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Pfälzisches Wörterbuch 
 
pleite bis Plenter-hieb (Bd. 1, Sp. 1013 bis 1014)
 
   pleite Adv.:
1. plede (blēdə) gehe.
a. von Sachen 'verlorengehen, abhanden kommen'. Do geht alles p. [ KL-O'arnb]; vgl. unten 2, PfWB flöten gehen. Mei Geld is p. 'Mein Geld ist mir ausgegangen' [ KL-Wörsb NW-Erph]; bleede gehe 'Bankrott machen' [ PS-Glashtt Erfw], vgl. unten 2. —
b. von Lebewesen 'flüchten, davonlaufen, durchbrennen'. Er geht p. [verbr. VPf, KU-Schmittw/O RO-Dörnb Pirmas Kühn Hamet 99 PfId. 107 Schandein Sprachsch. 9], pläide (blęidə) [ LA-Edk GH-Leimh]. Syn. s. PfWB weglaufen. Geh p.! 'Geh weg!' [ KB-Jakobsw]. Mach dich p.! dass. [ KL-Olsbr]. Schaff dich p.! dass. [verbr. VPf]. De Gaul isch plede gange [ LA-Bornh], pläide gange [ LA-Gommh]. Bauf!leit mei Dischtelfink im Sand, un 's Katzevieh geht pleede [Woll 36]. —
2. pleite (blaidə) mache, p. gehe, umgspr. 'Bankrott machen' [allg.]. — Bed. 1 gehört der Mundart an, dürfte aber doch erst im 19. Jh. aufgekommen sein, denn die Auslandspfälzer in Penns Don Gal Buch kennen sie nicht. Bed. 2 ist aus der Umgspr. entlehnt, s. Küpper I3 386, Wolf Nr. 4248. Aus hebr. peletah 'Flucht', vgl. Kluge-Mitzka19. — Südhess. I 938; RhWB Rhein. VI 974; Bad. I 260/61.
 
  
Blei-waage f.:
1. 'Setzwaage mit Bleilot', Maurergerät, Bleiwoo [verbr. WPf RO-Als], -wooch, -woog [verbr. VPf]. »Sie besteht aus einem drei- oder viereckigen Holzrahmen, von dessen Mitte eine Bleikugel herabhängt, die zur Bestimmung der Horizontalen dient«, Krebs 24. Syn.: PfWB Senkblei, PfWB Senkel, Senkel-, PfWB Setzwaage. —
2. 'Wasserwaage', Wasserwoo [ ZW-Battw RO-Bistschd KB-Kriegsf], -woog (-wōg) [ NW-Kallstdt]; deshalb so genannt, »weil beide Geräte, Wasser- und Bleiwaage, demselben Zwecke dienen. Besonders ältere Maurer gebrauchen auch in der VPf, hauptsächlich aber im Westen mit Vorliebe Blaiw.«, Krebs 25. — Südhess. I 937; RhWB Rhein. I 771. — -walze f.: 'ein besonders dicker Klicker', -walz [ HB-Einöd]. Syn. s. PfWB Schießklicker. — -weiß n.: 'Farbpulver für Malerfarben', -weiß [ LA-Ilbh]. RhWB Rhein. I 771;

[Bd. 1, Sp. 1014]
Bad. I 261. — -werfel m.: 'Klicker aus Blei', -wärfel [ LA-Mart]; vgl. PfWB Bleibumpel, PfWB -klicker, PfWB -klumpen 2, PfWB -kugel, -linslein-, PfWB -walze. Syn. s. PfWB Schießklicker.
 
 
Blembeere, Blemer s. PfWB Brombeere; Plempel s. PfWB Plämpel; plempern s. PfWB plämpern.
 
  
plem-plem Adj.: 'nicht recht bei Sinnen, verrückt', umgspr. Er ich (ist) total blemblem (blęmblęm) [ IB-Hass, allg.]. Wer trotzdem noch an Hexe glaabt, der is blemblem un hernverstaabt [Münch Weltgesch. 104]. Südhess. I 889; RhWB Rhein. VI 975; Wolf Nr. 4222; Küpper I3 387.
 
  
blenden schw.:
1. nach dem Schd., blende (blęndə), selten blenne (blęnə) [verbr.]. Die Sunn hat mich so geblend, daß ich nix gesiehn han [ZW-Battw, verbr.]. —
2. 'beim Rebschnitt die obersten Augen entfernen', blenne [ LA-Böching]. — Südhess. I 937; RhWB Rhein. I 777; Bad. I 261.
 
  
Plenter-hieb m.: 'Aushauen bestimmter Bäume', z. B. der ältesten, stärksten oder schadhaften Bäume, Plenderhieb [ BZ-Lindbn LU-Iggh Böhl]; vgl. PfWB plentern.