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Blut-sturz bis bluttern (Bd. 1, Sp. 1048 bis 1052) | |||
Blut-sturz, m. Blut-stück, m. Blut-suckel, f., m. Blut-zuckel, f., m. Blut-suck(e)ler, m. Blut-zuck(e)ler, m. Blut-süffer, m. bluts-verwandt, Adj. Bluts-verwandtschaft, f. blutt, Adj. blutt-ährig, Adj. Blutt-arsch, m. bluttern, schw. pluttern, schw. blutter-pockig, Adj. Bluttes, m. blutt-geschlagen blutt-geschoren Blutt-hälslein, n. Blut-tier, n. Blutt-kauder, m. Blutt-kopf, m. blutt-köpfig, Adj. Blutt-sack, m. Blutung, f. Blut-vergiftung, f. Blut-verlust, m. Blut-weiderich, m. Blut-wein, m. blut-wenig, Adj. Blut-wurm, m. Blut-wurst, f. Blut-wurzel, f. Blut-zuckel Blut-zuckeler plutzen bo, Interj. Bo, m. pö Boa, f. Boab, Gen.? Bo-bas, m. Bobbelchen bobbelig bobbeln bobeia Pobeistein Pobel Bobell, Gen.? Pöbel, m. Bob(en), m. Boberment bobern Boberich, m. Boberich, m. Bober(t), m. Böbig Böbingen, ON Bo-bo, m. Bo-boks, m. bobooli Bo-boz, m. Poche, f. Pochel, f. Pochel pochelig, Adj. Pochel-nase, f. Pochelstein-haufen pochen, schw. Bocher Pocherich, m. Pocht Bock, m. Bockbach-wiese, f. bock-beinig Bock-bier, n. Pocke, f. pockelig, Adj. pöckelig, Adj. bockeln, schw. Böckelns, n. bocken, schw. böcken, schw. pocken Bocken-fleisch, n. Pocken-gesicht, n. Bocken-heim, ON Bocker, m. Pocker(t) pockerig, Adj. bockes, Adj. bocke-steif Bock-fritz, m. Bock-halter, m. Bock-holunder, m. Bock-hüfer, Pl. Bock-huppens, n. Bock-hüppselns, n. Bock-huppsen, n. bockig, Adj. | 1. = PfWB Blutegel 1, -suckler, -zuckler, zur Verbr. s. K. 57. Don-Schowe Torscha Tscherwk und Gal: -zuckler; Lambert Penns 30 und Rußl Sülz Katharinenth: -suckler. Syn.: PfWB Blutegel, PfWB -sauger, -sück, PfWB -suckel (-zuckel), PfWB -süffer, PfWB -tier, PfWB -wurm, PfWB Schröpfkopf, PfWB Suckegel. — Das Grundw. ist von suckele bzw. zuckele 'saugen' abgeleitet; vgl. PfWB Blutsuckel, PfWB -zuckel. Die beiden Formen (-suck- bzw. -zuck-) werden in der Aussprache deutlich unterschieden: blūd-sug(ə)lər und blūddsug(ə)lər (mit merkbarer Grenze in der Kompositionsfuge). Vgl. auch die Verbreitung von suckeln und zuckeln. — 2. 'Viehbremse', -zuckler [ RO-Als LA-Böching]. — 3. 'Zecke', -suckler [Danner Penns 149]. — 4. = PfWB Blutegel 2 [verbr.]. — Südhess. I 970; RhWB Rhein. I 809/10; Bad. I 274. — -süffer m.: = PfWB Blutegel 1, -siffer [ HB-O'bexb IB-Nd'würzb KU-Cronbg NW-Meckh], -seffer [ IB-Rohrb]. — RhWB Rhein. I 809. [Bd. 1, Sp. 1049] ![]() [Bd. 1, Sp. 1051] 1. 'nackt, bloß'. a. 'unbekleidet, nackt', mit Übertreibung von unzureichender Bekleidung, blott, blutt, s. F. [verbr.]; vgl. PfWB bloß 1 a. Das Kind laaft so blott do aus erum [ KU-Bechb]; em de blotte Aarsch haue [KU-Kaulb, verbr.]