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Pfälzisches Wörterbuch 
 
böckseln bis Bocks-mutter (Bd. 1, Sp. 1064 bis 1065)
 
böckseln, schw.
böcksen, schw.
Böckser, m.
Böckser-bohne, f.
Bocks-gichtern, Pl.
Bocks-haut, f.
Bocks-horn, n.
Bocks-kopf, m.
Bock(s)-leder, n.
Böcksler, m.
Bocks-mutter, f.
Bock-soldat, m.
Bock-springen, n.
Bock-sprung, m.
Bocks-rück, m.
Bocks-seiche, f.
bock(s)-steif, Adj.
Bocks-streich, m.
Bock-stall, m.
Bock-staller, Pl.
ställer, Pl.
Bocks-weide, f.
Bock-wald, m.
Bock-weiler
Böck-weiler
Bock-wiese, f.
Bock-wirt, m.
Bock-wurst, f.
Podagge
Podagra, n.
podagrämisch, Adj.
Bod-bänke
Bod-bühne
Podehäwwelwarmes
Bodem, m.
Boden, m.
Boden-brett, n.
Boden-brillholz, n.
Boden-daube, f.
Boden-diel(en), m. f.
Boden-diele, m. f.
Boden-dielholz, n.
bodemen, schw.
bödemen, schw.
Bodem-garbe, f.
Bodem-geschmack, m.
Bodem-gras, n.
Bodem-halter, m.
Bodem-holz, n.
Bodem-joch, n.
Bodem-käfig, m.
Bodem-kohlrabi, m.
Bodem-kratzer, m.
Bodem-krücke, f.
Bodem-last, f.
Bodem-lerche, f.
bodem-letz, Adj.
bodem-los, Adj.
Bodem-nägelchen, n.
Bodem-rebe, f.
Bodem-reif, m.
Bodem-rütscher, m.
Bodem-sack, m.
Bodem-schemel, m.
Bodem-scheuer, f.
Bodem-sengnessel, f.
Bodem-stein, m.
Bodem-wachs, n.
Bodem-wasser, n.
Bodem-wein, m.
Bodem-zeile, f.
Bodem-zins, m.
Bod(en)-kirche
Boden-see, m.
Podex, m.
Bod-hammel
Pod-hammel
bofeln
böffen, schw.
Bofink
bo-fitzeln, schw.
bofitzig, Adj.
Bogen, m.
Bogen-flinte, f.
Bogen-korb, m.
Bogen-papier, n.
Bogen-peitsche, f.
Bogen-rebe, f.
Bogen-schnitt, m.
Bogen-schubkarch, m.
Bogen-tuch, n.
Böhämmer, m.
Böhämmer-jagd, f.
böhämmern, schw.
Böhl-bauer, m.
Böhl-brunnen, m.
Bohle, f.
bohlen, schw.
bohlen-stracks, Adv.
Böhme, m.
   böckseln schw.:
1.
a. 'schlecht riechen', eigentl. 'nach Bock riechen', becksele (begsələ) [verbr.].
b.
α. 'schlecht, verdorben schmecken', vom üblen Beigeschmack, bes. bei Fleischwaren, verlagertem Kaffee [verbr.], vgl. PfWB ältseln; 'anfangen zu faulen' [ LA-Arzh]. —
β. vom Bodengeschmack des Weines. De Wein beckselt [LA-Wey, verbr.]. Aus böcksen.
2. 'mit kleinen Schritten schnell umherlaufen'. Er beckselt do erom [ WD-Niedkch]. — Südhess. I 980; RhWB Rhein. I 829; Bad. I 278.
 
  
böcksen schw.: Der Wein beckst, vom Bodengeschmack des Weines [ NW-Kallstdt], von verdorbenem Wein [ FR-Albsh]. Davon böckseln, Böckser. Südhess. I 981; ElsWB Els. II 29; Bad. I 278.
 
