaft: Mit dem Abweschlumbe Staab wische [ PS-Trulb]. ElsWB Els. I 590.
 
  
Abwisch-tuch n.: 'Staubtuch', Abwischduch [ KU-Herchw]. Syn. s. PfWB Staubtuch.
 
  
ab-witschen schw.:
1. trans. 'abwischen', abwitsche [ PS-Geisbg LU-Alsh]; vgl. PfWB abwischen 1. —
2. intrans. 'entwischen'. Er is abgewitscht [ Gal-Dornf]; Syn. s. PfWB weglaufen. — DWB DWb. XIV, 2, 815 witschen.
 
  
ab-wünschen schw., st.: 'im Wünschen zuvorkommen'. Er hot 'm 's Neijohr abgewinscht [RO-Ebbg Sippf LU-Friesh], -gewunsch [ KB-Kriegsf], -gewunsche [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB abgewinnen 2.
 
 
ab-wusseln schw.: sich a. 'durch schnelle Bewegung ermüden'. Seit viere ben ich uff de Fieß Un' häbb mich abgewusselt [Keiler 88]. Syn. s. PfWB abhetzen 2.
 
 
ab-zabbeln schw.: sich a. 'sich abarbeiten', abzawwele [allg.]. Syn. s. PfWB abquälen. RA.: Er hot sich sein Lebdag schun was abgezawwelt [verbr.]. Der Willem scheint wie abgezawwelt ... [Schandein Ged. 198]. — In unserem zawwele lebt ahd. zabalōn 'sich unruhig bewegen'; vgl. Kluge-Mitzka17.
 
 
Ab-zabblerei f.: 'mühsame Arbeit'. War das heit e Abzawwlerei! [VPf].
 
  
ab-zackern schw.:
1. 'die Grenzfurche ziehen', abzackere [ RO-Als Dielkch]. —
2.
a. gegenst. 'beim Pflügen über die Grenze hinübergreifen, also dem Nachbarn ein Stück Acker wegpflügen und zum eigenen Acker schlagen' [verbr.]; dafür auch: iwwer de Steen zackere; in Gal-Dornf: die Groonetz abzackere. a. 1489 (Abschr. zw. 1601 u. 1629): abzackern belangent [Dirmst A Weist. (FR-Heßh)]. a. 1567: gräben auswerffen, nichts abzackern lassen [Lgb. 20 Bl. 2 (KL-Enkb)]. a. 1604: Daran nichts absteinen, stocken, abzackern oder entziehen [Lgb. 120 Bl. 291 (NW-Dackh)]. —
b. übertr. 'entwenden'. Er hot em sei Uhr abgezackert [VPf]. Syn. s. PfWB stehlen. —
3. sich a. 'sich sehr abmühen' [ KU-Kaulb Kreimb KL-Hirschhn]. Syn. s. PfWB abquälen. — ElsWB Els. II 899; Bad. I 21.
 
 
ab-zahlen schw.: die Schulde abzahle 'Schulden tilgen' [allg.]. Bad. I 21.