. Der hätt sich besser mit dem blotte Hinnere in d' Sengelnessle gsetzt, von einem, der einen unüberlegten Streich mit üblen Folgen ausgeführt hat [ PS-Erfw]. Die Verbindung blott un bloß s. bei PfWB bloß 1 a. — b. 'ohne schützende Decke', z. B. vom unbezogenen Kissen, vom nackten Boden. Du muscht de Kopp uf e blott Kisse leje, scherzh. Empfehlung als Mittel gegen Zahnschmerzen [ KL-Fischb]. Wenn die Erd bei großer Kält so blott vum Schnee is, das is net gut, dann erfriert leicht der Same [ ZW-Gr'bundb]. — 2. 'kahl'. a. α. 'unbehaart', auch vom kurzgeschorenen Kopf; e blotter Kopp [KU-A'glan, verbr.]. Das is e Blotter [ PS-Rodalb]. Wer hot dich dann sou blott g'schore? [ GH-Zeisk]. Neckreim: Blott geschor, die Hoor verlor [ ZW-Bechhf]. Blott geschor met siewe Hoor [KU-Obw/Tiefb Schmittw/O Wilde 284]; auch als Schimpfwort. Rätsel: »Krummer, Schepper, wo laafschde hin?« »Plottgeschorne, was frähschde (fragst du) denoh?« »Ich war noch net so deck plottgeschor, als der de Hinnere zugefror«. (Wiese und Bach im Winter) [Hebel 122]; Var. hierzu s. bei PfWB Bluttkopf 1, PfWB Schorenkopf. Volksgl.: Wann em en Speckmaus in die Hoor kummt, werd mer blott [Fogel Beliefs Penns Nr. 1830]. — β. 'bartlos', auch vom spärlichen Bartwuchs. Des is noch e blotter Bu [ ZW-Bechhf], e blotter Lausbub [KL-Gimsb u. Umg.]. Der is noch so blott im Gesicht wie e Aff am Aarsch [NW-Elmst, verbr.]. So blott as me Bobbl sei Arsch [Fogel Prov. Penns Nr. 1939]. Er is so blott wie e Gääß am Knie [Hebel 13]. — b. 'unbefiedert', von jungen Vögeln, mit Vorliebe in der Verbindung blott un blinn, vgl. PfWB blind. Die klääne Spätzcher sin noch ganz blott [mittl. WPf, verbr.]. BR.: Sin die Rawe an Jerjelsdaach (23. April) blott un blinn, kenne sich frääe Mann, Weib un Kinn [FR-Albsh, verbr.]; Var. hierzu mit Rewe statt Rawe s. PfWB blind 2. VR.: Quack, Quack, unne nause; Quack, Quack, owwe nause; heb die blotte Vechel aus; die blotte wie die blinne; de Quack der muß se finne [ZW-Stamb]; dazu zahlreiche Varianten, vgl. PfWB Pfingstenlümmel 2, -quack 1, PfWB blind 1, PfWB Quack. Auch vom frisch gerupften Geflügel: Die Gäns derf mer net so blott roppe, besonders zur kalten Jahreszeit [ KU-Schmittw/O]. — c. α. 'unbelaubt'. Die Bääm sin schun ganz blott [nördl. VPf, verbr.]. WR.: Wann's dunnert iwwer 's blotte Holz (Wald), werren die alde Loose stolz [ NW-Kallstdt]. Dunner iwwer der blotte Wald — kalt; Dunner iwwer der griene Wald — warm [Fogel Beliefs Penns Nr. 1204]. — β. 'baumlos', von einem Waldstück. Mer haaen [Bd. 1, Sp. 1052] blott erunner, für Kahlschlag [ KB-Kriegsf]. Den Wald kann mer blott mache [BZ-Silz Sarnstall]. — d. 