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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Blei-klicker bis Blei-waage (Bd. 1, Sp. 1012 bis 1013)
 
   Blei-klicker m.: 'Klicker aus Blei', Bleiklicker (blaigligər) [ KU-Krottb O'alb RO-Gundw KL-Kindsb PS-Hintwdth NW-Mußb Speyd]; vgl. PfWB Bleibumpel. Syn. s. PfWB Schießklicker. Südhess. I 936; Rhein. I 770. — -klotz m.: schwer wie e Bleiklotz [ Don-Schowe Torscha]. — -klumpen m.: scherzh. für 'dickes, schweres Kind', -klumbe [ KU-Schmittw/O LA-Venn]. Südhess. I 936. — -kugel f.:
1. wie schd. RA.: Er kann schwimme wie e Schleifstään un e Bleikuchel [ SP-Mechth]. —
2. 'Klicker aus Blei', wird als besonders wertvoll angesehen, 'dicker Klicker', -kuchel, -kugel [verbr.]. Syn. s. PfWB Schießklicker. Südhess. I 936; Rhein. I 770; Bad. I 260. — -linslein n.: = PfWB Bleiklicker, Bleilinsle [ LU-Neuhf]. Syn. s. PfWB Schießklicker. — -stefz m.: = PfWB Bleistefzen. — -stefzen m.: 'Bleistift', -stefze (-defdsə) [ LA-Venn]. Bad. I 260. — -stift n., m., f.: wie schd., -stift (-difd); vgl. PfWB Blei 3, Blei-

[Bd. 1, Sp. 1013]
feder, PfWB -stefzen. Als Genus kommen n. und m. gleich häufig vor, landschaftliche Trennung ist nicht möglich, in manchen Orten sind beide Genera gebräuchlich; f. haben: KU-Adb Bedb Mühlb RO-Obd KB-Kerzh Mauchh; n. u. f.: RO-Dielkch; n., f. und m.: KU-Wolfst. Pl. gew. Bleistifte (-difdə); -stifter belegt für Zweibr PS-Schmalbg; für RO-Würzw gilt im Sing. der Bleistift, im Pl. die Blei. Südhess. I 936/37; Bad. I 260.
 
 
Pleis-weiler ON: Dorf im Kr. BZ, Pleischweiler (blaiwailÄ). VR.: Wer durchs Weidfeld geht und spürt keinen Wind, wer durch Pleisweiler geht und sieht kein Kind, wer durch Oberhofen geht und hört kein Scheltwortder kommt in der ganzen Welt fort [Hebel 92].
 
  
pleite Adv.:
1. plede (blēdə) gehe.
a. von Sachen 'verlorengehen, abhanden kommen'. Do geht alles p. [ KL-O'arnb]; vgl. unten 2, PfWB flöten gehen. Mei Geld is p. 'Mein Geld ist mir ausgegangen' [ KL-Wörsb NW-Erph]; bleede gehe 'Bankrott machen' [ PS-Glashtt Erfw], vgl. unten 2. —
b. von Lebewesen 'flüchten, davonlaufen, durchbrennen'. Er geht p. [verbr. VPf, KU-Schmittw/O RO-Dörnb Pirmas Kühn Hamet 99 PfId. 107 Schandein Sprachsch. 9], pläide (blęidə) [ LA-Edk GH-Leimh]. Syn. s. PfWB weglaufen. Geh p.! 'Geh weg!' [ KB-Jakobsw]. Mach dich p.! dass. [ KL-Olsbr]. Schaff dich p.! dass. [verbr. VPf]. De Gaul isch plede gange [ LA-Bornh], pläide gange [ LA-Gommh]. Bauf!leit mei Dischtelfink im Sand, un 's Katzevieh geht pleede [Woll 36]. —
2. pleite (blaidə) mache, p. gehe, umgspr. 'Bankrott machen' [allg.]. — Bed. 1 gehört der Mundart an, dürfte aber doch erst im 19. Jh. aufgekommen sein, denn die Auslandspfälzer in Penns Don Gal Buch kennen sie nicht. Bed. 2 ist aus der Umgspr. entlehnt, s. Küpper I3 386, Wolf Nr. 4248. Aus hebr. peletah 'Flucht', vgl. Kluge-Mitzka19. — Südhess. I 938; RhWB Rhein. VI 974; Bad. I 260/61.
 
  
Blei-waage f.:
1. 'Setzwaage mit Bleilot', Maurergerät, Bleiwoo [verbr. WPf RO-Als], -wooch, -woog [verbr. VPf]. »Sie besteht aus einem drei- oder viereckigen Holzrahmen, von dessen Mitte eine Bleikugel herabhängt, die zur Bestimmung der Horizontalen dient«, Krebs 24. Syn.: PfWB Senkblei, PfWB Senkel, Senkel-, PfWB Setzwaage. —
2. 'Wasserwaage', Wasserwoo [ ZW-Battw RO-Bistschd KB-Kriegsf], -woog (-wōg) [ NW-Kallstdt]; deshalb so genannt, »weil beide Geräte, Wasser- und Bleiwaage, demselben Zwecke dienen. Besonders ältere Maurer gebrauchen auch in der VPf, hauptsächlich aber im Westen mit Vorliebe Blaiw.«, Krebs 25. — Südhess. I 937; RhWB Rhein. I 771. —