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Pfälzisches Wörterbuch 
 
plumpen bis Plunder-zeug (Bd. 1, Sp. 1036 bis 1038)
 
plumpen, schw.
plumps
Plumps, m.
Plump-sack, m.
plumpsch, Adj.
plumpsen, schw.
Plumpser, m.
plumpsig, Adj.
Plunder, m.
plündern, schw.
Plunder-zeug, n.
blunkern, schw.
blunz, Adj.
Blunze, f.
Blunzer, m.
Plüsch, m.
Plüsch-decke
Plüsch-hut
Plüsch-jacke
Plüsch-mantel
Plüsch-pantoffel
Plüsch-sessel
Bluse, f.
Blusen-ärmel, m.
Blusen-peter, m.
Bluser, m.
plustern
Blut, n.
Blut, f.
Blut-acker, m.
Blut-ader, f.
Blut-apfel, m.
blut-arm, Adj.
Blut-armut, f.
Blut-ballen, m.
Blut-blase, f.
Blut-blater, f.
Blüte, f.
Blut-egel, m.
Blut-eimer, m.
Blut-eißen, m.
blütel-weiß
bluten, schw.
blüten, schw.
blutend
Blüten-honig, m.
Blüten-knopf, m.
Blüten-kopf, m.
Blüten-stecher, m.
blüten-weiß, Adj.
Bluter, m.
Blüter
Blut-fink, m.
Blut-fleck(en), m.
Blut-gerinnsel, n.
Blut-geschwür, n.
Blut-grind, m.
Blut-hund, m.
Blut-husten, m.
blutig, Adj.
blütig
Blut-igel
blut-jung, Adj.
Blut-knopf, m. n.
Blut-knöpfelchen, m. n.
Blut-kopf, m. n.
Blut-köpfchen, m. n.
blut-krank, Adj.
Blut-krankheit, f.
Blut-kraut, n.
Blut-lache, f.
Blut-laus, f.
Blut-mal, n.
Blut-nuß, f.
Pluto, m.
Blut-orange, f.
Blut-placken, m.
Blut-platte, f.
Blut-rinnsel, n.
Blut-rose, f.
blut-rot, Adj.
Blut-rühren, n.
blut-rünstig, Adj.
blut-rüstig, Adj.
blut-sauer, Adj.
Blut-sauerei, f.
Blut-sauger, m.
Blut-schande, f.
Blut-schüssel, f.
Blut-schwamm, m.
Blut-schwären, m.
Blut-schwartenmagen, m.
Blut-seffer, m.
Bluts-freund, m.
Bluts-geld, n.
Bluts-knopf, m.
Bluts-kopf, m.
bluts-notwendig, Adj.
Bluts-pfennig, m.
bluts-schlecht, Adj.
   plumpen schw.: 'beim Fall dumpf aufschlagen'. Der esch hingfalle, daß's geplumpt hot [ BZ-Dernb]. KR.: 's esch jemand ins Wasser gfalle, häb ehn höre plumpe; häb gemänt, 's esch en groußer Mann, war's der kläne Stumpe [ebd.]. Var. s. PfWB plumpsen. Südhess. I 960; RhWB Rhein. VI 991/92; ElsWB Els. II 160; Bad. I 271.
 
  
plumps: Ausruf bei einem dumpfen Fall, wie schd. Plumps (blumbs), do liecht (liegt) er [ PS-Erfw, allg.]. Plumps, plumps dich! [Schandein Ged. 245]. KR.: Troß, troß, trille! De Bauer hot en Fille. 's Fille will net laafe, do will's de Bauer verkaafe. Reit de Bauer iwich de Grawe; plumps! fällt er enen (hinein) [ FR-Bockh, LU-Opp]. Varianten hierzu s. PfWB troß, PfWB Füllen. Südhess. I 960/ 61; RhWB Rhein. VI 992; ElsWB Els. II 160; Bad. I 271.
 
  
Plumps m.: 'dumpfer Fall'. 's hot e Plumps gedan [ KB-Bennhs]; vgl. PfWB Plumpser 1. Südhess. I 961; RhWB Rhein. VI 992.
 
  
Plump-sack m.:
1. 'plumper, schwerfälliger Mensch, dickes Kind', spöttisch, auch Schimpfwort, Plumpsack (blumbsag) [ KU-Schmittw/O Kaulb NW-Neidfs BZ-Dernb]. —
2. Plumpsack, do leit er! ruft man, wenn jemand hinfällt [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB plumps. —
3. 'geknotetes Taschentuch' im Spiel Der Plumpsack geht um, das in mehreren pfälzischen Siedlungen Galiziens, z. B. Dornfeld, gespielt wurde: Die Teilnehmer bilden einen Kreis, der Blick ist nach innen gerichtet. Rund um den Kreis geht ein Spieler, der den P. in der Hand trägt und ihn einem der im Kreis Stehenden in die nach hinten gehaltene Hand drückt. Dies geschieht ganz unauffällig, damit es der Nachbar nicht bemerkt; er soll nämlich von dem jetzigen Inhaber des P. verprügelt werden. Vor den Schlägen mit dem P. kann er sich nur durch schnelles Davonlaufen bewahren. Er muß rund um den Kreis laufen und ist erst dann vor der Verfolgung sicher, wenn er seinen Platz im Kreis wieder erreicht hat. Nun beginnt das Spiel von neuem. Während des Spiels spricht der den Plumpsack Tragende: Dreh dich net rum, der Plumpsack geht um. Wer sich rumdreht