'graslos, unbewachsen'; e blotter Placke [ ZW-Gr'bundb]; dass. auch von ringförmigen Stellen, die von Kleeseide befallen sind [ NW-Weish/S]. Die Wiese sein noch so blott, daß mer drinn klickere kennt [ HB-Höch]. Er hot die Wisse blott gemäht [ Gal-Josbg, PS-Burgalb]. WR.: Wann sich die Gäns uf em blotte Borem purlen (s. PfWB pudeln), gebt's Reje [ FR-Tiefth]. — 3. 'leer'. Die Scheuer is blott [ SP-Harths]. Noh finf Minutte ungefähr, do war die Fischplatt blott un leer [Münch Weltgesch. 136]. Einen VR s. bei PfWB Bekanntschaft. — 4. 'unverheiratet'. Er isch noch blott [ BZ-Wind]. — 5. 'ohne Zutat, rein, nichts als'. Er eßt die Worscht blott, er trinkt de Wein b. (ohne Wasser) [Pirmas]. Ball denoh do bringt die Motter noch e dicke Grumbeerbrei. 's es awer kan so blotter: Krachelcher (in Fett gebratene Brotkrümel) sein dodebei [Kühn Schnitze I, 205]. — 6. 'aller Mittel entblößt, bankrott'. Er is blott 'Das Geld ist ihm ausgegangen', 'Er hat im Spiel sein ganzes Geld (alle Klicker) verloren' [KU-Haschb, verbr., vorn. WPf einschl. NPf, seltener VPf]. Er isch de blott Schneirer, dass. [ BZ-Queichhmb]. Ich bin blott wie e Kerchemaus [Schandein Sprachsch.]. Nach Otterstetter 278 in Pirmas bes. in den unteren Berufsgruppen gebräuchlich. Syn.: PfWB bet 2, PfWB blank 2, PfWB platt 2, PfWB blau 4j, PfWB pleite 2, PfWB bloß 1 d, PfWB blunz, PfWB fertig, PfWB flügge, PfWB futsch, PfWB kahl, PfWB kapores, PfWB kaputt, PfWB machulle, PfWB malad, PfWB matt, PfWB schibes. — 7. 'dünn', von Webstoffen [o. O.]; auch von einer Hautstelle, die durch Reiben wund geworden ist [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB blöde 1 c. — 8. 'feucht', vom Acker- und Gartenland, wenn es im Frühjahr noch nicht bestellt werden kann: 's is noch se blott [RO-O'hs Messbhf PfId. 23 Hebel 5]; von Bekleidungsstücken: Die Hosse sin blott [ KU-Bechb RO-Feilbg]. — 9. adv. 'einzig und allein'. Ich han die Aß blott, keine andere Karte von derselben Farbe [verbr.]. — F.: blǫd fast allg., blud belegt für IB-Bierb ZW-Mittb NW-Wachh, blod (?) für GH-Freckf. — Das Wort wird etymol. von bloß geschieden und in unmittelbare Nähe von blöde gerückt, vgl. DWB DWb. II 195, Schwäb. I 1236, Schweiz. V 215/16. — Südhess. I 971; RhWB Rhein. I 813/14; Saarbr. 30; LothWB Lothr. 52; ElsWB Els. II 171; Bad. I 274. [Bd. 1, Sp. 1053] KL-O'arnb Fischb KB-Boland Kühn Hamet 127 Schandein Sprachsch. 10], gebluttert [ Don-Sekitsch]. Un wo se's hi'dut (das Säckchen mit den getrockneten Zwetschken), ob se knorrt un knottert, werd's Säckelche geplinnert un geblottert [Schandein Ged. 16]. Syn. s. PfWB abgewinnen. Südhess. I 872.
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