  
Böckser m.:
1.
a. von verdorbenem Kaffee, vgl. PfWB Böckserbohne. Des esch emol e rechter

[Bd. 1, Sp. 1065]
Beckser [ LA-Nd'hochstdt]. —
b. 'Most, der in der Gärung das Süße verloren hat' [ NW-Geinsh]. —
c. 'Wein mit Bodengeschmack' [ NW-Kallstdt LA-Wey]; vgl. PfWB böcksen, PfWB Bodemgeschmack. Zs. PfWB Faßböckser. —
2. 'übel riechender Mensch' [ BZ-Dernb]. — Südhess. I 981; RhWB Rhein. I 829; Bad. I 278.
 
  
Böckser-bohne f.: 'verdorbene Kaffeebohne'. De Kaffee beckst, do muß e Beckserbohn debei gewest sein [ BZ-Dernb].
 
 
Bocks-gichtern Pl.: 'große Angst'. RA.: Do kennt mer die Bocksgichtere krieh [ZW-Stamb HB-Kirrbg]; vgl. Geißengichtern. Das Grundw. zu mhd. giht 'Zuckungen, Krämpfe'. Bad. I 278. — -haut f.: 'Fell des Bockes', -haut [verbr.]. Südhess. I 981. — -horn n.:
1. eigentl. 'Horn des Bockes', in der RA.: ins Bockshorn jage 'verblüffen, in Schrecken versetzen' [ NW-Kallstdt, allg.]. —
2. 'gewundener Beschlag an Tür und Fenster' [ PS-Geisbg]. —
3. 'Johannisbrot (Fructus ceratoniae)', Bockshernche [ Don-Tscherwk]. — Südhess. I 982; RhWB Rhein. I 827; ElsWB Els. I 374; Bad. I 278. — -kopf m.: 'Trotzkopf', -kopp [ RO-Lettw KL-Fischb NW-Kallstdt]. Was des schun werre (wieder) e Bockskopp macht! [ KL-Fischb].
 
  
Bock(s)-leder n.: 'Leder aus Bockshaut', bes. für die Herstellung von Lederschuhen (1930), Bockslerrer [NW-Frankeck, verbr.], Bocklerrer [ KU-Schmittw/O GH-Kand]. Südhess. I 982.
 
  
Böcksler m.:
1. 'Wein mit Bodengeschmack', Becksler [ KU-Schmittw/O]. —
2. 'schlechter Kaffee' [ LU-Friesh]; vgl. PfWB Böckser, PfWB böckseln, PfWB böcksen.
 
 
Bocks-mutter f.: ein im Frühjahr gespieltes Knabenspiel aus KU-Gumbsw. Aus Haselnußholz wurde ein dreibeiniges Gestell von etwa 1,20 m Höhe geschnitten, das den Namen Bock (s. PfWB Bock 4) trug. Die Spielteilnehmer versahen sich mit Prügeln, die etwa halb so dick waren wie die Beine des Bockes. Der Bock wurde in einem kreisförmigen Mal aufgestellt. Der zur Bocksmutter bestimmte Knabe übernahm die Verteidigung des Bockes. Aus 20 m Entfernung warfen die anderen Mitspieler mit ihren Prügeln nach dem Bock, um ihn zu Fall zu bringen. Dies war nicht leicht, denn die Bocksmutter verteidigte den Bock; außerdem verfehlten viele Prügel das Ziel. Es galt, die im Feld liegenden Prügel wieder zu holen. Dabei konnte man von der Bocksmutter abgeschlagen werden und mußte nun selbst die Wache beim Bock übernehmen. Um dieser Gefahr zu entgehen, ließen die meisten Spieler ihre Prügel liegen und warteten, bis es einem anderen gelang, den Bock umzuwerfen. Während die Bocksmutter damit beschäftigt war, den Bock wieder aufzurichten, konnte man sich seinen Prügel leichter zurückholen.