[Bd. 1, Sp. 1037]
oder lacht, kriet uf de Buckel, daß es kracht. In »früherer Zeit« gab es auch in GH-Schwegh ein Spiel, bei dem der P. umging; nähere Angaben fehlen. — Südhess. I 961; RhWB Rhein. VI 993; LothWB Lothr. 53; ElsWB Els. II 343; Bad. I 271.
 
 
plumpsch Adj.: = PfWB plump. Gott, is darre (das ein) plumscher (blumər) Kerl! [KL-Gimsb, verbr. WPf]; vgl. PfWB plumpsig. Südhess. I 961; RhWB Rhein. VI 991 plumpch.
 
  
plumpsen schw.: 'schwer, ungeschickt hinfallen'. Er is geplumpst [KU-A'glan, verbr., auch Don Gal Buch]; dohin plumpse wie e Sack [NW-Frankeck, verbr.]; 'massenweise mit Geräusch niederfallen', vom Obst, von Gegenständen überhaupt [ KU-Rutsw/G ZW-Lambsbn Schmitshs KL-Mehlb Miesb Spesb PS-Schweix FR-Flomh LU-Muttstdt], plomse [ ZW-A'hornb]; vgl. PfWB plotzen. Er is ins Wasser geplumst 'klatschend ins Wasser gefallen' [ FR-Bockh, KU-Schmittw/O Hundh Bedb RO-Dielkch]. Rätsel: Was fallt ins Wasser un plumpst net? (der Mond) [Gal (Rech Lore)]. KR.: Des is de Hannesmann, der is in de Brunne gfalle, der hot'n g'heerd plumpse, der hot gemäänt, 's wär'n große Mann, war's der kläne Stumpe [ LU-Alsh]; ähnlicher KR in Gal-Dornf, Var. aus BZ-Dernb s. PfWB plumpen. Zs.: PfWB ane-, PfWB auf-, PfWB darauf-, PfWB durch-, PfWB her-, PfWB herein-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hin-, PfWB hineinplumpsen. Syn. s. PfWB hinfallen. — F.: Die Gewährspersonen setzen in der Mehrzahl p bzw. b nach dem m; es wird aber wohl allg. blumsə gesprochen; für HB-Kirrbg und ZW-A'hornb wird blǫmsə angegeben. — Intensiv zu PfWB plumpen. — Südhess. I 961; RhWB Rhein. VI 992; LothWB Lothr. 53; ElsWB Els. II 160; Bad. I 271.
 
  
Plumpser m.:
1. 'Auffall mit starkem Geräusch', Er hot e Plumpser (blumsər) gemach [verbr. vorn. VPf Don-Werb Schowe Torscha]. Das war awwer e P.! wenn ein schwerer Stein in Wasser fällt [Gegend NW-Dürkh bis FR-Grünstdt]. Baufdich, hot's en Plumpsar gemacht, unn ich häb dou gelesche (gelegen) wie e Sack [ LU-Altr]; vgl. PfWB Plumps. —
2. 'dicker Mann' [ PS-Burgalb Pirmas KL-Siegb]. Nach Otterstetter 242 wird das Wort in Pirmas in dieser Bed. mehr von der jüngeren Gener. und in den gehobenen Schichten der Gener. mittleren Alters gebraucht. Syn. s. PfWB Dicksack. — F.: s. PfWB plumpsen. — Die Ableitungen auf -er erfreuen sich im Pfälzischen einer gewissen Beliebtheit, vgl. PfWB Piepser, PfWB Plotzer, PfWB Bumper, PfWB Schlückser, PfWB Sumser. — Südhess. I 961; RhWB Rhein. VI 993; LothWB Lothr. 53; Bad. I 271.
 
  
plumpsig Adj.: 'schwerfällig', plumsich (blumsiχ) [ NW-Gimmdg]; vgl. PfWB plump, PfWB plumpsch.
 
  
Plunder m.:
1. 'Habseligkeiten'. a. 1382: und ob der fronhof zue were, und einer der freiheit (Asyl) begehrte und derselbige seinen plunder yber ein würf und stellete sein fusz an den hofzaun, so soll er frei sein, also were er mitten im hof [Grimm

[Bd. 1, Sp. 1038]
Weist. V 562 (BZ-Queichhmb)]. —
2. 'alte, wertlose Sachen', wie schd., Plunder (blundər) [fast allg.], Plunner [KU-Rothsbg NW-Haßl Spey Schandein Ged. 245]. Syn. s. PfWB Lumpenzeug. —
3. 'Durcheinander verschiedener Gegenstände' [ KL-Reichb Gerhardsbn KB-Dreis LU-Dannstdt NW-Weish/S Deidh Frankeck LA-O'hochstdt BZ-Nd'ottb]; vgl. PfWB Plunderzeug, PfWB Bawelatsch 6. — Südhess. I 961; RhWB Rhein. VI 993; LothWB Lothr. 53; ElsWB Els. II 162; Bad. I 271.
 
  
plündern schw.:
1. einen p. 'ausbeuten', bes. im Spiel, plinnere [verbr., Schandein Ged. 245 Don-St. Andreas], plindere [Lambert Penns 119]. Er is geplinnert 'arm geworden' [ KL-Lind]. Den hemmer geplinnert, sagen die Buben, wenn sie einem Kameraden alle Klicker abgewonnen haben [KL-Fischb Landstl Hauptstl KB-Albish]. Zs. PfWB ausplündern. —
2. 'umziehen', eigentl. 'das Bündel schnüren und ausziehen', vgl. PfWB Plunder 1, plennre [ Don-Sackelhs Lenauh]. — Südhess. I 961/62; RhWB Rhein. VI 994; Bad. I 271.
 
  
Plunder-zeug n.: 'Durcheinander, Plunder', Plunderzeich [ KB-Rams]; vgl. PfWB Plunder 3.